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Genfer Autosalon: Mobiles à la Carte

In Genf beginnt das Autojahr in Europa. Die interessantesten Modelle sind dieses Jahr nicht die PS-Boliden und Edelkarossen. Das Potenzial, die lahmende Autokonjunktur zu beleben, haben die Kleinwagen.

Von Gernot Kramper

Am 29. April 1905 wurde die erste schweizerische Automobil- und Fahrradaustellung in Genf eröffnet. Im Jahr 2005 kann der Genfer Autosalon nicht nur auf eine hundertjährige Geschichte zurückblicken, er hat sich auch als einer der bedeutendsten Leistungsshow der Autoindustrie etabliert. In Genf beginnt traditionell das europäische Autojahr, zwölf Tage lang ist der Ort am Lac Leman das Zentrum der automobilen Welt, wenn in Genf die Premieren und Studien im hellen Licht erstrahlen. In den letzten Jahren hat die Autoindustrie nicht nur Glanz erlebt, sondern musste sich mit einer Stagnation wichtiger Märkte abfinden. Mit einer gigantischen Anstrengung soll der Trend gebrochen und der Kunde zum Kauf verführt werden. Als Highlights werden dieses Jahr 70 Welt- und Europapremieren enthüllt. Vom Kleinwagen über Geländemonster bis hin zu Supersportwagen ist für jeden Geschmack und Geldbeutel das passende Modell dabei

Mut zur Avantgarde

Obwohl Fahrzeuge in noch nie da gewesener Differenzierung am Markt sind, hält sich das Gerücht, die Karosserien seien austauschbar geworden. Ein kleiner Blick auf Citroen - die Marke mit großer Vorvergangenheit und einer Gegenwart der Klein- und Kompaktklasse - und man muss den Mut zur automobilen Avantgarde, wie sie im C6 Gestalt angenommen hat, nachdrücklich bewundern. Das ist ein Wagen mit dem die Rückkehr in die Oberklasse gelingen sollte. Ein einziger eleganter Schwung - in seiner Linie schwingen die DS und CS im Geist mit. Chapeau, zumal das Peugeot 607-Pendant aus dem PSA-Konzern trotz erfolgtem Refresh wenig von jenem prickelnden Lebensgefühl mitbringt, das der Teutone den Parisern so gern unterstellt. Technisch muss sich Citroen auch nicht verstecken, gerade im letzten Jahr hat diese Marke - von der man es nicht wirklich erwartet hat - mit technischen Neuerungen deutliche Meilensteine setzten können. Ehrensache, dass auch der C6 mit dem Spurassistenten ausgerüstet ist. Das sinnige Feature kneift den Fahrer in den Hintern, sollte er aus Unachtsamkeit die Spur verlassen wollen. Weniger futuristisch aber knuddelig rollt der C1 daher, er ist der sparsame City-Hopper mit besonderem Niedlichkeitsbonus. Der C1 gehört zur Drillingsgeburt von Citroen, Peugeot (107) und Toyota (Aygo). Alle drei bauen auf der gleichen Basis auf, unterscheiden sich aber optisch. Gemeinsam ist ihnen, dass sie wohl gelungene Winzlinge mit hohem Sympathiefaktor geworden sind.

Flaches Reisen

Peugeot untermauert seinen Anspruch auf schöne Wagen mit dem Prologue Coupé. Würdiger Nachfolger des noch von Pinafarina designten Vorgängers, nun hat Peugeot die Kompetenz im eigenen Haus, den schon nicht eben langweilig aussehenden 407 optisch weiter zu verschärfen. Zwar kann der Neuling nicht mit der makellosen Eleganz des Vorgängers aufwarten, dafür macht er optisch sehr viel her. Ähnlich wie beim Basis 407 verlängern sich die Überhänge ins Unendliche, für den reinen Fahrspaß ist das eine problematische Entwicklung. Eher praktisch als atemberaubend ist der Peugeot 107. Daneben steht der aufregendere 1007 mit Schiebetüren. Es wird sich zeigen, ob der Kunde mehr den Knuffel 107 schätzt, oder den kantigen 1007.

