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Fußball-Bundesliga: BVB patzt gegen Stuttgart - Bayern servieren FCK ab

Tabellenführer Borussia Dortmund hat Punkte verloren: Gegen Stuttgart reichte es im eigenen Stadion nur zu einem Remis. Bayern München kletterte nach dem Sieg gegen Kaiserslautern auf den dritten Platz, weil Hannover und Mainz gleichzeitig verloren - und konterte so der erneuten Kritik von Hoeneß an van Gaal.

Borussia Dortmund ist auf dem Weg zur siebten deutschen Meisterschaft vom VfB Stuttgart gebremst worden. Der BVB kam am Samstag gegen die abstiegsbedrohten Schwaben nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus, bleibt aber mit 47 Punkten souveräner Tabellenführer der Fußball-Bundesliga. Die Verfolger Hannover 96 (34 Punkte) und FSV Mainz 05 (33) patzten vor eigenem Publikum und konnten den Ausrutscher der Dortmunder nicht nutzen, um den Rückstand zu verkürzen. Hannover kassierte gegen den FC Schalke 04 eine 0:1- Niederlage, Mainz verlor gegen den VfL Wolfsburg ebenfalls 0:1 (0:0).

Titelverteidiger Bayern München (33) setzte sich gegen den 1. FC Kaiserslautern dank des ersten Saisontors von Arjen Robben und eines Dreierpacks von Nationalspieler Mario Gomez mit 5:1 (1:0) durch und bleibt weiter aussichtsreich im Kampf um den zweiten Tabellenplatz. Trotzdem bleibt die Lage in München durchaus angespannt. Uli Hoeneß übte in einem Interview wieder deutliche Kritik an Trainer Louis van Gaal. Der Erfolg gegen Kaiserslautern wird die Wogen glätten, aber nicht vollends beruhigen. Mit einem Sieg in Mönchengladbach an diesem Sonntag könnte Bayer Leverkusen (33) allerdings das Trio überflügeln und Rang zwei holen. Der SC Freiburg und der 1. FC Nürnberg trennten sich 1:1 (1:0).

Podolski schießt Bremen ab


Im Abendspiel schöpfte der 1. FC Köln mit einem 3:0 (2:0) gegen Werder Bremen neuen Mut im Abstiegskampf und schoss die Hanseaten tiefer in die Krise. Vor 45.100 Zuschauern erzielten der überragende Nationalstürmer Lukas Podolski (7. und 84. Minute) und Adam Matuschyk (33.) die Treffer. Für die Kölner war es in den vergangenen 13 Jahren erst der zweite Sieg gegen Bremen. Das streckenweise desolate Werder konnte nur eine der letzten zehn Auswärtspartien gewinnen und ist seit 465 Minuten auf fremdem Platz ohne Treffer.

Am Nachmittag hatte der Spieltag recht zäh begonnen. Eine halbe Stunde lang tat sich in den Stadien der Republik wenig bis nichts. Erst in der 32. Minute fiel in Freiburg das erste Tor. Noch vor der Pause schlugen dann die Superstars Arjen Robben für Bayern und Raúl für Schalke zu.

Robben zeigt seine Klasse


In München gab der so lange schmerzlich vermisste Robben nach langwieriger Muskelverletzung gegen den 1. FC Kaiserslautern sein Startelf-Debüt in dieser Saison. Zunächst verteidigten sich die Gäste aus der Pfalz tapfer und hielten die Bayern lange vom eigenen Tor weg. Dem Team von Marco Kurz gelang es sogar, die wackelige Bayern-Abwehr in Verlegenheit zu stürzen. Aber der vor Ehrgeiz sprühende Robben setzte den FCK auf der rechten Seite mit seinem Tempodribblings immer wieder unter Druck. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit war es dann soweit: Der Weltklassemann umkurvte nach feinem Pass von Nationalspieler Thomas Müller Gäste-Torwart Tobias Sippel und schob zum 1:0 ein (45.+1).

