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ALFA ROMEO GIULIA: 40 Jahre Matula-Express

Viertürige Alfas mit Sportlerherz haben Tradition, seit die Giulia 1962 auf die Straßen kam. Etliche Nachfolger wollten ihren Platz - bekommen hat ihn nur der aktuelle Alfa Romeo 156.

Das Jahr 1962 liegt schwer im Magen. In Norddeutschland brechen die Deiche. Der Holocaust-Organisator Adolf Eichmann wird hingerichtet. In Kuba messen Nikita Chrustschow und der schicke Ire John F. Kennedy ihre Kräfte und führen die Welt an den atomaren Abgrund. Zeit für eine kräftige Seelenmassage in automobiler Form. Das Land, das der motorisierten Welt so herrliche Worte wie Superleggera, Targa Florio und Ferrari beschert hat, schenkt uns am 27. Juni 1962 die benötigte Erleichterung: Alfa Romeo stellt im Mailänder Vorort Arese die Giulia vor.

Vier Türen, vier Zylinder

In den 60ern gab es eben noch keinen Porsche Cayenne für den frisch gebackenen Papi. Aber die Giulia: Vier Türen und ein Kofferraum für Kinder und Gewissen, Sportfahrwerk und 113 PS im Topmodell 1600 ti Super für den juckenden Gasfuß. Damit lief die Giulia 190 Klamotten und kredenzte dem grinsenden Fahrer eine »Überlegenheit, die man nur in Maßen ausnutzen darf, wenn man nicht die übrigen Verkehrsteilnehmer ängstigen will«, wie es in einem Stuttgarter Automagazin hieß.

Vorsprung durch Technik

Kantig und aufrecht war das Design des ersten Sprosses der viertürigen Alfa-Sportlimousinen. Trotzdem war sie mit einem Cw-Wert von 0,34 erstaunlich windschlüpfrig. Die Tropfenform eines 74er Citroen CX war dagegen Abfall. In Verbindung mit den fünf serienmäßigen Gängen spurtete die schnelle, leichte Italienerin so manchem schwergewichtigen Hubraumriesen locker davon. Das Konzept der Sportlimousine schlug am Markt voll ein. Lange bevor der erste GTI über die Straßen fegte, schöpfte die Giulia den Rahm der wohlhabenden Käuferschichten mit Hang zum Bleifuß ab.

Ablösung versäumt

In 16 Jahren verließen mehr als eine halbe Million Giulias die Fließbänder. Dabei musste sie sich einige optische Verschlimmbesserungen gefallen lassen. 1978 kam mit der Giulietta der erste ruhmlose Nachfolger. Alfa hatte sich zu lange auf den Lorbeeren ausgeruht; einfach verpennt, sich gegen 3er BMW und Golf GTI rechtzeitig zu wehren. Von hier an hielt nur noch einer die Fahne der viertürigen Alfas hoch: Josef Matula alias Claus Theo Gärtner, der in der ZDF-Reihe »Ein Fall für Zwei« zeigte, dass er im Grunde nur ein gezähmter Rennfahrer ist.

Matula

Ab 1981 jagte 'Matula' einen Alfa nach dem nächsten über die vorabendliche Krimipiste, während seine beleibten Kompagnons wie Günther Strack schwere BMWs chauffierten. Sogar den unsäglichen Alfa 75 nahm sich Claus Theo Gärtner zur Brust, und keiner weiß so recht, wie viel Geld er dafür bekommen hat. Erst die Teilnahme an der deutschen Tourenwagenmeisterschaft mit dem Alfa 155 brachte wieder Glamour in die Viertürer.

Wieder entdeckt

So richtig zu neuem Leben kam die Giulia mit dem bildschönen Alfa 156. Er, und nur er, ist der legitime Nachfolger. Seit 1997 kann Alfa wieder erfolgreich gegen die Konkurrenz aus Bayern und anderswo anstinken. 250 PS hat die Kraft-Version 156 GTA. Und keiner erinnert sich mehr an den buckligen 75, wenn er den Namen Alfa Romeo hört. Stattdessen blinken sechs blankpolierte Ansaugrohre im Hirn auf und lassen das höher schlagen, was auf jedem anständigen Motor steht: Cuore Sportivo. Ein Sportlerherz.

Christoph M. Schwarzer

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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