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7. November 2011, 13:18 Uhr

Israel versetzt die Welt in Aufregung

Der Streit um das iranische Atomprogramm spitzt sich zu: Russland warnt Israel vor einer Militärintervention gegen Teheran. Auch Irans Präsident Ahmadinedschad gießt Öl ins Feuer, während Deutschland auf diplomatisches Geschick setzt.

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Wegen des iranischen Atomprogramms, zu dem das AKW in Buschehr zählt, droht Israel Teheran mit einer Militärintervention© Abedin Taherkenareh/DPA

Russland hat Israel vor einem militärischen Angriff gegen den Iran gewarnt. "Es wäre ein sehr schwerer Fehler mit unvorhersehbaren Folgen", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Montag. Es könne "keine militärische Lösung" für den Streit um das iranische Atomproblem geben - "ebenso wenig wie für irgendein anderes Problem der heutigen Welt". Eine Militärintervention erhöhe nur die Zahl der Opfer und steigere das menschliche Leid. Jeder Konflikt könne nur mit den von der internationalen Gemeinschaft in der Charta der Vereinten Nationen genehmigten Maßnahmen beigelegt werden.

Russland hatte erst vor kurzem ein Nachgeben von allen Seiten gefordert, um die stockenden Verhandlungen zu erneuern. Dazu hatte Lawrow vorgeschlagen, dass der Iran zunächst einen vertrauensvollen Schritt unternehmen müsse. Im Gegenzug könne die Sechsergruppe aus Russland, China, Frankreich, den USA und Großbritannien sowie Deutschland dann die gegen Teheran verhängten Sanktionen lockern.

Ahmadinedschad warnt Israel und USA

Unterdessen hat auch Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad Israel und die USA vor einem militärischen Angriff gewarnt. Einziger Zweck eines Angriffs sei es, den gestiegenen Einfluss Teherans zu bekämpfen, sagte Ahmadinedschad der ägyptischen Zeitung "El Achbar" vom Montag. "Der Iran hat seine Kapazitäten erhöht und entwickelt sich immer weiter", sagte er. "Aus diesem Grund ist er in der Welt konkurrenzfähig und Israel und der Westen, besonders die USA, zweifeln diese Kapazitäten und die Rolle des Iran nun an."

Israel und die USA versuchten, internationale Unterstützung für einen Militäreinsatz im Iran zu erlangen, um den Einfluss Teherans zu "vernichten", sagte Irans Staatschef weiter. Der Iran werde ihnen jedoch nicht erlauben, gegen das Land vorzugehen.

Bundesregierung ist gegen Militärmaßnahmen

Die Bundesregierung lehnt militärische Maßnahmen in dem sich zuspitzenden Streit ab. Sollte der Iran seinen internationalen Verpflichtungen zur Offenlegung seines Atomprogramms nicht nachkommen, werde sich die Bundesregierung für eine Ausweitung des politischen und diplomatischen Drucks einsetzen, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin. "Das ist für uns nach wie vor der entscheidende Weg, um mit dieser Gefährdung der regionalen und internationalen Sicherheit umzugehen."

Der israelische Präsident Schimon Peres hatte am Wochenende erklärt, der Iran könnte in nur sechs Monaten eigene Atomwaffen haben. Ein Angriff Israels und anderer Länder gegen das Land werde "immer wahrscheinlicher". Er sei eher zu erwarten als eine diplomatische Lösung. Die Äußerungen fielen kurz vor der in den nächsten Tagen erwarteten Veröffentlichung eines neuen Berichts der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zum Iran, der Hinweise auf eine militärische Komponente des Atomprogramms enthalten soll. Unter anderem soll es Informationen geben, die auf ein Computermodell eines Atomsprengkopfes hindeuten.

Die "Washington Post" berichtete am Montag zudem, unter anderem habe ein früherer sowjetischer Waffenspezialist Teheran über mehrere Jahre bei der Entwicklung hochpräziser Sprengzünder geholfen. Die Zeitung berief sich dabei auf westliche Diplomaten und Nuklearexperten. Der Iran habe zudem von technischem Know-how aus Pakistan und Nordkorea profitiert.

Die iranische Regierung bestreitet, am Bau einer Atomwaffe zu arbeiten. Sie versichert, dass das Atomprogramm allein der Energiegewinnung und der medizinischen Forschung dient.

mlr/AFP/DPA
 
 
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