Nach der Pause erwischten die Bayern ihren Gegner kalt. Mario Gomez vollendete eine schöne Stafette über Robben und Bastian Schweinsteiger (46.) und baute die Führung aus. Lautern gelang noch das Anschlusstor durch Jan Moravek (62.). In der Folge aber brach der Widerstand des Aufsteigers zusammen. Gomez erhöhte in der 80. und 84. Minute auf 4:1, ehe Müller den Schlusspunkt setzte (90.+1).

Hoeneß greift van Gaal erneut an


Vor dem Spiel hatte Bayern-Präsident Uli Hoeneß in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" erneut deutliche Kritik an Trainer van Gaal geübt. "Es ist die Frage, ob man immer mit dem Kopf durch die Wand muss", sagte Hoeneß. "Van Gaal ist van Gaal, das betont er selbst. Das muss man wissen und respektieren, wenn man ihn verpflichtet. Und dazu gehören eben immer wieder Überraschungen."

Zum von van Gaal überraschend vorgenommenen Wechsel im Bayern-Tor, wo Nachwuchshoffnung Thomas Kraft Routinier Jörg Butt abgelöst hat, bemerkte Hoeneß. "So eine Entscheidung darf der Trainer total selbstständig treffen. Was allerdings Jörg Butt rein menschlich gesehen über diese Entscheidung denkt, sei mal dahingestellt." Van Gaal reagierte zurückhaltend auf die neuen Äußerungen seines Präsidenten. "Ich denke, dass ich damit leben muss", sagte er im TV-Bezahlsender "Sky". "Er ist eine Ikone, er darf das sagen. Aber ob das die Wahrheit ist, ist etwas anderes."

Dortmund spielt dürftig


Borussia Dortmund musste sich im eigenen Stadion gegen Stuttgart mit einem Punkt zufrieden geben. Pavel Pogrebnjak brachte den Tabellenführer mit seinem späten Treffer zum 1:1 (1:0) in der 84. Minute um einen bereits sicher geglaubten Sieg. Anders als bei der 3:1-Gala am vorigen Spieltag in Leverkusen bot das Team von Trainer Jürgen Klopp eine dürftige Vorstellung. Trotz einer Vielzahl von Chancen traf nur Mario Götze (43.) im ausverkauften Signal Iduna Park für den BVB. Stuttgart bot eine engagierte Leistung und wurde am Ende belohnt.

Ausgerechnet gegen seinen Ex-Club FC Schalke 04 musste Hannover-Trainer Mirko Slomka eine Heimniederlage hinnehmen. Mit seinem zehnten Treffer in dieser Spielzeit sorgte der spanische Angreifer Raúl per Direktabnahme (33.) für den Erfolg des Felix-Magath-Teams. Hannover hielt gut mit, aber der überragende Manuel Neuer rettete den Sieg der Schalker über die Zeit.

Wolfsburg feiert drei Punkte


Der VfL Wolfsburg landete dank eines späten Treffers des Dänen Simon Kjaer gegen Mainz den ersten Sieg nach acht Unentschieden in Folge. In der ersten Halbzeit neutralisierten sich beide Teams gegenseitig, die Abwehrreihen bestimmten das Geschehen auf dem Platz. In den zweiten 45 Minuten fanden die Mainzer zwar besser ins Spiel. Wolfsburg ließ aber nichts anbrennen. Nach einem Freistoß durch Spielmacher Diego köpfte Kjaer den einzigen Treffer der Partie.

Der SC Freiburg punktete ohne zwölf verletzte oder kranke Spieler gegen den 1. FC Nürnberg. Die Breisgauer gingen in der 32. Minute in Führung: Johannes Flum schoss das 500. Tor der Freiburger Bundesliga-Geschichte. Julian Schieber glich für die nach der Pause deutlich stärker werdenden Nürnberger aber noch aus (56.).

DPA/tis / DPA

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