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Berlin vertraulich!: Kauder steht auf Freddie Mercury

Alter und CDU schützen vor Rockmusik nicht. Das belegt Fraktionschef Volker Kauder. Und er hat schon einen Plan, wie er Mutti und Queen zusammenbringt.

Von Hans Peter Schütz

Wer hätte das gedacht? Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder ist ein leidenschaftlicher Fan des Rocksängers verstorbenen Queen-Frontmanns Freddy Mercury. Zieht sich regelmäßig dessen 3,5-Oktaven-Stimme reinzieht und vergisst darüber alle politischen Probleme. Und Kauder verbindet einen politischen Lebenstraum mit dem Sänger, wie er stern.de gestand: "Zu gerne würde ich einmal einen CDU-Bundesparteitag mit dem bekanntesten Mercury-Song 'We Are The Champions' eröffnen lassen."

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Seit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Singapur eine Rede in Englisch mit dem Satz beendet hat: "It will not happen that there will be a Staatsbankrott in Greece", wird er verspottet von der politischen Konkurrenz. Für den FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle hat er damit ein "perfektes schwäbisches Englisch" geredet. Sagen wir es war schwäbischer Klartext. Denn wer hätte Schäuble schon verstanden, wenn er das korrekte englische Wort "national bankruptcy" für Staatsbankrott benutzt hätte? Vermutlich fast niemand, schon gar nicht viele FDP-Koalitionsfreunde.

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Brüderle ist Übrigens fest davon überzeugt, dass seine FDP die Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr locker nimmt. Seine Partei werde nämlich so spielen, wie die schwedischen Fußballer gegen die deutsche Elf in der zweiten Halbzeit. Schließlich trügen die schwedischen Kicker wie auch die FDP gelbe Hemden. Und so "völlig hirnlos" wie die deutsche Nationalelf in der zweiten Halbzeit operierte, spiele die FDP in der deutschen Politik schließlich nicht. Brüderle zum Wahlausgang: "Nach oben sehen wir keine Grenze. Stellen Sie sich darauf ein, dass wir weiterhin mit dabei sind."

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Volker Kauder war mit der Kanzlerin auch beim Schweden-Spiel. Nach 60 Minuten hat er den anwesenden schwedischen Ministerpräsidenten noch bedauert, weil die Deutschen 4:0 führten. Als es dann doch noch zum 4:4-Unentschieden kam, erkannte er klar den entscheidenden Fehler des deutschen Bundestrainer Jogi Löw: "Das ist wie in der Politik. Wenn die Disziplin verloren geht und es keine Führung gibt, dann geht es schief." Dahinter steckt die Gewissheit: Mit ihrem CDU-Bundestrainer Kauder wird Angela Merkel die Bundestagswahl gewinnen.

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Ökologisches Bewusstsein hat Ex-Bundesumweltminister Norbert Röttgen offensichtlich noch. Denn er radelte vergangene Woche mit dem Fahrrad zum Bundestag, um am ersten Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel und ihrem SPD-Herausforderer Peer Steinbrück teilzunehmen. Aber wer kennt ihn noch? Auf jeden Fall nicht der Polizist, der die Zufahrt zum Reichstag bewachte. "Ihren Ausweis, bitte" forderte er streng, weil er Röttgen nicht erkannte. Wie man sieht: Politischer Ruhm ist eine sehr vergängliche Sache.

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Ein bemerkenswertes Kompliment wurde dem FDP-Politiker Gerhart Baum jetzt bei der Vorstellung seines neusten Buches "Meine Wut ist jung" zuteil: Baum wurde als der "jüngste 80-jährige der deutschen Politik" begrüßt. Und er rechnete dann auch so scharf mit der derzeitigen FDP-Führung ab als wenn er Chef der FDP-Nachwuchs-Organisation "Junge Liberale" wäre. Der FDP-Spruch "Mehr Netto vom Brutto" sei der Höhepunkt der "programmatischen Verengung der FDP" klagte Baum und forderte forsch: "Die Ära Westerwelle muss enden." Und die politische "Verarmung der FDP" müsse spätestens nach der Niedersachsenwahl Anfang nächsten Jahres gestoppt werden. Und zwar durch die Wahl von Christian Lindner zum neuen FDP-Vorsitzenden. *

Programmatisch kesse Polit-Oldies gibt es allerdings auch in der CDU. So raunzte der ehemalige CDU-Generalsekretär Heiner Geissler bei einem Festakt aus Anlass des 70. Geburtstages des früheren Berliner Gesundheitssenators Ulf Fink bei einer Diskussion über die Finanzkrise: "Auf der Erde gibt es Geld wie Dreck. Es haben nur die falschen Leute!"

  • Hans Peter Schütz