Beim Vel Satis den Mut verloren

Renault präsentiert den neuen Laguna, optisch aufgefrischt und entschlackt wirkt er nun hochwertiger, kann aber eine gewisse Biederkeit nicht abstreifen, gewissermaßen der Opel Frankreichs. Als Studie stellt Renault einen City-Knuddel vor. Z17 heißt die Oberklassen-Vision eines kompakten Straßenhüpfers. Mit sehr großen Glasflächen werden drei Personen von ihm befördert. Richtig Rabatz verbreitet der Megane Trophy V6, der neue Renner im Eurocup.

SUV-Monster vom Spezialisten

Wirklich spannend ist der B9 Tribeca von Subaru. Lange Zeit sah es aus, als würden die asiatischen Allrad-Spezialisten ähnlich wie Audi den SUV und Geländewagen-Boom einfach aussitzen wollen. Der stramme Siebensitzer mit gemäßigten Geländeeigenschaften rückt die Verhältnisse wieder zurecht. Groß, massiv und protzig und dabei mit den Subaru-Besonderheiten ausgestattet. Auch für schmalere Ansprüche hat Subaru etwas in petto, nämlich den Kleinwagen R1. Auch ein kleiner Wagen mit großem Niedlichkeits-Effekt.

Wohlstandslook aus Wolfsburg

Bei VW geht es ums Ganze und ums Große. Der Start des neuen Golf verlief nicht so, wie man es sich in Wolfsburg gewünscht hätte und auch nicht so, wie es die Substanz des Wagens verdient hätte. Mit der Wiedergeburt des GTI, einer geglückten Werbekampagne und dem Debüt des Familien-Golfs, des Golf Plus, machte der Konzern im letzten Jahr Boden gut. Aber es handelte sich nur um Varianten und keine Neufahrzeuge. Der jetzt präsentierte Passat ist ungleich wichtiger, ist er doch auch preislich in Regionen angesiedelt, in denen sich das Autobauen wieder lohnt. Mit einem deutlichen Plus in den Maßen, Entlehnung in Technik und Optik beim Oberklassen-Modell Phaeton verrät der Passat den Hang nach Höheren. Bleibt zu hoffen, dass die Kundschaft die Wolfsburger Sucht nach "Premium" mitmacht. Optisch hätte dem Wagen ein längerer Radstand gut zu Gesicht gestanden. Wirklich aufregend ist die Small-SUV-Studie Yeti von Skoda. Endlich gelingt es der Marke einmal aus der verordneten Biederkeit auszubrechen. Farben, Dachstruktur, die Entwicklung der Dachträger aus der A-Säule - der Wagen zeigt wie viel Witz und Potenzial bei Skoda vorhanden ist. Bleibt nur zu hoffen, dass all die schönen Details sich auch in der Serie wieder finden.

Quattro Forever!

Audi feiert natürlich 25 Jahre Quattro rauf- und runter. Und zeigt den RS4, die offene Kampfansage an die Konkurrenz mit dem M im Namen. Mit dem Leistungsboliden geht der Kampf der Autogiganten aus Bayern in eine neue Runde. Audi verlässt den Weg der Leistungssteigerung durch Turbo-Puste und setzte wie die M-Schmiede von BMW auf Motoren im Hochdrehzahlbereich. Der 8000er ist keine Klippe mehr. Zugleich schärfen die Quattro-Ingenieure den ureigenen Allradantrieb weiter an. Gleichmäßige Antriebsverteilung mag technisch geboten sein, führt aber doch zu sterilen Fahrerlebnissen. Konsequenz: Audi gibt in Zukunft mehr Druck auf die Hinterachse, damit der begehrte Hüftschwung für Kurvenkratzer auch in Ingolfstadt zu haben ist. Umgekehrt hat BMW mit der 5er-Reihe erstmals eine Limousine auf Allrad getrimmt. Daneben lässt sich der A6 Avant bestaunen. Auf den Bahnbrecher der Business-Klasse 2004 wurde der schönste Avant aller Zeiten aufgesetzt. Mit noch breiterer Motorenpalette mag man es kaum bedauern, dass die Stauverhältnisse angesichts der Wagengröße keine Bestmarken verdienen.

