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Parteikonferenz der Tories: Schrill, laut - und bisweilen peinlich

Die mehrtägigen Konferenzen der großen Parteien im September gehören zum Ritual in der britischen Politik. Am buntesten treiben es die Tories. Ein Ortstermin.

Von Michael Streck, Manchester

Jedes Jahr von Mitte bis Ende September gibt es in Großbritannien ein Ritual: Die großen Parteien laden zu ihren mehrtägigen Konferenzen. Daraus entwickelt sich jedes Jahr ein überaus munteres Hauen und Stechen und Streiten, auch das: Ritual. Es ist bunt und schrill, laut, zuweilen peinlich. Aber niemals langweilig, und das unterscheidet britischen Wahlkampf, 19 Monate vor den Wahlen (!) erheblich vom narkotisierenden deutschen Äquivalent. Eigentlich ist immer Wahlkampf auf der Insel, aber im September eben ganz besonders. September ist Party-Time.

Den Anfang machten die Liberalen in Glasgow, es folgte die Labour Party in Brighton, und gestern ging in Manchester der Parteitag der Konservativen, der Tories, zu Ende. Ausgerechnet in Manchester präsentierten sie sich als Partei der "hardworking people", der "hart arbeitenden Bevölkerung". Das ist in etwa so, als würde die CSU in Gelsenkirchen die Hoheit über die Arbeiterschaft proklamieren wollen. Man kann das mutig nennen.

Der Konvent endete mit einer keineswegs brillanten, immerhin aber metaphernstarken Rede von Premier David Cameron, der Großbritannien als "Land of opportunity", als Land der Möglichkeiten, Land der Chancen verorten will. Er bekam stehende Ovationen, was er erkennbar genoss, und was man auch verstehen muss. Vor wenigen Wochen erst gedemütigt in Westminister mit einer übereilten und prompt niedergebügelten Resolution zum Waffengang in Syrien.

Geist einer seltsamen Untoten

In Manchester nun umwehte ihn obendrein der Geist einer seltsam Untoten - Maggie Thatcher, selig seit April. Die wurde in beinahe jeder Rede als "größter Premier der Nachkriegsgeschichte" gepriesen; im Foyer stand eine Art Maggie-Fanshop, "Our Maggie", Teetasse, drei Pfund. Und als die Delegierten zu Beginn ihres viertägigen Konvents in den prächtigen Konferenzbau "Manchester Central" schritten, durften sie mit blauen Plastikbällen abstimmen, wer denn nun der bessere "Prime Minister" sei - Thatcher or Cameron? Poor Dave.

Dabei: Es könnte viel schlimmer stehen um die Tories. Die Wirtschaft springt an, das Haushaltsdefizit ist um ein Drittel runter, die Kriminalität sinkt ebenso wie die Zahl der Immigranten, was die Konservativen ganz toll finden. Und die Zahl der neuen Jobs steigt kontinuierlich, 1,4 Millionen immerhin.

Andererseits: Es könnte besser stehen um die Tories. Labour liegt in allen Meinungsumfragen vorn. Die geschmeidigen Koalitionspartner, Nick Cleggs Liberaldemokraten, mäandern nach bestem liberalem Brauch mal nach links und mal nach rechts. Obwohl jeder weiß, dass sie mit Cameron bereits konkrete Gespräche über die Fortsetzung der Zusammenarbeit geführt haben. Das ist hierzulande nichts Neues, in Großbritannien aber noch Gewöhnungssache. Und rechts außen räubern die Isolationisten von Nigel Farages "UK Independence Party" (Ukip) im konservativen Territorium. Den rückwärtsgewandten Populisten, eine Art Insel-Jörg-Haider, wollten die Tories zu Recht so weit wie möglich vom weiträumig abgeschirmten Konferenz-Gelände fernhalten. "Wütend", "gefährlich", "faustisch" nannte ihn im "Guardian" sogar der konservative Abgeordnete Nick Herbert.

Familienpackung voller Wohltaten

Selbstverständlich tauchte Farage dann auf und polterte bei gleich drei restlos überfüllten Veranstaltungen erst recht und genüsslich gegen die EU, die Tories und David Cameron, "er wird die Wahl jedenfalls nicht gewinnen".

Bis dahin vergehen noch eineinhalb Jahre. Bis dahin ist noch viel Zeit für Schlagabtäusche, taktische Manöver, Sticheleien und Tricksereien. Es geht schon gut los. Denn zu den herbstlichen Ritualen der Parteitage zählen auch die Goodies, die Geschenke, die Wahlversprechen: Die Liberalen versprachen kostenlose Mahlzeiten für alle Schulkinder. Obschon Kinder von sozial Schwächeren längst freies Essen bekommen und von dieser Initiative vor allem der besserverdienende Mittelstand profitieren würde.

Labour-Chef Ed Miliband versprach, die Energiepreise für zwei Jahre einzufrieren. Obschon britischer Strom im europäischen Vergleich so günstig wie fast nirgendwo ist und die sechs großen Anbieter des Landes bereits am Limit operieren.

Und die Tories spendierten zum großen Finale gleich eine ganze Familienpackung: die geplante Benzinpreiserhöhung? Geschenkt! Cameron versprach gestern nicht weniger als die Quadratur des Kreises: Steuersenkungen für die hart arbeitenden Briten einerseits. Und gleichzeitig weg mit dem Haushaltsdefizit bis zum Jahr 2020. Außerdem: neue Jobs, Wohlstand und ganz tolle Schulen, "wir sind auf dem richtigen Weg". Am Ende rief er den Delegierten euphorisch zu: "Zusammen werden wir das Land der Chancen bauen." Applaus sodann, stehende Ovationen. Parteitag beendet. David Cameron fuhr zurück nach London. Morgen ist wieder Alltag in der Downing Street.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(