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Sony Xperia Z3 im Test: Das beste Android-Smartphone des Jahres

Sonys neues Spitzen-Smartphone Xperia Z3 punktet mit schicker Optik, viel Rechenpower - und wasserdicht ist es auch noch. Was der neue Luxus-Androide alles kann, verrät unser Test.

Von Christoph Fröhlich

Das Xperia Z war seinerseits das erste Smartphone mit Fünf-Zoll-Display und Full-HD-Auflösung. Es war ein bemerkenswerter Schritt für den japanischen Elektronikhersteller, der bis dahin eher ein Nischendasein im Premium-Segment führte. Mit dem Xperia Z3 bringt Sony nun die mittlerweile vierte Generation seines Top-Smartphones auf den Markt - und das in gerade einmal knapp zwei Jahren. Ein neues Flaggschiff im Halbjahrestakt - kann das gut gehen? Wir haben das Xperia Z3 getestet und sagen, was es kann und ob sich der Umstieg für Besitzer des Vorgängermodells lohnt.

Edle Materialien und schicke Verarbeitung machen das Xperia Z3 zum Hingucker

Edle Materialien und schicke Verarbeitung machen das Xperia Z3 zum Hingucker

Optik und Verarbeitung

Das Design des Xperia Z3 ähnelt den Vorgängern frappierend: Auf der Vorder- und Rückseite dominieren Premium-Materialien wie Glas und Aluminium, die Ecken des Rahmens bestehen nun aber aus Kunststoff. Laut Sony soll so im Falle eines Sturzes das Risiko für ein gesprungenes Display minimiert werden. Ein positiver Nebeneffekt des neuen Rahmens: Durch den Verzicht auf harte Kanten liegt das Z3 deutlich besser in der Hand. Mit 7,3 Millimetern ist das Sony-Flaggschiff sehr dünn, das Gewicht ist mit 152 Gramm im Mittelfeld. Der Rahmen ober- und unterhalb des Displays hätte etwas dezenter ausfallen können, hier verschwendet Sony jede Menge Platz. Der SIM-Slot ist von der linken auf die rechte Seite gewandert. Nach wie vor hält Sony beim Xperia Z3 an dem runden Powerbutton und einen echten Kamera-Auslöser fest.

Eine Besonderheit: Das Xperia Z3 ist wasser- und staubdicht nach IP65- und IP-68-Zertifizierung. Das heißt im Klartext: Sofern alle Schutzklappen am Gerät verschlossen sind, kann das Handy Tauchgänge bis zu 30 Minuten in anderthalb Meter Wassertiefe ohne Schäden überstehen - Unterwasserfotos im Swimming-Pool steht somit nichts im Wege. Ein Mehrwert, den das iPhone 6 Plus nicht bietet.

Display

Während andere Hersteller wie Samsung oder LG extrem hochauflösende 2K-Displays verbauen, setzt Sony weiterhin auf einen 5,2-Zoll-Bildschirm mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten (Full HD). Damit ist die Pixeldichte auf dem Papier niedriger als bei der Konkurrenz.

Im Alltags-Check macht sich das aber nicht bemerkbar: Das Display ist extrem hell und lässt sich auch im direkten Sonnenlicht gut ablesen. Die Farben wirken natürlich und nicht so grell wie bei manchem Mitbewerber. Leichte Schwächen gibt es bei der Blickwinkelabhängigkeit: Schaut man von schräg oben oder unten auf das Display, wirkt die Darstellung etwas dunkler - vor allem bei großen Weißflächen ist das verwirrend. Dennoch: Das Xperia Z3 hat einen der besten Bildschirme, den man derzeit in einem Smartphone bekommen kann.

Software

Als Betriebssystem läuft auf dem Xperia Z3 die aktuelle Android-Version 4.4.4 Kitkat. Zudem hat Sony einige Apps vorinstalliert, die das Smartphone zum Multimedia-Talent machen. So verbessert die Walkman-App - Sonys Musik-Player - bei MP3s mit niedrigen Bitraten die Soundqualität. Allerdings steht die dafür erforderliche DSEE-HX-Technologie nicht in anderen Musik-Apps wie Google Play Music zur Verfügung. Mit herunterladbaren Designs kann die Nutzeroberfläche komplett angepasst werden, dann erstrahlt das Menü etwa im Ghostbusters- oder Spiderman-Look.