Fahrspaß-Giganten aus München

BMW reicht mit dem 130i, den passenden Benziner zum Fahrgestell des kleinen BMW nach. Mit 258 PS wird der kleine Hai auch große Fische jagen können, die kleinen Vierzylinder-Benziner waren dagegen alles andere als ein Kaufgrund für den virilen 1er. Bei dessen Vorstellung wurde noch gerätselt, ob der 1er das Potenzial habe, den Anteil der 3er Reihe gewaltig anzuknabbern. Diese Spekulationen dürften sich angesichts der neuesten 3er-Generation erledigt haben. In Sachen Fahrspaß setzt der 3er die Maßstäbe, und wer nicht unbedingt auf Hängebauch-Taillierungen und Haifisch-Optik steht, wird auch mit dem kräftigen, reduzierten Design des 3ers zufrieden gestellt. Für große Jungs, für die es auch optisch gern ein Schlag mehr vom Guten sein darf, rollt BMW den M6 auf den Stand. Technisch in vielem dem M5 verwandt, macht er sich das M-Motto des mobilen Understatements nicht zu eigen. Im M6 kann man mit Leistung protzen, 507 PS und 520 Nm Drehmoment stellt der aus dem M5 bekannte V10 bereit. Nebenher wartet die optisch entschlackte 7er-Reihe auf Interessenten, die sich zuvor Bangle-Dekor vergrault worden sind. Obendrein locken neue Motoren in die Oberklasse aus München.

Der Widder rammt sich in den Markt

Eine Automarke mit Widderkopf? Diese Frage sollte man auf der Straße nicht stellen, das Symbol von Dodge ist weitgehend unbekannt. Dennoch plant der Widder die Rückkehr nach Europa mit einem wahren Leistungshammer. Die Dodge Viper STR 10 verfügt über 8,2 Liter Hubraum und lässt diesen ein Feuerwerk von 710 Nm und 510 PS entfachen. Die Studie Caliber weist dagegen in realistischere Richtungen. Nicht zu amerikanisch, mit kräftiger und kerniger Frontpartie, könnte der Wagen in Europa reüssieren.

Was tun die?

Bei Ford gibt es nicht wirklich viel Neues. Der Focus steht mit der ST-Variante auf dem Podium, der Volvo-Fünfzylinder liefert 220 PS. Der Galaxy bekommt als Modellpflege den 150 PS-Diesel implantiert, die richtigere Wahl für flottes und sparsames Fortkommen.

Der Chroma ist wieder da

Na und, möchte man sagen. Der kränkelnde Fiat-Konzern setzt auf das Mittelklasse Modell Croma, seinen Vorgängern im Bereich der gehobenen Fortbewegungsart war in Deutschland stets nur wenig Glück beschieden. Die Basis des Chroma stammt vom Opel Signum - auch ein Wagen, der nicht über ein Leben in der Nische hinausgewachsen ist. Schön ist die Karosserie allerdings geworden, aber ein Prickeln stellt sich nicht ein. Interessant wirkt auch der Fiat Stylo Uproad. Der italienische Geländemeister ist allerdings mehr für die Hügel um Rom herum konzipiert worden. Ein bisschen mehr Bodenfreiheit und peppige Optik müssen es tun, denn einen Allradantrieb gibt es nicht.

Schöner macht es keiner

Mehr "Oha"-Ausrufe wird Alfa, die schöne Tochter mit dem sportlichen Herzen ernten. Eben ist die zweite Generation des 147 in die Verkaufsräume gerollt, im Jahr 2005 stellt Alfa Romeo mit zwei Modellen seinen Anspruch unter Beweis, schöner als jeder andere das Blech falten zu können. Neben dem Nachfolger des 156, der sich 159 nennt, steht das Brea Coupé, mit Abstand der schönste Wagen aus Genf. Nicht nur im Gesamteindruck, auch in den Einzelheiten, wie den drei einzelnen Lichteinheiten, die Hauptscheinwerfer bilden. Ein Wagen der Maßstäbe setzt.

Wer barucht das?

