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Apple-Notebook Macbook Air im Test: Zurück in die Zukunft

Viel Rechenpower und lange Akkulaufzeit: Der M1-Chip hebt das Macbook Air auf ein neues Level, öffnet jedoch neue Baustellen.


Viel Rechenpower und lange Akkulaufzeit: Der M1-Chip hebt das Macbook Air auf ein neues Level, öffnet jedoch neue Baustellen.
© Christoph Fröhlich/stern
Apple bewirbt das neue Macbook Air mit gigantischen Akkulaufzeiten und viel Rechenpower. Verantwortlich dafür ist der neue M1-Chip. Im Test bestätigen sich die Stärken, doch es zeigten sich kleine Ungereimtheiten.

Geschichte wiederholt sich. Zumindest in Cupertino, Kalifornien. Hier stellte Apple 1984 den ersten Macintosh vor, der mit Maussteuerung und grafischer Benutzeroberfläche unseren Umgang mit Rechnern nachhaltig veränderte. Mitte der 90er leitet der Konzern den ersten fundamentalen Wandel mit dem Wechsel von Motorola zu IBMs PowerPC-Architektur ein. 2005 kündigt man den Sprung auf Intel-Prozessoren an, die bis heute im Einsatz sind.

Innerhalb von zwei Jahren, erklärt Steve Jobs damals, soll jeder Mac über Intel-Chips verfügen. Damit die Transformation gelingt, ist Apple auf die Hilfe der Entwickler angewiesen. Jedes Programm muss angepasst werden, damit es zuverlässig auf den neuen Chips läuft. Ein Kraftakt, doch die Rechnung geht auf. Der Mac kommt in der breiten Masse an.

Nun läutet Apple-Chef Tim Cook die nächste Ära ein: Vergangene Woche stellte er - wieder in Cupertino, Kalifornien - die ersten Mac-Computer mit Chips aus eigener Entwicklung vor. Klingt nach einem Detail, ist jedoch in dreierlei Hinsicht bemerkenswert: Zum einen ist damit die Abkehr vom langjährigen Chip-Partner Intel besiegelt, zugleich werden die Rechner stärker mit Apples anderen Produkten verzahnt und zu guter Letzt bekommen sie einen deutlichen Performance-Zuwachs.

Zwei Jahre wird es dauern, bis jeder Mac mit den neuen Chips ausgestattet ist, so Cook. Und wieder müssen die Entwickler mit anpacken, damit dieser Schritt gelingen kann. Kommt Ihnen bekannt vor? Tatsächlich scheint der Wechsel vor 15 Jahren als Blaupause herzuhalten.

Einer der ersten Rechner mit dem neuen, M1 getauften Apple-Chip ist das Macbook Air. Es ist der populärste Rechner des Unternehmens. Ab Freitag steht die neue Version ab 1100 Euro im Handel. Was es kann und wie es sich im Alltag schlägt, verrät dieser Test.

Das Macbook Air mit M1-Chip sieht dem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich


Das Macbook Air mit M1-Chip sieht dem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich
© Christoph Fröhlich/stern

Zukunft ist Vergangenheit

Als ich den Karton öffne und das Macbook Air entnehme, habe ich zunächst nicht das Gefühl, die Zukunft des Mac in den Händen zu halten. Es besitzt noch immer das sich nach vorne hin verjüngende Gehäuse, welches an den stilprägenden Vorgänger erinnert, den Apple-Gründer Steve Jobs einst aus dem Manila-Briefumschlag zog. Der Bildschirm ist genauso groß, das Gewicht unverändert. Das kenne ich doch alles schon.

Genau dieses Gefühl möchte Apple erzeugen. Dieser Mac soll sich gerade nicht neu anfühlen, sondern vertraut. Innen mag alles auf den Kopf gestellt worden sein, von außen vermitteln dieser Rechner Konstanz. Ein neues Design einzuführen, nur der Neuheit willen, ist Apples Sache nicht.

Verbaut ist wieder die verbesserte Tastatur, die Apple als "Magic Keyboard" bezeichnet. Sie hat nicht mehr den harten Anschlag, den es bei früheren Modellen gab, stattdessen fühlt sich das Tippen weich und angenehm an. Vielschreiber werden dieser Rechner mögen.

