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6,5 Millionen Wahlberechtigte Kommunalwahlen in Niedersachsen: Überholt die SPD erstmals die CDU?

Kommunalwahlen in Niedersachsen – Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)
Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) geht mit seiner Ehefrau ins Wahllokal. In Niedersachsen galt die CDU lange als unbesiegbar – Weil hofft auf eine Wende.
© Moritz Frankenberg / DPA
Die CDU ist in Niedersachsen auf kommunaler Ebene seit rund 40 Jahren die stärkste Kraft. Mit Spannung wird erwartet, ob die SPD sie erstmals einholen kann. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gibt sich optimistisch.

Genau zwei Wochen vor der Bundestagswahl entscheiden die Niedersachsen am Sonntag über Kommunalparlamente und kommunale Spitzenämter. Annähernd sechseinhalb Millionen Wahlberechtigte sind dazu aufgerufen, bei den Kommunalwahlen ihre Stimmen abzugeben. Zur Abstimmung stand die Zusammensetzung von Kreistagen, Stadtparlamenten, Ortsräten und Regionsversammlungen. Darüber hinaus waren in Direktwahlen Bürgermeister und Landräte zu wählen.

Mit Spannung wird unter anderem erwartet, ob die SPD die CDU zum ersten Mal bei einer Kommunalwahl in Niedersachsen als landesweit stärkste Kraft ablösen könnte. Bei den Kommunalwahlen von 2016 lagen beide bereits recht nah beieinander. Insgesamt ist die politische Ausgangslage aber regional verschieden. Die Parteien haben oftmals Hochburgen, während sie anderswo schlechter abschneiden. Mit einem landesweiten Ergebnis wird für den frühen Montagmorgen gerechnet.

Ministerpräsident Weil setzt auf den "günstigen Bundestrend"

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat bereits seine Stimme abgegeben und sich optimistisch gezeigt. Seine Partei sei "in Niedersachsen in allen Teilen sehr verwurzelt", sagte der SPD-Politiker am Sonntag. "Hinzu kommt bekanntlich ein günstiger Bundestrend, so dass ich auf ein gutes Ergebnis hoffe".

In einer Insa-Umfrage zwei Wochen vor der Bundestagswahl etwa baute die SPD ihren Vorsprung weiter aus und liegt nun sechs Prozentpunkte vor der Union. Die Sozialdemokraten mit ihrem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz gewinnen im "Sonntagstrend" für die "Bild am Sonntag" gegenüber der Vorwoche einen Prozentpunkt hinzu und kommen auf 26 Prozent. Die Union mit Kanzlerkandidat Armin Laschet liegt unverändert bei 20 Prozent.

SPD und CDU in Niedersachsen traditionell erfolgreich

Insgesamt waren nach Angaben der Landeswahlleitung zwischen der Nordsee und dem Harz mehr als 2100 kommunale Parlamente zu wählen, dazu waren rund 280 Posten für Landrätinnen und Landräte sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zu vergeben. Gewählt wurden unter anderem auch neue Verwaltungschefs für Braunschweig, Oldenburg und Göttingen.

Traditionell liegen CDU und SPD auf der kommunalen Ebene weit vor den anderen Parteien. So erreichten die Christdemokraten bei der vorigen Kommunalwahl 2016 auf Kreisebene ein landesweites Ergebnis von 34,3 Prozent, die SPD aber lag dicht dahinter bei 31,2 Prozent. An dritter Stelle folgten die Grünen mit 10,9 Prozent. Die AfD kam vor fünf Jahren auf 7,9 Prozent, die FDP auf 4,8 Prozent und die Linke auf 3,3 Prozent. Wählergruppierungen erhielten sechs Prozent.

Deutliche Unterschiede in verschiedenen Kreisen

Alle Parteien haben dabei ihre ausgeprägten regionalen Hochburgen. So erreichte die CDU in den ostniedersächsischen Landkreisen wie Emsland und Cloppenburg Stimmanteile von weit über 50 Prozent, gleiches gilt etwa für den Landkreis Celle. Die SPD kam in den Kreisen Leer und Aurich sowie im Landkreis Peine ebenfalls auf Werte von mehr als 50 Prozent. Die Grünen erzielten ihre besten Ergebnisse in den Städten Oldenburg und Osnabrück sowie im Landkreis Lüneburg.

Generell sind die Grünen auch im niedersächsischen Umland der Großstädte Hamburg und Bremen sowie in der Region rund um die Hauptstadt Hannover stärker. Die AfD erzielte ihr mit Abstand bestes Ergebnis 2016 in der Stadt Delmenhorst mit 15,2 Prozent. Regional spielen auch Wählergruppen eine wichtige Rolle. Im Kreis Lüchow-Dannenberg bekamen Bürgerlisten und Wählervereinigungen 2016 rund 30 Prozent, in Emden erhielten sie in etwa 20 Prozent.

Eine Großaufnahme zeigt einen Kugelschreiber, der ein Kreuz auf einem Wahlzettel malt

Sehen Sie im Video: Viele Menschen haben ihre Wahlbenachrichtigung schon im Briefkasten. Denn am 26. September findet die Bundestagswahl statt. Was Wahlberechtigte zur Wahl wissen sollten.

sve DPA dpa-regioline

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