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News am 21.11.2009

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14. Juli 2009, 12:53 Uhr
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Merkels Ex soll Steinmeier retten

Es ist schon kurios: Wenige Wochen vor der Bundestagswahl wechselt der allseits geachtete Merkel-Sprecher Thomas Steg als PR-Stratege ins Wahlkampfteam des Angreifers Frank-Walter Steinmeier. Bei seinem Auftritt vor der Bundespressekonferenz zeigte er sich gewohnt souverän. Im Unionslager fürchten sie nun, dass Steg die Schwächen der Kanzlerin zu gut kennt - und wittern Verrat. Von Ulrike Posche

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Politiker in der Union fürchten, Thomas Steg (l.) könnte Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier nun mit Vertraulichem über die Kanzlerin versorgen und so fit für den Wahlkampf machen© Axel Schmidt/DDP

Es herrschte schon ein wenig "I did it my way"-Stimmung im Saal, als Thomas Steg, 49, am Freitagmittag vor der blauen Wand der Bundespressekonferenz saß und mit seinem Vortrag begann. Der Stellvertretende Regierungssprecher gab sich zwar wie üblich professionell. Aber in der Luft lag Wehmut. Seine Stirn war in Quer- und Längsfalten gelegt. Die Stimme dunkel und ruhig, als käme sie aus dem Äther eines alten Grundig-Radios. Die Augen hinter der modischen Brille - geradeaus.

Steg verkündete, dass die Bundeskanzlerin den russischen Präsidenten Medwedew zu deutsch-russischen Konsultationen einladen werde. Er verkündete dies und das. Und schließlich auch sein eigenes - vorläufiges - Ende. Jedenfalls dasjenige als Sprecher der Bundeskanzlerin und als Vize des blonden Bayern Ulrich Wilhelm. Es ist selten, dass die Beurlaubung eines stellvertretenden Sprechers so großes Bedauern auf der einen und Hoffnung auf der anderen Seite auslöste. Denn eine ganze Woche lang ist rings um das Regierungsviertel die Frage gewogen und diskutiert worden: Geht der SPD-Mann oder bleibt er?

Hochkommissar für Steinmeiers Pressearbeit

Er geht, das ist nun gewiss. Zum Ende des Monats wechselt Thomas Steg die Seiten. Er soll als eine Art Hochkommissar das brach liegende Feld des Medienmanagements für SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier befruchten. Er soll den Herausforderer und die Seinen aus dem tiefen Tal der schlechten Umfragen führen, wie einst Mose das Volk Sinai aus Ägypten. Er soll ihn mit sanftem Säuseln und klugen Kampagnen ins Kanzleramt zaubern. Er soll gewissermaßen Unmögliches wahr machen. Nicht mehr und nicht weniger. Auf Steg ruhen jetzt alle Hoffnungen. So wie im Jahr 2002 die Elbe-Flut und der Irak-Krieg die Wende im Wahlkampf brachten; wie im Jahr 2005 Merkels Finanzexperte Paul Kirchhoff, "der Professor aus Heidelberg" den Umschwung für die SPD brachte, so soll diesmal Thomas Steg die Stimmung rum reißen.

Das finden die einen gut und andere schade. Zur letzten Gruppe gehört die Kanzlerin.

"Mit angemessenem Bedauern" habe sie reagiert, heißt es aus Regierungskreisen. Es kommt nämlich nicht häufig vor in der Geschichte der Bundesrepublik, dass der Redenschreiber und Regierungssprecher eines SPD-Kanzlers anschließend als Regierungssprecher eines CDU-Kanzlers fungiert hätte. Und zwar zu beider Zufriedenheit. Doch die Große Koalition hat genau dies 2005 möglich gemacht.

Als Angela Merkel am Nachmittag des 22. November 2005 in der Lobby des Kanzleramtes ihren Vorgänger Gerhard Schröder verabschiedete, blieb nur Thomas Steg zurück. Ein unglücklich wirkender Mann mit blankem Kopf und feuchten Augen. Man sah ihm seine innere Zerrissenheit als, als er schließlich zur neuen Kanzlerin in den Aufzug stieg und ihr das Büro zeigte.

"Wir versuchen es miteinander"

Er war ja, wie Merkel wenige Tage später zu ihm sagen würde, "der einzige mit Regierungserfahrung". Die SPD schlug ihn deshalb als Stellvertretenden Regierungssprecher vor. Und Merkel beschloss, "es miteinander zu versuchen".

Bis dahin hatte der gebürtige Braunschweiger 15 Jahre lang für Schröder gearbeitet. Erst in Hannover, seit 1998 in Bonn und Berlin. Er war Stellvertretender Büroleiter und mit seinem kongenialen Partner Reinhard Hesse zugleich Redenschreiber und SpinDoctor. Meist sah man die beiden spätnachts noch im Restaurant "Manzini" an der Ludwigkirchstraße oder im "Florian" am Savignyplatz über den Manuskripten brüten. Steg, Pfeife rauchend und Wein trinkend. Der früh verstorbene Hesse hinter Weißbier und Zigaretten. Als Schröders Regierungssprecher ging, rückte Steg zum Vize des neuen Sprechers Bela Anda auf.

Bei Journalisten galt der promovierte Sozialwissenschaftler und Psychologe schnell als der eigentliche Politik-Erklärer im Hause Schröder. Analytisch scharf und immer geschliffen wie ein facettiertes Weinglas kamen seine Antworten, wenn er nach der Frage erst einmal lange geschwiegen, an der Pfeife gesogen und dem Rauch nachgesonnen hatte. Steg war für Journalisten ein sichere Bank, ein perfekter Beobachter, ein großer "Formulator". Er hat das Talent, jede zarte Stimmung in Worte zu fassen.