Im Einschaltknopf oben rechts ist zudem ein Fingerabdruck-Scanner integriert, mit dem der Rechner bequem entsperrt wird. Die von den Pro-Modellen bekannte Touchbar gibt es nicht. In meinen Augen sogar ein Vorteil, ich bin bis heute kein Freund der Wischleiste. Zu häufig starte ich versehentlich Siri & Co. Das Macbook Air hat in meinen Augen die beste Laptop-Tastatur.

Auf der Tastatur kann man hervorragend tippen.


Auf der Tastatur kann man hervorragend tippen.
© Christoph Fröhlich/stern

Der Mac wird ein bisschen iPhone

Das große Novum dieser Laptop-Generation ist der bereits erwähnte M1-Chip. Der verbindet in einem System unter anderem Prozessor, Grafikchip und mehrere Unterteile wie etwa die für Künstliche Intelligenzen optimierte Neural Engine.

Der M1-Chip basiert auf derselben Plattform, die bereits iPhones und iPads antreiben. Dadurch sind Macs nun auch in der Lage, Millionen von Apps auszuführen, die für Apple-Smartphones und -Tablets entwickelt wurden. Das hat Vor-, aber auch Nachteile. Dazu später mehr.

Weil Apple den Chip selbst entwickelt hat, kann der Konzern Hard- und Software noch besser aufeinander abstimmen. Dadurch sind Anwendungen performanter, zudem hält der Akku wesentlich länger durch. Ein netter Nebeneffekt: Die Computer wachen so schnell aus dem Stand-by auf, wie man es von den iPhones und iPads gewohnt ist. 

Das markante keilförmige Gehäuse kommt wieder zum Einsatz. Im Gehäuse stecken zwei Thunderbolt-Anschlüsse, an die auch USB-C-Zubehör angeschlossen werden kann.


Das markante keilförmige Gehäuse kommt wieder zum Einsatz. Im Gehäuse stecken zwei Thunderbolt-Anschlüsse, an die auch USB-C-Zubehör angeschlossen werden kann.
© Christoph Fröhlich/stern

So schnell ist der M1-Chip

Um herauszufinden, zu was der M1-Chip in der Lage ist, habe ich zunächst ein Benchmark-Tool durchlaufen lassen. Das sind spezialisierte Programme zur Ermittlung der Leistungsfähigkeit. Sie durchlaufen jedesmal dieselbe Prozedur und eignen sich daher am besten, um unterschiedliche Computer-Modelle miteinander zu vergleichen. Die Ergebnisse der Vergleichs-Rechner stammen aus der Datenbank des genutzten Testprogramms Geekbench 5:

Gerät

Single-Core

Multi-Core

Macbook Air (M1)

1662

7171

iMac Pro (Late 2017, 3.0 GHz)

1125

9427

iMac 27 Zoll (Mid 2020, i9)

1251

9018

Macbook Pro 16 Zoll (Late 2019, 2,4 GHz)

1095

6871

Macbook Air (Early 2020, i7)

1137

3067

Im Single-Core-Test ist das neue Macbook Air überragend. Mit 1662 Punkten erzielt es fast 50 Prozent mehr Leistung als das am besten ausgestattete Macbook Air vom Anfang des Jahres. Selbst die Top-Ausstattung des iMac lässt der M1-Chip hinter sich. Beeindruckend.

Im Multi-Core-Betrieb, also wenn mehrere Rechenkerne parallel arbeiten, haben die großen Rechner zwar die Nase vorn, im direkten Vergleich mit dem Frühjahres-Modell des Macbook Air erzielt der M1-Chip aber auch hier mehr als doppelt so viele Punkte.

In "Dota 2" erreicht das Macbook Air stets 60 bis 70 FPS, bei viel Action kracht die Bildrate aber gelegentlich auf 30 ein. Für Hardcore-Gamer, bei denen es auf Sekundenbruchteile ankommt, ist das Macbook Air daher immer noch keine Empfehlung.