Für General Motors stellt Cadillac den BLS vor. Für etwa 29.000 Euro soll der Wagen, der auf dem Saab 9 3 basiert, dem 3er-BMW und der C-Klasse im Jahr 2006 Paroli bieten. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass das nur in kleinen Stückzahlen gelingen wird, denn der Wagen wirkt wie eine Pralinenschachtel aus Las Vegas im Schlumpfformat. Der wuchtige Siebensitzer Escalade schafft wegen seines Kultstatus in den USA den Sprung über den Teich und wird nach Europa importiert. Sein sechs Liter V8-Motor schaufelt 345 PS heran. Am oberen Ende der Skala steigt der STR ein. Ein wuchtiger Grill, technische Finessen wie ein Head-Up-Display und Motoren von 255 bis 320 PS sollen Cadillac wieder interessant machen. Ganz neu ist der Miniwagen Chevrolet Matiz. Noch ein ungewohntes Bild, einen waschechten Daewoo unter dem Marke "Chevrolet" zu sehen, die Folgen der Markenverschmelzung im letzten Jahr müssen noch verdaut werden. Sein Motor gibt sich dann auch ganz unamerikanisch mit einem Literchen Hubraum zufrieden, das reicht für 64 PS. Und der Matiz soll sich eben mehr am hübschen Panoramadach als an Urgewalten unter der Haube erfreuen. Vom frischen Schwung der Designer von Giugiario beseelt ist der Kalos. Neben dem attraktiven Äußeren wird er Preise ins Feld führen, die Konkurrenz eines Polos erbeben lassen. Nicht von ungefähr legt Daewoo in Deutschland, dem kranken Mann an der Spree, mächtig bei den Marktanteilen zu. Der Saab 9-3 SportCombi ist optisch wohl gelungen. Hier untermauert Saab seinen Ruf, immer etwas andere Lösungen als die Konkurrenz zu präsentieren. Der Wagen ist - abgesehen von den Rückleuchten - schlicht makellos.

Im Zeichen des Zafiras

Für Opel rollt der stramme Astra OPC an die Rampe, weit wichtiger als das Geschoss mit 340 PS für die Marke ist das Debüt des neuen Zafira. Ob er sich erneut in der Minivan-Klasse durchsetzen wird, kann überlebenswichtig für die Rüsselsheimer sein. Eine spannende Lösung des Panoramadachs lassen hoffen. Leider ist das hübsche Dach ein Extra und ohne den Mittelkamm auf dem Dach wirkt der Wagen weit weniger spannend. Weniger hübsch auch, dass in den Details der gleiche unansehnliche Kunststoff wie im Vorgänger vorzufinden ist.

Honda hat es raus

Honda setzt auf innovative Technologien. Der neue Legend besitzt einen Allradantrieb, der die Kraft individuell auf jedes Rad verteilt. Verbesserung der Traktion wird nicht mehr durch Bremseingriff sondern durch gezieltes Beschleunigen der einzelnen Räder erreicht. Ein Konzept, das deutlich auf mehr Sportlichkeit und Fahrdynamik zielt. Daneben wird das sechssitzige Kommunikationsmodell FR-V mit dem 2.2i-CTDI Diesel vorgestellt (140 PS/340 Nm). Absoluter Hingucker ist die Studie eines Honda Civic. Mit diesem Modell zeigt Honda den Leuten und Opel, wie ein sportlicher Kompakter auszusehen hat. Viel Mut und handwerkliches Können gehört dazu. Der Wagen punktet mit Details wie den durchgehenden Lichtbändern vorne und hinten, den rhombenförmigen Türgriff-Vertiefungen und mit der dynamischen Entwicklung der Längslinien. Ein Fahrzeug, das man unbedingt fahren möchte.

Da geht doch noch etwas

Mercedes übt sich weiter darin, auch die kleinste Nische noch zu besetzen. Als B-Klasse folgt eine vergrößerte A-Klasse, genannt kompakter Sportstourer. Das überzeugende Raumkonzept der kleinen A-Klasse wird hier auf 4270 Millimeter Länge gestreckt, das Ergebnis sind Raumverhältnisse wie in der Oberklasse. Weiter vorgestellt werden die neuen Sechszylinder der C-Klasse. Ein Blick auf die neue M-Klasse wird gegönnt. Der CLK-Klasse bekommt eine sanfte Modellpflege. An der Daimler-Palette macht sich auch Brabus zu schaffen. Im Smart ForFour wurde der Vierzylinder auf 177 PS aufgebohrt, das reicht zum Hunderter-Sprint in 6,9 Sekunden. Für die prall gefüllte Geldkasse wurde auch der Maybach 57 angepasst, mit dem Brabus SV12-Biturbo Motor soll der Maybach-Dampfer Leistungen wie ein Sportwagen erbringen.

