Winter färbt Pole auf dem Mars schwarz

27. Januar 2013, 08:31 Uhr

So schön sieht die kalte Jahreszeit auf dem Mars aus: Nasa-Aufnahmen des Orbiters "Reconnaissance" zeigen bislang kaum bekannte Seiten des Winters auf dem eigentlich roten Planeten.

So schön sieht der Winter auf dem Mars aus. So sehr man sich bei der Suche nach Leben auf dem roten Planeten zu scheinbaren Parallelen zur Erde hinreißen lässt – die kalte Jahreszeit läuft in den Polarregionen des Mars doch etwas anders ab. mehr...

Das zeigen die NASA-Aufnahmen des Orbiters "Reconnaissance" vom Nordpol, die nun mit neuen Auswertungen in drei Berichten veröffentlicht wurden.

Der Nachbar der Erde verfügt über ein permanentes Eis an den Polen, welches wie auf der Erde weiß ist. Wenn es hier im Winter aber kälter wird, färbt sich der Boden dazu auch schwarz. Das liegt an einer etwa einen halben Meter dicken Kohlendioxidschicht, dreißig Prozent davon frieren dann nämlich auf der Oberfläche des Gestirns einfach fest. So sind diese Marsdünen im Winter bedeckt vom Trockeneis, wie wir es in künstlich hergestellter Form auch auf der Erde kennen.

Wenn es dann wieder wärmer wird, bricht die Eisdecke auf. In ihr bilden sich breite Risse, wie man es auf diesem Falschfarbenbild von "Reconnaissance" sehen kann. Das Kohlendioxid entweicht zurück in die Atmosphäre, reißt Gesteinspartikel durch die Eisdecke und destabilisiert die Hänge. Dieser Sand und Staub rutscht zum Fuß der Dünen hinunter oder wird direkt ein Spielball des extremen Windes; so lange, bis sämtliches CO2 wieder freigesetzt wurde.

Auch wenn bei dem Mars schnell Gedanken einer zukünftigen Erde aufkommen mögen – kalt, starr und leblos – zeigen diese Aufnahmen und die Arbeit von Marsrover "Curiosity" die Dynamik des roten Planeten und dass uns längst nicht alles über den nächsten Nachbarn bekannt ist. Schließen