Wenn das gewöhnlich gut informierte "Wall Street Journal" Recht behält, wird Facebook zwischen April und Juni einen der größten Börsengänge der Geschichte hinlegen. Das Unternehmen könnte mit mehr als 100 Milliarden Dollar bewertet werden.
Gewaltig ist auch eine andere Zahl: Zurzeit hat das soziale Netzwerk 800 Millionen aktive Nutzer, allein 2011 sind laut Social Media Examiner 200 Millionen dazugekommen. Sollte Facebook dieses Wachstum beibehalten, könnte es - wenn auch knapp - in diesem Jahr die Grenze von einer Milliarde Mitglieder überschreiten.
Die spannende Frage ist, wie sich Mark Zuckerbergs Company nach dem Börsengang verändern wird. Mit Sicherheit wird Facebook durch neue Funktionen und die Integration von Kooperationspartnern weiterhin alles versuchen, zu einem geschlossenen Garten zu werden, den seine Bewohner nicht mehr verlassen wollen, weil sie hier alles finden, was sie brauchen: Freunde, Musik, Spiele, Informationen.
Als börsennotiertes Unternehmen wird Facebook allerdings sein anarchisches Start-up-Image ablegen müssen. Aus dem großmäuligen Jungspund wird ein seriöser Businessmensch werden. Fehlverhalten bestraft der Aktienkurs sofort. Dass Facebook im November eingewilligt hat, sich einer Datenschutzkontrolle der US-Wirtschaftsaufsicht FTC zu unterwerfen, ist ein erstes Zeichen: Das Unternehmen wird anfälliger für Gegenwind.