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Die Morgenlage Rekordzahl von mehr als zehn Millionen US-Bürgern hat bereits gewählt

US-Wahl Ballot Box
Rund zehn Millionen US-Bürger haben schon ihre Stimme für Joe Biden oder Donald Trump abgegeben
© Frederic J. Brown / AFP
Trumps Rückkehr auf Wahlkampfbühne: "Fühle mich so stark" +++ Rekordzahl von mehr als zehn Millionen US-Bürgern hat bereits gewählt +++ Die Nachrichtenlage am Dienstagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, liebe Leser,

Donald Trump ist nach seiner Corona-Infektion zurück im Wahlkampf. Auf einer Wahlkampfbühne in Sanford bei Orlando, Florida, ließ sich der US-Präsident feiern. "Ich fühle mich so stark", sagte der 74-Jährige während seines rund einstündigen Auftritts. Für eine Rekordzahl an Wählern hat sein Auftritt jedoch keine Konsequenzen: Drei Wochen vor der Präsidentschaftswahl haben sich bereit mehr als zehn Millionen US-Bürger bereits für einen Kandidaten entschieden und ihre Stimme abgegeben. Ganz egal, was in den nächsten drei Wochen noch passiert: Ihr Entscheidung steht unwiderruflich fest.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

US-Immunologe Fauci will nicht für Trump-Werbung herhalten

Der prominente US-Immunologe Anthony Fauci will nicht für Wahlwerbung von Präsident Donald Trump herhalten. Das Wahlkampfteam des Republikaners solle ein Wahlwerbevideo, für das Äußerungen Faucis ohne dessen Zustimmung und zusammenhangslos verwendet wurden, nicht weiter nutzen, sagte der Gesundheitsexperte dem Sender CNN. "Ich denke, es ist wirklich bedauerlich und wirklich enttäuschend, dass sie das getan haben. Es ist so klar, dass ich kein politischer Mensch bin. Und ich habe nie - weder direkt noch indirekt - einen politischen Kandidaten unterstützt." In einem Trump-Werbespot wurde ein Interview-Zitat Faucis verwendet, das den Eindruck erweckt, als würde er sagen, dass im Kampf gegen das Coronavirus niemand mehr hätte tun können als Trump.

Trumps Rückkehr auf Wahlkampfbühne: "Fühle mich so stark"

Bei seiner ersten Wahlkampfreise seit einer Corona-Infektion hat US-Präsident Donald Trump die Erholung von seiner Erkrankung gefeiert. "Ich bin in so toller Form", sagte Trump am Montagabend (Ortszeit) in Sanford bei Orlando im US-Bundesstaat Florida vor Anhängern. "Ich fühle mich so stark." Trump betonte wie schon am Wochenende, er sei nun immun, und sagte anschließend scherzend: "Ich werde jeden in diesem Publikum küssen. Ich werde die Kerle und die schönen Frauen küssen (...). Ich werde euch einfach allen einen dicken, fetten Kuss geben." 

Der Republikaner hatte am 2. Oktober seine Corona-Infektion bekanntgegeben. Wegen seiner Covid-19-Erkrankung wurde er drei Tage lang in einem Militärkrankenhaus bei Washington behandelt. Am Samstag erklärte Trumps Leibarzt, der Präsident sei nicht mehr ansteckend. Trumps Auftritt dauerte rund eine Stunde.

Rekordzahl von mehr als zehn Millionen US-Bürgern hat bereits gewählt

Rund drei Wochen vor der Präsidentschaftswahl in den USA hat bereits die Rekordzahl von mehr als zehn Millionen Bürgern ihre Stimmen abgegeben. Das geht aus am Montag veröffentlichten Zahlen des US Elections Project der Universität von Florida hervor, das auf die Observation der Wahl spezialisiert ist. Demnach wurden in den Bundesstaaten, die ihre entsprechenden Daten bereits ermitteln und weitergeben, insgesamt schon knapp 10,3 Millionen Stimmen abgegeben. Nach Angaben des Projekts ist diese Zahl um ein Vielfaches höher als drei Wochen vor der Präsidentschaftswahl von 2016. Die Frühwahl ist in den USA entweder per direkter Stimmabgabe an bestimmten Orten oder per Brief möglich. In diesem Jahr wird wegen der Corona-Pandemie mit einem sehr hohen Anteil an Briefwählern gerechnet. Viele Wähler wollen den Gang ins Wahllokal vermeiden, um sich nicht einem Ansteckungsrisiko auszusetzen.