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KOMMENTARE (10 von 11)
 
ganzbaf (11.07.2009, 10:58 Uhr)
Der ganze PR-Brimborium für Politiker...

sollte von staatswegen verboten sein.
107Summer (11.07.2009, 07:41 Uhr)
P.S. noch was
Da offensichtlich Berater heutzutage Wahlen entscheiden stellt sich die Frage auf: Wieso wählen wir überhaupt noch diese verlogenen Politiker? Wieso nicht gleich die Berater? Weil: Nur Original ist legal.
107Summer (11.07.2009, 07:37 Uhr)
Boah ej, voll krass!
Da geht also ein Top-Insider-Berater der Angela voll undercovermäßig ins Feindeslager über (mein geliebter Feind würde Merkel wohl sagen), um deren Schwächen James-Bond-mäßig voll auszunutzen, natürllich hat Merkel vorgesorgt und einen noch besseren Berater in Position gebracht. Pünktlich zur wahl wird dieser Berater seine Tarnung auffligen lassen und so den Schockmomment voll ausnutzen, um der (A)spd endgültig den Rest zu geben. Ich bin tief beeindruckt, James Bond auch!
arniston (11.07.2009, 06:56 Uhr)
spd ?
spd, diese partei ist in allem zur lachnummer verkommen.
man denke an hessen und den ,,sozialdemokrat,, schröder-lupenrein.(in 5.ehe mit villa in hannover)
dann münte und co. , wer hat eigentlich heute den vorsitz..?
angela lacht sich im keller schlapp
und macht mit westerwelle eine pulle schampus mach der anderen auf..
so ,,durchgeknallt,, wie die spd
da fällt mir nur rinderwahnsinn ein..
wie flasche leer....
klaus-dieter (11.07.2009, 04:27 Uhr)
@Heinerich
Sie haben vollkommen Recht mit Ihrer Aussage. Bin auch sofort dabei, wenn es zu Ihrem Internet Gedanken kommen sollte.
Beobachte zwar die BRD aus der Ferne, aergere mich aber immer wieder ueber unsere politische MISCHPOKE und ihre Entscheidungen.
Von meiner freiberuflichen Taetigkeit im Ausland, sieht unser Fiscus eh keinen Cent.
Ein gluecklicher Rentner gruesst.
Heinerich (11.07.2009, 03:03 Uhr)
Das ist doch alles durchschaubar
wenn eine große Koalition weiterhin am Ruder bleibt können sie schalten und walten wie bisher, unsere Steuergelder für sinnlose Projekte wie einen Quellekatalog verpulvern und marode Banken in denen sie im Aufsichtsrat sitzen retten, Alles auf Kosten der braven Steuerzahler. Was wir gebrachen ist eine Möglichkeit über Volksentscheide unsere Zukunft selber zu bestimmen. Aber das wird ja von DENEN rigiros abgeblockt, damit sie ihre Pfründe nicht verlieren.
Lasst uns per Internet abstimmen wie gross der Anteil der Bevölkerung ist die ihre Zukunft durch Volksentscheide selbst bestimmen wollen.
Aquarius_Jedermann (11.07.2009, 00:57 Uhr)
Vorbereitung der 2. großen Koalition.
Abgesehen davon, dass Steinmeier ein paar professionelle Leute gut gebrauchen kann, ist jetzt einfach klar, dass hier bereits die 2. große Koaltion vorbereitet wird. Denn eine andere Chance, wieder die Regierung zu stellen, besteht weder für die Union noch für die SPD. Bei jeder anderen Koaliton müssten sie Farbe bekennen, davor wollen sie sich selbst bewahren.
knilch_59 (11.07.2009, 00:49 Uhr)
Kein Weg aus der Glaubwürdigkeitskrise
.
Mal sehen, ob Herr Steg es schafft, das Dilemma der SPD zwischen realer Politik einerseits, Ansprüchen an sozialdemokratische Politik auf der anderen Seite, zwischen den handelnden Personen und dem Programm aufzulösen. Alle Umfragen zeigen es: von Steinbrück, Steinmeier oder gar Müntefering nimmt kein ehrlicher Mensch noch einen Kanten Brot an – und das soll / will Herr Steg ändern? Im sportlichen Sinne wünsche ich ihm dazu viel Glück – aber meine Stimme bekommt keine Partei, die an Hartz-IV oder der Rente mit 67 auch nur ein gutes Wort lässt!
FleurdeLis (10.07.2009, 23:31 Uhr)
Oh Stern...
warum habe ich das schon vor 2 Tagen im Spiegel gelesen??? Ihr wart auch schon schneller!
Silbador (10.07.2009, 23:02 Uhr)
Show must go on
nix anderes läuft hier.
Bürger = Wählvieh
Wahl vorbei - SUPER
Die Diktatur des Parlaments geht weiter.
Ob 1. oder 2. Liga ist doch nicht so wichtig, die Diäten stimmen bei allen - und die Pensionen sowieso.
Michel geh´ arbeiten und zahl ...
Getreu dem Motto (pfälzisch):
"Geh´schee schaffe, sei net faul,
zahl´ dei Steier, halt dei Maul"
Und wieder werden (4) Jahre vergehen,
und es wird nichts geschehen ...
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