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Schelte für unionsinterne Kritiker: Darum wurde Seehofer Fan von Guttenberg

Guttenbergs Popularität war so groß, dass Seehofer um den CSU-Vorsitz bangen musste. Nun gibt der Gedemütigte den obersten Guttenberg-Anwalt - weil er fürchtet, der Freiherr könnte sich emanzipieren.

Von Gabriele Rettner-Halder

Ein Fingerschnippen hätte es den Freiherren gekostet. Einen Halbsatz. Und schon wäre Horst Seehofer, CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident, getaumelt. So war die Lage noch im Januar 2011. Die CSU-Bundestagsfraktion versammelte sich in Wildbad Kreuth, jubelte über bessere Umfragewerte und meinte einhellig: Das ist der Guttenberg-Effekt. Dieser Mann ziehe die ganze Partei nach oben. "KT" kam auch, ließ sich gerne als Erlöser feiern, schnippte aber nicht mit den Fingern. Horst Seehofer durfte von Guttenbergs Gnaden weiter wurschteln.

Seehofer war es damals ziemlich klamm ums Herz. Nun, nach Karl-Theodor zu Guttenbergs Rücktritt, ist es wieder feurig. Am Donnerstag rühmte Seehofer den Freiherren als einen der "genialsten Köpfe, die wir jemals hatten" und fügte beschwörend hinzu: "Er bleibt einer von uns". Zugleich kritisiert Seehofer in der "Bild" Guttenbergs unionsinterne Kritiker scharf, namentlich Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). Als er von ihren Äußerungen gehört habe, sei sein Blutdruck "deutlich" gestiegen, sagt Seehofer. "Darüber wird noch zu reden sein - ich habe mir das auf Wiedervorlage gelegt." Das nennt man eine offene politische Drohung.

Was hat Seehofer, der 2010 verkniffen auf den adeligen Konkurrenten reagierte, plötzlich zu einem hundertprozentigen Guttenbergianer gemacht?

KT, jenseits der Parteidisziplin?

Wie stern.de erfuhr, wird in der CSU-Führungsetage ein Schreckensszenario durchgespielt. Was passiert, sollte sich Guttenberg politisch emanzipieren und die CSU mit einer Konkurrenzpartei so richtig aufmischen? Dass die CSU bei der konservativ gestimmten Bevölkerung ihr Meinungsmonopol verloren hat, lässt sich am Ergebnis der Landtagswahl 2008 ablesen: Die Freien Wähler holten rund 10 Prozent. Würde zusätzlich eine Guttenberg-Partei antreten, wäre die CSU massiv beschädigt. Deshalb hat ein Ziel oberste Priorität. Ein Insider zu stern.de: "Seehofer ist erst mal bemüht, ihn nicht davon schwimmen zu lassen".

Doch der Freiherr bewegt sich schon ziemlich weit draußen. Er trat gegen Seehofers Rat zurück. Und er gab gegen Seehofers Wunsch auch sein Bundestagsmandat zurück. Mehr noch: "KT" kündigte an, alle politischen Ämter niederzulegen, also auch seine CSU-Funktionen auf lokaler Ebene. Damit ist er ein freier Mann, der sich nicht mehr in die Parteidisziplin einbinden lassen muss. Ein freier Mann, der ultratreue Fanmassen hat, die ihn lieber heute als morgen wieder auf der politischen Bühne sähen.

Fortsetzung von "Laptop und Lederhose"

Vor seinem Rücktritt, auf dem Höhepunkt der Plagiatsaffäre, war die Stimmung in der CSU noch labil. Alte Fahrensmänner äußerten erstmals vorsichtige Kritik. Bayerns ehemaliger Ministerpräsident Günther Beckstein sagte stern.de: "Die Affäre um seine Dissertation schadet der CSU und ihm selbst." Noch viel deutlicher redeten CSU-Führungsmitglieder hinter vorgehaltener Hand. Von Guttenbergs "Größenwahn" war die Rede.

Nun, nur drei Tage später, ist die Stimmung gekippt. Noch am Abend vor Guttenbergs Rücktritt legte sich Seehofer im kleinen Kreis für den Verteidigungsminister mächtig ins Zeug. Denn er wusste, Konkurrenz hin, Konkurrenz her, dass er den CSU-Hoffnungsträger dringend braucht. Als Erben und als Aushängeschild. Seehofer hatte fest mit Guttenberg gerechnet, um ein neues CSU-Image aufzubauen: jung, konservativ, fesch. Sozusagen die Fortschreibung des alten Erfolgsmottos von Laptop und Lederhose.

Beruhigungspille für Seehofer-Kritiker

Damit ist es vorerst vorbei, und die Lage für Seehofer ist nicht besser geworden. Er hat jetzt zwar wieder die unumschränkte Macht in seiner Partei, aber seinen Kritikern fehlt die Beruhigungspille, dass es mit Guttenberg eine probate Alternative zu ihm gibt. Also wird es auch für Seehofer wieder ungemütlicher, gleichgültig ob Guttenberg politisch in Deckung bleibt oder sich parteipolitisch emanzipiert.

Schock, Trauer und Wut allenthalben. In einer Erklärung der Landesparlamentarier heißt es treuherzig, man respektiere Guttenbergs Entscheidung - aber notwendig sei das doch nicht gewesen. Die Junge Union (JU) in Bayern schreibt: "Für die JU wird der persönliche Einsatz, der hohe Anspruch an sich selbst und sein Pflichtgefühl den Vorbildcharakter nicht verlieren." Einen Hinweis darauf, dass der Minister seinen Abgang selbst verschuldet hat, sucht man in den zahllosen Trauerbekundungen vergebens.

"Es ist nur konsequent"

Nur wenige bleiben in der emotionalen Aufwühlung halbwegs nüchtern. Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) benennt die Plagiatsaffäre zumindest als solche und spricht von unerlässlichen Qualitätsstandards. Aber was soll der RCDS auch machen - er ist eine akademische Organisation. Und immerhin ein ein Parlamentarier sagte zu stern.de trocken: "Es ist nur konsequent, wenn Guttenberg jetzt in sich geht. Verklärungen von Personen sind in der Politik immer schwierig."

Mitarbeit: Lutz Kinkel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(
  • Gabriele Rettner-Halder