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Vor dem FDP-Parteitag: Liberale rebellieren gegen Fraktions-Vize

Bei der FDP bleibt die Stimmung vor dem Parteitag in Rostock geladen: Mehrere Abgeordnete wollen den Fraktionsvizechef Martin Lindner absägen, weil der wiederum Guido Westerwelle als Außenminister infrage stellt. Dabei ist Lindner gerade erst im Amt.

Die FDP kommt nicht zur Ruhe. Erst der Rücktritt von Silvana Koch-Mehrin - und jetzt die ersten Schüsse gegen die neue Führungsmannschaft des designierten Parteichefs Philipp Rösler. Nach stern.de-Informationen bereiten mehrere FDP-Abgeordnete einen Abwahlantrag gegen den stellvertretenden Vorsitzenden ihrer Bundestagsfraktion, Martin Lindner, vor. Dabei ist der erst einen Tag im Amt.

Auslöser für den Vorstoß ist die Ankündigung Lindners, auf dem am Wochenende anstehenden Bundesparteitag in Rostock einen Antrag zur Zukunft von Außenminister Guido Westerwelle einbringen zu wollen. Damit will Lindner nach eigener Aussage klären, ob Westerwelle aus Sicht der Basis weiter im Amt bleiben kann, wie er "Spiegel Online" gesagt hatte.

Lindners Verhalten "unter aller Kanone"

Mit dem Antrag der FDP-Abgeordneten soll Lindner bereits in der nächsten Fraktionssitzung abgesetzt werden. Ein Sprecher der Fraktion sagte am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: "Es ist kein Antrag eingegangen."

Der sächsische Bundestagsabgeordnete Jan Mücke bezeichnete Lindners Vorgehen laut "Bild.de" als "unter aller Kanone". Auch bei Abgeordneten aus anderen Bundesländern, vor allem aus Nordrhein-Westfalen, gebe es großen Unmut.

Lindner betonte: "Ich habe einen Vorschlag gemacht - und zwar nicht als stellvertretender Fraktionschef, sondern als Vorsitzender des Berliner Bezirks Steglitz-Zehlendorf."

ben/DPA / DPA