In "Dota 2" erreicht das Macbook Air stets 60 bis 70 FPS, bei viel Action kracht die Bildrate aber gelegentlich auf 30 ein. Für Hardcore-Gamer, bei denen es auf Sekundenbruchteile ankommt, ist das Macbook Air daher immer noch keine Empfehlung.
© Christoph Fröhlich/stern

Und so fühlt sich das im Alltag an

Um herauszufinden, wie groß der Unterschied im Alltag ist, habe ich das Macbook Air mit M1-Chip gegen mein Macbook Pro 13 Zoll aus dem Jahr 2018 antreten lassen. Das ist nicht mehr das neueste Modell, aber schneller als das bislang beste Macbook Air. Auf beiden Systemen ist das neueste Betriebssystem macOS Big Sur 11.0.1 installiert. Beide Geräte haben 8 Gigabyte Arbeitsspeicher.

Bei Browser, E-Mails, Textverarbeitung und Co. spüre ich keinen nennenswerten Unterschied. Ebenso bei Spielen: Apple-Arcade-Games laufen auf beiden Modellen problemlos, das via Steam gestartete Online-Spiel "Dota 2" bringt bei viel Action beide Rechner an ihre Grenzen.

Spürbar ist der Unterschied bei Kreativ-Software. Adobe Lightroom arbeitet wahnsinnig schnell. Ein 25 MB großes RAW-Bild in Photoshop zu öffnen, dauert auf dem alten Mac 10,4 Sekunden. Auf dem neuen sind es 6,4. Ein kleiner Unterschied, doch wer täglich Hunderte Bilder bearbeitet, schätzt den Geschwindigkeitsvorteil.

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Erstaunlich ist der Unterschied beim Rendern eines Videos: Mit iMovie habe ich ein siebeneinhalb Minuten langes Video mit allerlei Effekten versehen und in der höchstmöglichen Qualität in 4K-Auflösung exportiert. Das Macbook Air benötigt 3:53 Minuten, bis das 33,7 Gigabyte große Video auf der Festplatte ist. Und weil das Modell ohne Lüfter auskommt, bleibt es dabei mucksmäuschenstill.

Das Macbook Pro (2018) benötigt für die gleiche Aufgabe 9:47 Minuten, also mehr als doppelt so lang - und schnauft dabei, als würde es jeden Moment Richtung Mars abheben. Der Lüfter arbeitet minutenlang am Anschlag. Zudem wird das Macbook Pro spürbar warm, der Akku regelrecht leergesaugt.

Das Macbook Air dagegen? Handwarm, ohne Lüfter wohlgemerkt. Ich kann das kaum glauben, also exportiere ich den Film nochmal. Und nochmal. Doch selbst nach dem Rendern von 90 Gigabyte 4K-Filmmaterial ist das Macbook Air nur minimal warm. Ich exportiere noch ein Video, starte parallel die DJ-Software DJay AI, die Bildbearbeitung Darkroom, den Browser und chatte nebenbei via Microsoft Teams, doch selbst das bringt das Air nicht zum Glühen. Gut möglich, dass das Air mit enorm aufwendigen 3D-Programmen an seine Grenze gebracht werden kann. Mit Alltags-Software gelingt einem das nicht.

Der Akku hält lange durch


Der Akku hält lange durch
© Christoph Fröhlich/stern

Akku: So lange hält das Macbook Air durch

Apple bewirbt das Macbook Air mit bis zu 18 Stunden Batterielaufzeit - das entspricht einem Plus von sechs Stunden beziehungsweise 50 Prozent im Vergleich zum Vorgängermodell. Aber der unscheinbare Zusatz "bis zu" ist in der Regel wörtlich zu nehmen, bezieht sich dieser doch meist auf wenige spezielle Prozesse, etwa das endlose Abspielen von Videos in einer App. Nur: Wer schaut sich 18 Stunden am Stück Videos an? Sicher, in Zeiten, in denen uns die Kanzlerin eindringlich bittet, zuhause zu bleiben, ist das nicht die schlechteste Idee. Aber es ist nicht die Norm.

