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Kampf gegen Assads Regime: Syrische Rebellen feiern Sieg in Al-Rakka

Die Rebellen vermelden einen neuen Erfolg im Kampf gegen das Assad-Regime: Die Stadt Al-Rakka sei eingenommen worden. Und ein führender syrischer Oppositioneller hat angeblich einen Termin bei Obama.

Syrische Rebellen haben nach eigenen Angaben die Stadt Al-Rakka eingenommen. Der Chef der Syrischen Menschenrechtsbeobachter, Rami Abdel Rahman, sagte am Montag, dies sei ein wichtiger Sieg für die Rebellen. Erstmals konnte den Truppen Assads Aktivisten zufolge eine Provinzhauptstadt entrissen werden. Nur an wenigen Orten leisteten Regierungstruppen noch Widerstand, berichtete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungstelle für Menschenrechte. Die Aufständischen hätten auch den Gouverneur von Al-Rakka und einen hohen Funktionär der Baath-Partei von Präsident Baschar al Assad ergreifen können. Die Bewohner feierten den Sieg, in dem sie eine Bronzestatue des früheren Diktators und Präsidentenvaters, Hafis al Assad, umstürzten.

In der irakischen Anbar-Provinz wurden am Montag nach Angaben der Polizei mindestens 40 irakische und syrische Soldaten bei einem Angriff von Bewaffneten auf einen Militärkonvoi getötet. Die irakischen Soldaten hatten den Auftrag, die Syrer, die während der Eroberung des Grenzübergangs Jarubija durch Rebellen in das Nachbarland gekommen waren, über einen anderen Grenzübergang in ihre Heimat zurückzubringen. Das irakische Verteidigungsministerium sprach auf seiner Internetseite davon, dass eine "Terrorgruppe" aus Syrien den Anschlag verübt habe.

Nach dem tödlichen Angriff auf irakischem Territorium hat Bagdad vor einem Übergreifen des Bürgerkriegs gewarnt. Die Attacke zeige, dass es "von allen Seiten" Versuche gebe, den Bürgerkrieg in Syrien auf irakisches Territorium zu tragen, sagte ein irakischer Regierungssprecher in Bagdad. Das Verteidigungsministerium in Bagdad machte eine "terroristische syrische Gruppe", die in den Irak "eingedrungen" sei, für den Angriff verantwortlich. Die Attacke richte sich "gegen die Souveränität des Irak" und stelle eine "eindeutige Verletzung der Menschenrechte" der unbewaffneten syrischen Soldaten dar, von denen einige verletzt im Irak Hilfe gesucht hätten.

Wahlen in Aleppo

Der Irak werde den Versuchen, den Konflikt in Syrien in den Irak zu tragen "mit allen Kräften" begegnen, sagte der irakische Regierungssprecher. Der Irak hat bislang weitgehend zum Syrien-Konflikt geschwiegen: Rücktrittsforderungen aus Bagdad an den syrischen Präsidenten Baschar al Assad blieben bisher aus.

In der syrischen Provinz Aleppo nahmen Rebellen den Militärflughafen Minigh aus mehreren Himmelsrichtungen in die Zange. Die Luftwaffe bombardierte die Angreifer. Der Flughafen liegt in der Nähe der Grenze zur Türkei. Die umliegenden Gebiete sind größtenteils in der Hand der Rebellen.

Für die von den Rebellen kontrollierten Gebiete in der Provinz Aleppo haben Angehörige von Revolutionsgruppen und Oppositionsparteien erstmals lokale Vertretungen gewählt. Wie die Wahlleitung am Montag bekanntgab, dominieren unter den 13 Mitgliedern des Lokalen Rates der Stadt Aleppo die moderaten Islamisten. In den ländlichen Gebieten hätten radikale Islamisten die Nase vorn.

Moas al Chatib soll Obama treffen

In der türkischen Stadt Gaziantep hatten rund 280 Syrer ihre Stimme abgegeben. Alle Kandidaten waren Männer. Kein Angehöriger einer säkularen Gruppierung wurde gewählt. Die Oppositionelle Suheir al Atassi sagte, es sei falsch, eine Wahl ohne Frauen abzuhalten, "schließlich waren die Frauen von Anfang an Teil dieser Revolution".

Der Vorsitzende der Nationalen Syrischen Koalition, Moas al Chatib, soll laut einem Bericht des Nachrichtenportals "All4Syria" binnen der nächsten zehn Tage zu einem Gespräch mit US-Präsident Barack Obama nach Washington fliegen. Ihn wird den Angaben zufolge General Salim Idriss begleiten, der Generalstabschef der von Deserteuren gegründeten Freien Syrischen Armee (FSA).

kave/DPA/AFP / DPA