Außenminister Maas spricht in Zypern und Griechenland über Gasstreit mit Türkei

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) reist am Dienstag zu Gesprächen über den sich erneut  zuspitzenden Streit mit der Türkei um Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer nach Zypern und Griechenland. In Zypern sind Treffen mit Präsident Nikos Anastasiadis sowie Außenminister Nikos Christodoulidis geplant (Pressekonferenz gegen 14.45 Uhr). Im Anschluss fliegt Maas weiter nach Athen, um Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis sowie seinen Kollegen Nikos Dendias zu treffen. Ankara entsandte am Montag erneut sein Forschungsschiff "Oruc Reis" in das wegen Gasvorkommen umstrittene Gebiet im östlich Mittelmeer, nachdem es in den vergangenen Wochen Signale der Entspannung gegeben hatte. Seit der Entdeckung reicher Gasvorkommen in der Region gibt es heftigen Streit um deren Ausbeutung. Sowohl die EU-Mitglieder Griechenland und Zypern als auch die Türkei erheben Anspruch auf die betreffenden Seegebiete.

Costa Rica: Drei Tonnen Kokain in Container mit Ziel Europa entdeckt

Sicherheitskräfte in zwei mittelamerikanischen Ländern haben insgesamt mehr als vier Tonnen Kokain sichergestellt. Im Hafen von Moín an Costa Ricas Karibikküste wurden 2903 Packungen von je etwa einem Kilo der Droge in einem Container mit Bananen entdeckt, wie der Minister für öffentliche Sicherheit, Michael Soto, am Montag mitteilte. Der Container war ihm zufolge für den belgischen Hafen Antwerpen bestimmt. Festnahmen gab es zunächst nicht, es werde ermittelt. Mit dem nächsten Drogenfund werde 2020 voraussichtlich zum Jahr mit den meisten beschlagnahmten Drogen in Costa Rica. In El Salvador wurden nach Angaben der dortigen Generalstaatsanwaltschaft am Montag zwei Lastwagen an verschiedenen Orten angehalten und darin Kokain im Wert von mehr als 37 Millionen US-Dollar (gut 31 Millionen Euro) gefunden. Die Fahrer, beide aus Nicaragua, seien festgenommen worden. Justizminister Rogelio Rivas schrieb bei Twitter, es handle sich um mehr als 1500 Kilogramm Kokain. Die Funde wurden in der südlichen Stadt Zacatecoluca und an der Grenze zu Honduras, in El Amatillo, gemacht.

Großbrand am Kilimandscharo noch nicht gelöscht

Der Kampf gegen den Großbrand an Afrikas höchstem Berg dauert an: Bis zu 600 Feuerwehrleute versuchten auf 2700 Meter Höhe an der Südflanke des Kilimandscharos, die Flammen zu löschen, wie die Zeitung "The Citizen" am Dienstag berichtete. Wegen starker Winde habe das Feuer ein großes Gebiet von Heide- und Moorlandschaft zerstört. Der Brand war laut Nationalparkverwaltung am Sonntagabend ausgebrochen. Die Ursache war noch unbekannt. Zuletzt hatte es im Oktober 2016 am Kilimandscharo gebrannt. Der Kilimandscharo mit seinen 5895 Metern Höhe gilt nicht nur als Afrikas höchster Berg, sondern auch als Tansanias Wahrzeichen. Er wird in "normalen" Zeiten von Zehntausenden Bergsteigern aus aller Welt bestiegen.

