HOME

"Da steht ein Türke zur Wahl": Özdemir wirft Mappus Stimmungsmache vor

Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir wirft Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus "ausländerfeindliche Ressentiments" vor.

Der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) vorgeworfen, mit "ausländerfeindlichen Ressentiments" zu arbeiten. Mappus hatte sieben Wochen vor der Landtagswahl in einem Zeitungs-Interview vor einem grünen Regierungschef Özdemir gewarnt. Nicht Grünen-Spitzenkandidat Winfried Kretschmann (62), sondern der Bundesvorsitzende Özdemir (45) habe in jüngster Zeit den Kurs der Landespartei bestimmt. Am Rande eines Argentinienbesuchs sagte Özdemir am Montag (Ortszeit) dem ARD-Hörfunk in Buenos Aires, das sei "im Prinzip nichts anderes, als dass man mit ausländerfeindlichen Ressentiments versucht, Stimmung zu machen".

"Nach dem Motto: da steht ein Türke zur Wahl. Ihr wählt zwar den Kretschmann, bekommt aber dann den Deutsch-Türken Özdemir. Das ist schon perfide, was Mappus da macht", sagte Özdemir. Er stehe in Baden-Württemberg nicht zu Wahl, betonte der Politiker. Dass Mappus trotz mehrfacher Dementis immer wieder behaupte, Özdemir wolle Ministerpräsident werden, bezeichnete Özdemir als Versuch einer Angstkampagne. Dabei scheue Mappus nur die Auseinandersetzung mit dem Grünen-Kandidaten Winfried Kretschmann.

Auch die Südwest-Grünen warfen dem CDU-Landeschef ein "armseliges wahltaktisches Manöver ohne jede Substanz" vor. "Winfried Kretschmann ist unser Spitzenkandidat und er wird jede Aufgabe mit Entschlossenheit wahrnehmen, die ihm die Wählerinnen und Wähler zuweisen", erklärte die Grünen-Landesvorsitzende Silke Krebs.

Mappus hatte der Zeitung "Die Welt" (Montag) gesagt, Özdemir, der aus Baden-Württemberg kommt, ziehe schon länger die Fäden. "Schon in der Hochphase der Auseinandersetzungen um Stuttgart 21 haben die Herren Özdemir und (Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris) Palmer Herrn Kretschmann das Heft aus der Hand genommen." Dass die Grünen den Schlichterspruch nicht akzeptiert hätten, trage deren Handschrift.

In Baden-Württemberg wird am 27. März ein neues Landesparlament gewählt. Nach den jüngsten Umfragen liegen die schwarz-gelbe Koalition und Grün-Rot etwa gleichauf.

DPA / DPA