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Antrittsbesuch: Gordon trifft George

Der neue britische Premier ist zu einem Antrittsbesuch bei US-Präsident Bush gereist. Dort will Brown die "historische Partnerschaft" zwischen beiden Ländern festigen - und über die weltweiten Krisenherde und den Klimaschutz sprechen.

Der britische Premierminister Gordon Brown ist am Sonntagabend (Ortszeit) zu einem mehrtägigen Besuch in den USA eingetroffen. Brown wurde von US-Präsident George W. Bush in Camp David empfangen. Im Anschluss an ein erstes Gespräch war ein Abendessen vorgesehen. Die zentralen Themen des zweitägigen Treffens sind nach Angaben des Weißen Hauses die Lage im Irak, in Afghanistan und im Nahen Osten sowie der Atomkonflikt mit dem Iran und die Krise in der westsudanesischen Region Darfur. Auch der Klimaschutz soll zur Sprache kommen.

Beziehungen sollen verbessert werden

Er wolle die Reise dazu nutzen, die für Großbritannien ohnehin "wichtigste bilaterale Beziehung" zu stärken, erklärte der Regierungschef kurz vor seinem Abflug in London. Es sei eine Beziehung, die sich auf die gemeinsamen Werte der Freiheit und der Würde des Einzelnen gründe. Brown wies Spekulationen zurück, wonach sie die amerikanisch-britischen Beziehungen nach dem Rücktritt seines Vorgängers Tony Blair abkühlen könnten.

Brown betonte nach einem Bericht des Fernsehsenders BBC auf seinem Flug nach Washington die herausragende Bedeutung der "historischen Partnerschaft" zwischen beiden Ländern. Er sei immer ein Atlantiker und großer Bewunderer des amerikanischen Unternehmergeistes gewesen, sagte Brown demnach. Blair war wegen seiner Nähe zu Bush in die Kritik geraten.

Welt steht in der Schuld der USA

Die USA und Großbritannien wollten den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, vor allem dem globalen Terrorismus, gemeinsam begegnen. Die Welt stehe in der Schuld der Vereinigten Staaten, weil diese die Führerschaft im Kampf gegen den Terrorismus übernommen habe, sagte Brown mitreisenden Journalisten.

Für den Montag planen Bush und Brown eine gemeinsame Pressekonferenz in Camp David. Am Nachmittag stehen Gespräche des britischen Premiers mit Senatoren und Abgeordneten des US-Kongresses in Washington auf dem Programm. Nach den Gesprächen mit Bush wird Brown am Mittwoch auch eine Rede vor den Vereinten Nationen in New York halten.

Treffen in Camp David

An den Gesprächen am Montag sollen auch US-Außenministerin Condoleezza Rice und der britische Außenminister David Milliband teilnehmen. Großbritannien ist für Washington der wichtigste europäische Partner im weltweiten Kampf gegen den Terrorismus. Auch im Irak befinden sich mehrere tausend britischer Soldaten. Die britische Regierung wies am Sonntag einen Bericht der "Sunday Times" zurück, wonach Brown in Washington einen Plan zur weiteren Truppenreduzierung vorlegen wolle.

DPA/AP / AP / DPA