Performance und Akkulaufzeit

An Rechenpower mangelt es dem Xperia Z3 nicht: Der Vierkernprozessor (Snapdragon 801 mit 2,5 Ghz) und drei Gigabyte RAM sorgen für Bestnoten im Antutu-Benchmark: Das Xperia Z3 erreicht knapp 43.000 Punkte, damit übertrifft es selbst das Galaxy S5. Apps starten ohne merkliche Verzögerungen, auch aufwändige Games flutschen flüssig über den Bildschirm. Surfen kann man unterwegs mit bis zu 150 Mbit/s via LTE - sofern man den passenden Tarif hat.

Trotz des extrem hellen Displays macht das Xperia nicht so schnell schlapp. Erst nach knapp 12,5 Stunden Telefoniedauer geht dem Sony-Handy der Saft aus, bei mittlerer Helligkeit kann man etwa zehn Stunden surfen - ein echter Dauerläufer. Zudem gibt es einen Ultra-Stamina-Modus: Ist dieser aktiviert, werden sämtliche Internetverbindungen gekappt, der Homescreen wird auf eine Seite begrenzt und man erhält nur noch Zugriff auf wesentliche Funktionen wie die Telefon- oder SMS-App. Der Modus ist vor allem auf Reisen praktisch, wo man nicht auf mobiles Internet angewiesen ist. Der Akku ist fest verbaut und leider nicht wechselbar.

Der interne Speicherplatz des Xperia Z3 ist mit 16 GB recht knapp bemessen, allerdings kann man den Speicher via microSD-Karte erweitern. Die Nahfunktechnologie NFC ist auch an Bord.

Kamera

Der Kamerasensor hat wieder eine Auflösung von 20,7 Megapixeln. Im Vergleich zum Z2 wurde aber die ISO-Empfindlichkeit deutlich erhöht, was sich vor allem bei schlechten Lichtbedingungen bemerkbar macht. Überhaupt sind die Bilder extrem scharf, definitiv hat das Z3 eine der besten Smartphone-Kameras. Nur bei schwachen Lichtbedingungen stört das Bildrauschen ein wenig - dieses Problem haben aber die meisten Handykameras.

Überarbeitet wurde auch der 4K-Video-Modus: Beim Vorgänger brach dieser wegen Überhitzung nach spätestens fünf Minuten ab, nun hält das Telefon mehr als doppelt so lange durch. Das mag für Hobbyfilmer immer noch unbefriedigend sein, doch offenbar hat sich Sony des Problems angenommen. Möglich, dass kommende Software-Updates die Filmdauer weiter verbessern. Leider kann man im VIdeomodus den Fokus nicht manuell verändern.

Zudem gibt es einen Slow-Motion-Modus mit 120 Bildern pro Sekunde. Das iPhone 6 kann bereits Zeitlupenaufnahmen mit 240 Bildern pro Sekunde aufnehmen.

Die Kamera des Z3 hat einen 20,7-Megapixel-Sensor

Die Kamera des Z3 hat einen 20,7-Megapixel-Sensor

Fazit: Big in Japan

Schönes Gehäuse, Top-Performance, eine gute Kamera und ein tolles Display - das Xperia Z3 lässt keine Wünsche offen. Sony hat die Android-Oberfläche an den richtigen Stellen um tolle Multimedia-Funktionen ergänzt und dank einiger Stromsparfunktionen geht dem Handy auch nicht so schnell die Puste aus. Wer derzeit ein Top-Smartphone auf Android-Basis sucht, kann bedenkenlos zum Xperia Z3 greifen. Mit 649 Euro ist das Handy aber auch kein billiges Vergnügen.

Die Änderungen zum Vorgänger sind allerdings nur minimal, ein paar Gramm weniger und und eine bessere Kamera machen noch keine Smartphone-Revolution. Wer den Vorgänger besitzt, muss nicht unbedingt auf das neue Modell umsteigen.