Für den Alltags-Test habe ich deshalb das Macbook Air mit M1-Chip eine Reihe von Aufgaben abarbeiten lassen. Zunächst ließ ich es gemütlich angehen und habe Netflix im Safari-Browser abgespielt (eine App gibt es leider nicht - warum eigentlich?). Als ich nach 90 Minuten Dauerwiedergabe - mittlere Helligkeit, Ton auf halber Lautstärke - nachschaute, wie sich der Akku schlägt, traute ich meinen Augen kaum: "Batterie: 94 Prozent". Oje, das wird ein Weilchen dauern …

Nach 4:20 Stunden brach ich den Netflix-Test schließlich ab, der Akkustand war zu diesem Zeitpunkt bei 80 Prozent. Die 18 Stunden Videowiedergabe scheinen jedenfalls tatsächlich machbar zu sein. Chapeau. Um den Akku mehr zu beanspruchen, führte ich Videotelefonate via Microsoft Teams, importierte und bearbeitete Dutzende RAW-Bilder mit Adobe Lightroom und Photoshop, installierte eine Vielzahl von Programmen, exportierte die oben genannten 120 Gigabyte an 4K-Videos und schrieb diesen Text. Nach 9:18 Stunden Dauerbeanspruchung wurde der Bildschirm schließlich schwarz. Ein sehr guter Wert, bedenkt man, wie stark Games und Videorendering normalerweise den Akku belasten.

Die Bildbearbeitungs-Software Affinity Photo läuft ohne Probleme auf dem Macbook Air mit M1-Chip.


Die Bildbearbeitungs-Software Affinity Photo läuft ohne Probleme auf dem Macbook Air mit M1-Chip.
© Christoph Fröhlich/stern

Kompatibilität: Hier ist Geduld gefragt

Der M1 bringt das Macbook Air in puncto Rechenpower und Akkulaufzeit auf ein neues Level.Doch wie das bei Revolutionen so ist: Jede neue Welt bringt neue Probleme. Bei den Macs mit M1-Chip betrifft dies die Kompatibilität.

Seine hauseigenen Programme wie iMovie, Safari, Pages oder GarageBand hat Apple bereits auf die neue Prozessor-Technik umgestellt. Doch damit alles optimal läuft, müssen auch Drittanbieter ihre Programme auf die neue Plattform bringen. Und hier beginnen die Herausforderungen.

Nur wenige iPhone- und iPad-Apps gibt es derzeit als Pendant im Mac App Store. Wer etwa Netflix schauen will, kommt um den Browser bislang nicht herum. Dabei hätte eine App viele Vorteile, etwa einen Offline-Download. Einige bekannte Programme werden zeitnah zur Verfügung stehen, erklärt Apple: Adobe Lightroom ist bereits verfügbar, Photoshop soll Anfang 2021 folgen. Angepasste Versionen der professionellen Videoschnitt- und Farbkorrektur-Software DaVinci Resolve sowie des Animations-Programmes Cinema 4D wurden bei der Präsentation ebenfalls angekündigt.

Damit man so lange nicht warten muss und bestehende Programme dennoch nutzen kann, hat Apple eine Emulations-Software namens "Rosetta 2" entwickelt, die unbemerkt im Hintergrund ihren Dienst verrichtet. So können Programme gestartet werden, die noch nicht für den neuen M1-Chip angepasst worden.

Die Layout-Software Affinity Publisher läuft ohne Probleme auf dem Macbook Air mit M1-Chip.


... ebenso die Layout-Software Affinity Publisher
© Christoph Fröhlich/stern

Das funktioniert in der Regel ohne nennenswerten Leistungsverlust. Für diesen Test habe ich unter anderem die Videodienste Zoom und Microsoft Teams verwendet, den Mediaplayer VLC, den Google Photos Backup-Dienst, das Office-Äquivalent Open Office (welches auf Macs eigentlich nicht empfehlenswert ist), die beiden Browser Chrome und Firefox und den Whatsapp-Client. Probleme habe ich nirgendwo entdeckt. Das Arbeiten mit diesen Tools fühlte sich an wie unter meinem Intel-Mac.

Lediglich bei Adobe Photoshop entdecke ich einen kuriosen Fehler mit dem neuen "Himmel austauschen"-Werkzeug. Dieses funktioniert auf meinem Intel-Mac wunderbar, auf dem Macbook Air dagegen nur mit laaaangen Ladezeiten. Da der Rest des Programms ohne nennenswerte Zwischenfälle läuft, dürfte dies ein einfach zu behebendes Problem sein.