Das wird heute wichtig:

Polizisten sollen zu Festnahme von Halle-Attentäter aussagen

Nicht Spezialkräfte, sondern zwei Revierpolizisten aus der Kleinstadt Zeitz im Süden Sachsen-Anhalts waren es, die den Attentäter von Halle vor gut einem Jahr festnahmen und seine Serie von Gewalttaten damit beendeten. Die Beamten sollen in Magdeburg im Prozess um den Anschlag die Festnahme schildern (ab 9.30 Uhr). Das Verfahren um den Anschlag läuft seit Juli. Am 9. Oktober 2019 hatte ein schwer bewaffneter Mann versucht, die Synagoge von Halle zu stürmen, um dort am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur ein Massaker anzurichten. Nachdem er nicht in das Gotteshaus gelangte, erschoss er eine 40 Jahre alte Passantin und kurz darauf einen 20-Jährigen in einem Döner-Imbiss.

Bundesverwaltungsgericht verhandelt über Auskunft zu Verfassungsschützer in NSU-Komplex

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig beschäftigt sich am Dienstag (10.30 Uhr) mit der Frage, welche Auskünfte die Presse über ein Disziplinarverfahren gegen einen Beamten verlangen darf. Es geht um einen Referatsleiter im Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) mit dem Tarnnamen "Lothar Lingen", der nach dem Auffliegen des rechtsextremen Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) Akten über sogenannte V-Leute schreddern ließ. Gegen "Lingen" wurde ein Disziplinarverfahren eröffnet, zu dem ein Journalist Fragen an das BfV stellte. Dieses verweigerte die Auskunft unter anderem mit Verweis auf die Geheimhaltungspflicht. Der Journalist klagte erfolgreich vor dem Kölner Verwaltungsgericht, das Oberverwaltungsgericht Münster gab allerdings einer Berufung teilweise statt. Beide Parteien legten daraufhin beim Bundesverwaltungsgericht Revision ein.

Buchmesse beginnt – nun doch nur mit Online-Festakt

Wegen steigender Corona-Fallzahlen wird die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr nun doch ohne Publikum eröffnet. Der Festakt am Abend (18.00 Uhr) war ohnehin deutlich kleiner geplant als in den Vorjahren. Lediglich 250 Gäste wären in der Festhalle zugelassen gewesen. Am Montag wurde entschieden: Die Eröffnungsfeier findet nur online statt, das Publikum kann im Internet via Livestream dabei sein. Die Eröffnungspressekonferenz am Mittag (12.30 Uhr) war ohnehin als Online-Veranstaltung angekündigt gewesen. Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse und Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, wollen dort über die Situation der Buchmesse und die Lage der Buchbranche berichten. Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) will sich zuschalten. 

Anhörung Barretts für Oberstes Gericht geht mit Befragung weiter

Die Kandidatin von Präsident Donald Trump für das Oberste Gericht der USA wird sich den Fragen im Senat stellen  (ab 15 Uhr). Für die Demokraten ist es eine Chance, die konservative Juristin Amy Coney Barrett nach ihren Positionen unter anderem zum Recht auf Abtreibungen und der Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama zu befragen. Der Auftakt der Anhörung am Montag war für Stellungnahmen der Senatoren im Justizausschuss und Barretts reserviert. Die Richter werden vom Präsidenten vorgeschlagen und vom Senat auf Lebenszeit ernannt. Die Republikaner halten im Senat 53 der 100 Sitze. 

Fußball-Nationalelf spielt in Nations League gegen die Schweiz

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft strebt den nächsten Sieg in der Nations League an (20.45 Uhr/ARD) . Drei Tage nach dem 2:1 in Kiew gegen die Ukraine soll in Köln gegen den noch sieglosen Tabellenletzten Schweiz sofort nachgelegt werden. Wegen der hohen Corona-Infektionszahlen in Köln muss die Partie als Geisterspiel ohne Zuschauer ausgetragen werden. Im Blickpunkt steht Mittelfeldspieler Toni Kroos, der zehn Jahre nach seinem Debüt sein 100. Länderspiel bestreitet. Die deutsche Mannschaft belegt in ihrer Nations-League-Gruppe mit fünf Punkten Platz zwei. Tabellenführer ist nach drei von sechs Spieltagen Spanien mit sieben Zählern.

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Ihre stern-Redaktion

fs DPA AFP

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