Saudi-Arabien will deutsche "Boxer"-Panzer kaufen

2. Dezember 2012, 12:30 Uhr

Wirbel um möglichen Waffendeal mit Saudi-Arabien: Ein deutscher Radpanzer soll laut "Spiegel" die "Königliche Garde" aufrüsten. Pikant: Die Fahrzeuge könnten auch bei Aufständen zum Einsatz kommen.

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Saudi-Arabien will mehrere Hundert Radpanzer vom Typ Boxer erwerben©

Einem Medienbericht zufolge will Saudi-Arabien in Deutschland mehrere Hundert Radpanzer vom Typ "Boxer" kaufen. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, wurde eine entsprechende Anfrage am vergangenen Montag in der geheimen Sitzung des Bundessicherheitsrats verhandelt. Dieser habe die Entscheidung auf das kommende Jahr verschoben. An der Herstellung des Radpanzers sind die Rüstungskonzerne Rheinmetall und Krauss-Maffai Wegmann KMW beteiligt.

Die "Boxer" zählen zu den modernsten Gefechtsfahrzeugen der Welt und werden von der Bundeswehr in Afghanistan als gepanzerte Truppentransporter eingesetzt. Laut "Spiegel" ist das Modell auch straßentauglich und dazu geeignet, Aufstände zu bekämpfen. Mit dem Radpanzer solle die "Königliche Garde" des islamischen Königreichs auf modernstes internationales Niveau aufgerüstet werden.

Bundessicherheitsrat genehmigte dem Bericht nach die Ausfuhr von deutschen Abschussgeräten für Panzerfäuste und bunkerbrechender Munition der Firma Dynamit Nobel Defence an Israel, das die Waffen im Kampf gegen die Hamas im Gazastreifen einsetzen könne.

Gutes Geschäft

2011 hatte die Bundesregierung die Ausfuhr von Kriegswaffen und anderen Rüstungsgütern im Wert von 5,4 Milliarden Euro genehmigt, rund ein Siebtel mehr als im Jahr davor. 42 Prozent davon sollten in sogenannte Drittländer gehen. Darunter finden sich Staaten, in denen Menschenrechte nur wenig zählen, etwa die Vereinigten Arabischen Emirate, Algerien oder Saudi-Arabien.

Für 2012 hat die Bundesregierung noch keine Zahlen zu Rüstungsexporten veröffentlicht. Allerdings wurden bis November sechs Hermes-Bürgschaften freigegeben, mit denen Rüstungsgeschäfte mit Schwellenländern in der Regel staatlich abgesichert werden, wie es in dem Bericht heißt. Der Wert der Bürgschaften beträgt laut "Spiegel" insgesamt fast 3,3 Milliarden Euro. Dies seien nach Berechnungen des Linken-Parlamentariers Jan van Aken schon jetzt 800 Millionen Euro mehr als 2011.

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