In meiner Steam-Suite funktionieren "Dota 2", "Cities Skyline", "Civilization VI" und "Dota Underlords", lediglich das Open-GL-Spiel "Counter Strike Global Offensive" hängt sich nach dem Start auf. Doch die Zahl der Gamer*innen, die Uralt-Games auf ihrem neuen Macbook spielen wollen, dürfte sich wohl an einer Hand abzählen lassen.

Eine Windows-Installation habe ich selbst nicht ausprobiert, das scheint jedoch auch nicht ohne Weiteres möglich zu sein. Einige fragen sich nun, wer sich Windows auf einen Mac installiert. Wahrscheinlich mehr Nutzer*innen, als Sie denken, vor allem im Business-Segment, wo das Macbook Air aufgrund des Preises einer der populärsten Rechner ist. Das auf Windows-Installationen spezialisierte Unternehmen Parallels hat jedoch in einem Blogeintrag bestätigt, dass eine Version mit nativem Support für macOS 11 Big Sur und für den M1-Chip bereits in den Startlöchern steht.

Meine Erfahrung sagt mir, dass bei den Programmen Geduld gefragt sein wird. Die großen Anbieter werden ihre Anwendungen vergleichsweise schnell überarbeiten, dafür sorgt allein, dass Apple den neuen Chip in die populärsten Notebooks gepackt hat. Die kleineren Entwicklerstudios werden etwas länger benötigen, und einige wenige Programme werden unbenutzbar bleiben. Dank Rosetta dürften die meisten Nutzer den Umstieg auf die neue Plattform gar nicht bemerken - was ein gutes Zeichen ist.

Ach, die Webcam ...

Manches bleibt leider beim Alten. Etwa die eingebaute Webcam, die mit ihrer 720p-Auflösung nicht mehr zeitgemäß ist. Zwar hat Apple Software-seitig nachjustiert, die Ergebnisse sind jedoch überschaubar. Tagsüber gibt es kaum Unterschiede, wenn ich meinen Kolleg*innen Glauben schenke. Im schummrigen und dunklen Licht ist das Ergebnis ehrlich gesagt nicht wirklich besser. Aber sehen Sie selbst: 

Apple-Notebook: Macbook Air im Test: Zurück in die Zukunft
Apple-Notebook: Macbook Air im Test: Zurück in die Zukunft

Auch der Bildschirmrahmen um das Display ist nicht sehr modern, hier sind viele Konkurrenten weiter. Doch vermutlich folgt Apple dem  Zyklus der letzten großen Architekturänderung. Damals, als Apple von PowerPC zu Intel wechselte, sahen die ersten Laptops und Desktop-Computer mit den neuen Chips fast identisch mit den vorherigen aus. Es folgten daraufhin neuere, schlankere Modelle, die von den Fähigkeiten der Intel-Chips profitierten: 2007 kam der iMac aus Aluminium, 2008 das Unibody Macbook Pro und das ultradünne MacBook Air, 2010 schließlich der abgespeckte Mac mini.

Fazit: Vielversprecher Start

Der Auftakt ist gelungen: Der M1-Chip sorgt im neuen Macbook Air für spürbar längere Laufzeiten und mehr Performance. Akkulaufzeiten zwischen neun und 18 Stunden dürften im Berufsalltag die Frage nach der nächsten Steckdose obsolet machen. Und der Prozessor ist endlich so schnell, dass man auch auf dem Macbook Air - welches bislang wirklich nicht für überbordende Leistung bekannt war - problemlos Filme rendern oder große RAW-Bilder bearbeiten kann. Und das bei einem Preis um 1100 Euro. Für die meisten Menschen dürfte es kaum noch Gründe geben, zum performanteren (und teureren) Macbook Pro zu greifen.

Einige Programme müssen noch angepasst und viele für die neue Plattform optimiert werden. Das wird dauern, Apple spricht nicht umsonst von einer zweijährigen Transformationszeit. Wer hauptsächlich mit Apple-Software, browser-basiert oder lediglich wenig komplexen Anwendungen wie Textverarbeitung, Kollaborations-Software wie Teams oder Outlook arbeitet, kann schon jetzt bedenkenlos auf die neue Mac-Generation umsteigen. Wer auf Windows als Zweit-Betriebssystem oder spezielle Anwendungen angewiesen, sollte besser an der Seitenlinie verharren und das Treiben beobachten. 

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