Der neue Häuptling ist da

Wirklich Neues zeigt Chrysler nicht. Im Mittelpunkt dürfte noch der 300 C Touring stehen, der um die betont sportliche SRT 8 Variante ergänzt wird. Der Riesenwal Voyager hat nun endlich auch in Europa das flexible "Stop&Go"-System an Bord, mit dem die dritte Reihe im Handumdrehen im Boden versenkt werden kann. Ebenfalls spannend das neue Modell des großen Häuptlings von Jeep. Der Grand Cherokee zeigt sich erstmals in Europa. Der Klassiker unter den Geländewagen wurde optisch gerundet, die Karosserie wurde noch größer. Seine Identität blieb aber erhalten, als Besonderheit kann man zwischen drei Allradsystemen wählen. Ebenfalls neu ist der 5,7-Liter-Heimi-V8 Motor, er leistet 330 PS und 502 Nm. Keine Messe ohne Hammer. In Genf haut der Hummer mal wieder auf den Putz. Vorgestellt wird der H3 eine Art Short-Version des H2. Der Motor wirkt geradezu kümmerlich. Ein 3,5-Liter Reihen-Fünfzylinder mit 220 PS macht dem Geländemacho Dampf. Für den mächtigen H2 gibt es eine Pick-Up Variante namens H2 SUT. Der Range Rover Sport sattelt auf der luftgefederten Basis des neuen Discovery auf, zudem gibt es das moderne Dynamic Response System. Zurzeit die eleganteste Art, ins Gelände zu rollen.

Allrad-Power

Nissan sorgt mit der Geländewagenstudie Zarroot für Aufsehen. Kantig, ohne B-Säule und mit Flügeltüren gehört er zu den großen Hinguckern in Genf. Daneben sichern der Navarra Pick-Cup, der neue Murano und der neu konzipierte Pathfinder Nissans Herrschaft im Reich der gebrauchfähigen Allradler. Vom Asphaltkracher 350 Z gibt es eine auf 300 PS gesteigerte Sonderedition, mit dem Namen eines Computerspiels. Mitsubishi stellt eine Cabrio-Studie des schnuckeligen Colt vor. Im Frühjahr 2006 soll das Stahldach-Cabrio in die Läden rollen. Schneller ist das Kraftei Colt Turbo zu bekommen. Ebenfalls noch in diesem Jahr wird der Verwandlungskünstler Grandis einen sparsamen Zwei-Liter-Diesel erhalten.

Roadster-Fieber

"Zoom-Zoom" heißt es bei Mazda. Hervorstechendes Ereignis der Neo-Roadster Mx 5 geht in die nächste Generation. Kräftiger und muskulöser zeigt sich der Neuling, bleibt aber im ganzen der Tradition seines Vorgängers verpflichtet. Der Mazda 6 MPS wird der schnellste jemals gebaute Serien-Mazda. Für die Familienväter stellt sich der Mazda-5 als großzügiger Van für sieben Personen vor.

Hybrid-Power

Lexus zeigt die neue IS-Generation, erstmals wird sie mit Heckantrieb ausgerüstet. Zum ersten Mal vor europäischem Publikum wird die Studie LF-A gezeigt, ein Supersportler mit V8- oder V10-Aggregat. Ebenfalls brandheiß ist der SUV RX400h. Mit Hybridantrieb kommt der Edel-SUV in 7,6 Sekunden von Null auf Hundert.

Aus der Schweiz

Typisch Schweiz und gerne für eine Überraschung gut ist Frank M. Rinderknecht. In diesem Jahr zeigt Rinspeed AG den "Senso", das mitfühlende Auto. Das emotionale Vehikel hat mit einer so genannten Smart Surface Technologie die Hand am Bio-Puls des Fahrers. Es fühlt, in welcher automobilen Verfassung der Pilot sich befindet und regiert entsprechend. Beruhigende Farben und Beleuchtung dämpfen wirken Aggressionen am Lenkrad entgegen. Weniger bescheiden gibt sich der schon bekannte Chopster, die Mutter aller Monster-SUVs. Da wurde dem Porsche Cayenne nicht nur das Dach weggeschnippelt, 600 PS unter der Haube sind für Tempo 290 gut.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.