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Pläne für private Söldnerarmee Zwei Ex-Bundeswehrsoldaten wegen Terrorverdachts festgenommen

Bundeswehrsoldaten der Eliteeinheit
Bundeswehrsoldaten der Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) trainieren einen Häuserkampf
© Kay Nietfeld / DPA
Zwei ehemalige Bundeswehrsoldaten sind von der Bundesanwaltschaft festgenommen worden. Die Männer sollen Pläne für eine private Söldnerarmee im Jemen geschmiedet haben.

Ein Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof hat die Haftbefehle gegen zwei ehemalige Soldaten der Bundeswehr unter Terrorverdacht in Vollzug gesetzt. Dies teilte die Bundesanwaltschaft am Nachmittag in Karlsruhe mit. Die am Morgen festgenommenen Männer sollen der Behörde zufolge geplant haben, eine illegale Söldnertruppe zum Kriegseinsatz im Jemen zu bilden. Diese 100 bis 150 Mann starke Gruppe wollten sie demnach unter einem humanitären Deckmantel der Regierung von Saudi-Arabien für illegale Spezialmissionen im Jemen anbieten. Dort kämpft Saudi-Arabien seit Jahren gegen den Einfluss der sogenannten Huthi-Rebellen, die wiederum von Iran unterstützt werden.

Laut Bundesanwaltschaft wurden Arend-Adolf G. und Achim A. am Mittwochmorgen von Beamten des Bundeskriminalamts (BKA) im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und in München festgenommen. Zugleich wurden die Wohnungen der Beschuldigten sowie vier weitere Wohnungen in Bayern und Baden-Württemberg durchsucht. Zuerst hatte der "Spiegel" berichtet.

Vorwurf: Verabredung zum Mord und Geiselnahme

Die Vorwürfe gegen die beiden Ex-Bundeswehrsoldaten sind umfangreich und gravierend. Die Bundesanwaltschaft beschuldigt G. und A. der Verabredung zu Mord und Geiselnahme. Zudem wirft sie den beiden Männern Pläne für Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Es steht auch der Verdacht im Raum, dass sie eine terroristische Vereinigung gründen wollten und für einen fremden Wehrdienst warben.

"Primäre Triebfeder zu diesem Vorhaben war bei den beiden Beschuldigten die Aussicht auf einen angestrebten monatlichen Söldnerlohn von rund 40.000 Euro für jedes Mitglied der Einheit", hieß es in der Mitteilung der Bundesanwaltschaft. Die Männer hofften demnach darauf, dass "Dritte, vorzugsweise Saudi-Arabien", für die Finanzierung sorgen würden. Einer von ihnen habe "hartnäckig" versucht, mit der saudiarabischen Regierung Kontakt aufzunehmen, jedoch ohne Erfolg.

Die beschuldigten Männer hätten vorgehabt, mit ihrer paramilitärischen Truppe das Bürgerkriegsgebiet zu "befrieden" und Friedensverhandlungen zwischen den Huthi-Rebellen und der jemenitischen Regierung zu erzwingen, führte die Karlsruher Ermittlungsbehörde weiter aus. Den beiden sei bewusst gewesen, dass dabei auch "Tötungshandlungen" ausgeführt werden müssten. "Zudem rechneten sie damit, dass im Zusammenhang mit Kampfhandlungen auch Zivilisten getötet und verletzt werden würden."

Über den Einsatz im Jemen hinaus sollen die Männer geplant haben, ihre Söldnertruppe weiter "als sogenanntes privates Militärunternehmen zu betreiben". Die Kampfgruppe sollte demnach auch für Einsätze in anderen Konflikten zur Verfügung zu stehen. Einer der beiden Beschuldigten war laut Bundesanwaltschaft für die Anwerbung und Rekrutierung der Söldner zuständig. Er habe dazu bereits mit mindestens sieben Menschen Kontakt aufgenommen. Die Söldnertruppe sollte den Ermittlern zufolge vor allem aus ehemaligen Angehörigen der Bundeswehr oder früheren Polizisten bestehen.

les AFP

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