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Zweiter Tag der China-Reise Kim Jong Il reist nach Changchun weiter


Zwei Stunden lang war die Autobahn zwischen den Städten Jilin nach Changchun am Freitagmorgen gesperrt, nur ein Konvoi mit 30 Fahrzeugen durfte passieren. In einem von ihnen: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il ist während seines überraschenden Besuches in China am Freitag offenbar von Jilin nach Changchun in Nordostchina weitergereist. Die Autobahn zwischen beiden Städten wurde am Morgen auf Anweisung von oben für etwa zwei Stunden gesperrt, berichteten Behördenmitarbeiter der Nachrichtenagentur dpa in Peking. "Jetzt ist wieder alles normal."

Ein Konvoi mit rund 30 Fahrzeugen hatte nach einem Bericht der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap am Morgen das Crystal Hotel in Jilin verlassen. In der benachbarten Industriestadt Changchun seien Vorbereitungen für den hohen Besuch aus Nordkorea getroffen worden. Es gab Spekulationen, dass der gesundheitlich angeschlagene Kim Jong Il auf seinem Besuch von seinem Sohn Kim Jong Un begleitet wird, der als sein potenzieller Nachfolger gilt.

Zum Auftakt seiner Reise hatte Kim am Donnerstag Halt in einer Mittelschule in der nordostchinesischen Stadt Jilin gemacht. Dieselbe Schule hatte bereits sein Vater Kim Il Sung Ende der 20er Jahre besucht, wie südkoreanische Medien berichteten.

Das Außenministerium in Peking wollte die Berichte nicht bestätigen. Allerdings hatte die chinesische Regierung auch schon früher die Besuche Kims auf seinen Wunsch hin immer erst nach seiner Rückkehr nach Pjöngjang bestätigt. Erst vergangene Woche hatte Chinas Sonderbotschafter Wu Dawei in Pjöngjang über eine Wiederaufnahme der Verhandlungen über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms gesprochen. Der Unterhändler unterrichtete am Donnerstag in Seoul die südkoreanische Regierung über seine Bemühungen.

Nordkorea hatte die Sechser-Gespräche im April 2009 einseitig abgebrochen. Teilnehmer sind neben Nordkorea und Gastgeber China auch die USA, Südkorea, Japan und Russland. Nordkorea hat zwar wiederholt seine Bereitschaft zur Rückkehr an den Verhandlungstisch bekräftigt, aber bisher keine konkrete Zusage gemacht. Erschwert wurden die diplomatischen Bemühungen auch durch die Versenkung eines südkoreanischen Kriegsschiffes im März. 46 Seeleute kamen ums Leben.

Südkorea und die USA weisen Nordkorea die Schuld für den Untergang der Korvette "Cheonan" zu. Sie fordern von dem kommunistischen Land, die Verantwortung für den Vorfall zu übernehmen, bevor sie eine neue Runde der Sechser-Gespräche erörtern wollen. Nordkorea bestreitet, das Schiff versenkt zu haben.

DPA DPA

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