Das sind die Männer hinter der Suchmaschine Google. Sie sind angetreten, das Wissen der Welt zu sammeln, bis es nur noch Antworten gibt und keine Fragen mehr. Doch je größer und mächtiger Google wird, desto mehr sind die Weltverbesserer auch Kritik ausgesetzt. Von Dirk Liedtke und Michael Streck

Das Google-Führungstrio: Eric Schmidt, Larry Page und Sergey Brin (v.l.)© Google/DPA
Es hat so kommen müssen. Denn mathematisch und logisch betrachtet gibt es keine Zufälle, sondern nur Kombinationen. Gute und schlechte Kombinationen allenfalls. Aber keine Zufälle, ausgeschlossen.
Im Frühjahr 1995 begegneten sich auf dem Campus der Universität Stanford in Kalifornien die Doktoranden Sergey Brin und Larry Page. Beide Genies in Mathematik, beide vernarrt in Computer, beide interessiert an Philosophie, beide debattier- und streitlustig, beide erfindungsreich:
Page hatte als Schüler einen Tintenstrahldrucker aus Legosteinen gebaut; Brin als Jung-Student ein Programm entwickelt, mit dem er Fotos aus dem "Playboy" in einen Bildschirmschoner konvertierte, als das technisch noch ein Novum war. Ergo: Es hat so kommen müssen, dass die beiden sich trafen in Stanford.
"Nerds", Sonderlinge, nennen die Amerikaner solche Menschen, die voll und ganz aufgehen in stundenlangen Gesprächen über, sagen wir: Algorithmen.
Die Brüder im Geiste fanden sich gegenseitig anfangs, mit Verlaub, zum Kotzen.
Brin führte Page über das Uni-Gelände, und sie zankten sich auf höchstem intellektuellen Niveau über Gott und die Welt und Mathematik und Problemlösungen.
Da waren sie Anfang zwanzig. Sie redeten viel über Algorithmen, jene Formeln, die Handlungen exakt definieren, die bevorzugte Sprache der Informatik.
Sie stritten und diskutierten, diskutierten und stritten. So sind Nerds. Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.
Sie würde die Welt verändern.
Drei Jahre nach ihrem ersten Treffen gründeten Sergey Brin und Larry Page eine kleine Firma mit dem Namen Google, abgeleitet vom mathematischen Begriff "googol" für eine fast unendlich große Zahl: eine 1 mit 100 Nullen. Im Silicon Valley ging bald darauf der Internetblase die Luft aus, die Start-ups machten reihenweise Pleite, Millionäre wurden obdachlos.
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 21/2006