Kultur
Sasha Waltz tanzt wieder im Radialsystem

Premiere des neuen Stücks mit Sasha Waltz ist am 10. März. Foto: Jens Kalaene/dpa
Premiere des neuen Stücks mit Sasha Waltz ist am 10. März. Foto
© Jens Kalaene/dpa
Improvisierte Tänze, keine Kulisse: Sasha Waltz steht ab März erstmals seit langem im Radialsystem als Tänzerin auf der Bühne. Sie ist nicht die einzige Prominente, die zu sehen sein wird.

Die Tänzerin und Choreographin Sasha Waltz ist zum ersten Mal seit 18 Jahren wieder fester Teil eines ihrer Stücke im Berliner Radialsystem. "Ich hatte mir vorgenommen, dass ich, wenn ich 60 bin, wieder anfangen möchte. Das habe ich jetzt auch geschafft", sagte die 62-Jährige bei einer Pressekonferenz in dem ehemaligen Pumpwerk an der Spree. Waltz wird bei dem Stück "for the time being" ab 10. März zu sehen sein. 

Tänze ohne Bühnenbild

"Ich habe es mir eigentlich fast in jedem Stück vorgenommen, doch irgendwie mitzutanzen", sagte Waltz weiter. Nun hat es geklappt. In "for the time being" geht es um kollektives Erleben von Momenten. Die Tänze seien improvisiert, es gebe kein Bühnenbild, da es um die Körper und das Erleben im Augenblick gehe, sagte Waltz. Sie steht gemeinsam mit etwa sechs weiteren Tänzerinnen und Tänzern auf der Bühne.

Das Publikum sitzt um die Tanzfläche herum. Die Bewegungen oder Geräusche der Zuschauer könnten in den Tanz und die Musik von Komponist Diego Noguera aufgenommen werden, hieß es. Auf der Radialsystem-Internetseite werden die Gäste gebeten, vor Betreten des Raumes die Schuhe auszuziehen und keine Mobiltelefone mitzunehmen. 

Waltz, gebürtige Karlsruherin, lebt und arbeitet in Berlin. Ihr Tanzensemble Sasha Waltz & Guests gilt als eine der wichtigsten Institutionen für zeitgenössischen Tanz. 

Nach Gefängnis: Maria Kalesnikava wieder auf Bühne 

Das Comeback von Sasha Waltz ist aber nicht der einzige große Auftritt im Radialsystem in den kommenden Wochen: Am 9. April wird die belarussische Bürgerrechtlerin Maria Kalesnikava erstmals nach ihrem über fünfjährigen Gefängnisaufenthalt wieder auf einer Bühne stehen. Über ihren Auftritt im Stück "#freemaria" verriet die 43-jährige Musikerin im Radialsystem, sie werde Flöte spielen und außerdem "viel über Freiheit sprechen".

Als politische Gefangene war Kalesnikava in Belarus knapp fünfeinhalb Jahre inhaftiert. Mehr als zwei Jahre befand sie sich in Isolationshaft, in der sie eigenen Angaben nach keinen Kontakt zu Angehörigen hatte. Durch Druck der USA kam sie gemeinsam mit 120 anderen Gefangenen im Dezember frei. Sie lebt jetzt im Exil in Berlin. Mit "#freemaria" hatten Menschen für die Freilassung von Kalesnikava gekämpft.

dpa