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Diktator von Nordkorea: Spekulationen über Zustand von Kim Jong Un – US-Medien verbreiten unbestätigte Todesnachricht

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sei nach einer Operation gestorben oder befinde sich auf dem Totenbett, melden US-Medien. Allerdings gibt es bislang keine offizielle Bestätigung.

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Meldungen mehrerer US-Medien über den Tod Kim Jong Uns haben die Spekulationen über dessen Gesundheitszustand weiter angeheizt.

"Kim Jong Un Berichten zufolge tot" titelte das Onlinemagazin TMZ aus Los Angeles um 10.33 Uhr Ortszeit (19.33 Uhr MESZ). Das eigentlich auf Promi-Nachrichten spezialisierte Portal berief sich in seiner Meldung auf eine nicht näher genannte ranghohe Mitarbeiterin eines chinesischen Nachrichtensenders, die gleichzeitig die Nichte des chinesischen Außenministers Wang Yi sei.

Wie geht es Kim Jong Un?

Die Frau habe in dem sozialen Netzwerk Weibo an ihre rund 15 Millionen Follower verbreitet, dass der Diktator verstorben sei und berief sich sich laut TMZ ihrerseits auf eine "sehr verlässliche Quelle". Andererseits zitierte das Promimagazin auch ein nicht näher genanntes Magazin aus Japan, wonach sich Kim in "einem vegetativen Zustand" befinde.

Andere US-Medien übernahmen die Berichterstattung von TMZ und lösten so in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter Tausende Reaktionen aus – ungeachtet der Tatsache, dass es bisher keinerlei offizielle Bestätigung des Todes des vermutlich 36-jährigen "Obersten Führers" von Nordkorea gab. 

Weder die von der Regierung des stalinistischen Landes gelenkte zentrale Nachrichtenagentur KCNA noch der ebenfalls von der Führung gesteuerte Auslandsrundfunk Stimme Koreas berichteten über den anegblichen Tod Kim Jong Uns. Die jüngste offizielle Meldung datiert vom 22. April und meldet das Versenden einer Botschaft des Diktators an den syrischen Machthaber Bashar Al-Assad. Allerdings handelt es sich bei der Agentur und dem Rundfunksender um reine Propagandakanäle des Regimes. Insbesondere alle Vorgänge aus dem Inneren der Führung des Landes werden streng geheim gehalten.

Kim Jong Un war laut Nachrichtenagentur AFP seit dem 11. April nicht mehr öffentlich aufgetreten. Er hatte auch bei den Feierlichkeiten zu Ehren seines verstorbenen Großvaters und Staatsgründer Kim Il Sung gefehlt – eigentlich ein undenkbarer Vorgang in dem von Personenkult geprägten Land.

Wer würde auf Nordkoreas Machthaber folgen?

In der Folge verdichteten sich Berichte über einen schlechten Gesundheitszustand des Machthabers. Unter anderem hatte der Nachrichtensender CNN unter Verweis auf Erkenntnisse der Geheimdienste Anfang dieser Woche berichtet, dass sich Kim nach einer Herz-Operation in kritischem Zustand befinde. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Meldung als "falsch". Das Pentagon hatte am Mittwoch erklärt, man gehe davon aus, dass Kim weiter die volle Kontrolle über Land und Streitkräfte habe. Es gebe keinen Grund, von einem anderen Szenario auszugehen, sagte der stellvertretende Generalstabschef Hohn Hyten am Mittwoch laut Nachrichtenagentur DPA.

Inmitten der Spekulationen über den Gesundheitszustand meldet die auf Nordkorea spezialisierte renommierte US-Website 38North, dass der Privatzug des Diktators vom 21. bis zum 23. April auf einem für die Herrscherfamilie reservierten Bahnhof in einem nordkoreanischen Badeort abgestellt gewesen sei. Dies habe die Auswertung von Satellitenaufnahmen ergeben. Allerdings sage die Gegenwart des Zuges nichts über den Aufenthaltsort des nordkoreanischen Machthabers oder dessen Gesundheitszustand aus, erklärte 38North.

Nordkorea gilt als das am strengsten abgeschottete Land der Welt. Rund 25 Millionen Menschen leben dort unter einer Diktatur stalinistischer Prägung. Menschenrechtsverletzungen sind unter dem autoritären Regime Kims an der Tagesordnung, die Versorgungslage in dem Land wird übereinstimmend als kritisch beschrieben, der Zustand des Gesundheitssystems als schlecht.

Kim Jong Un steht seit dem Tod seines Vaters Kim Jong Il 2011 an der Spitze der "Demokratischen Volksrepublik". Als mögliche Nachfolger im Falle eines tatsächlichen Todes des Diktators werden dessen vermutlich 31 Jahre alte Schwester Kim Yo Jong oder sein angeblicher Bruder Kim Jong Chol, 38, gehandelt.

Quellen: TMZKCNA, Stimme Koreas, CNN, 38North, Nachrichtenagenturen AFP und DPA

wue