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Vorstoß des Bundestagspräsidenten Lammert will, dass Imame Deutsch sprechen


Bundestagspräsident Norbert Lammert hält es für eine "schiere Selbstverständlichkeit", dass jeder Deutsch spricht, der in Deutschland tätig ist. Das sollte auch für Imame gelten.

Imame in deutschen Moscheen sollten nach Meinung von Bundestagspräsident Norbert Lammert Deutsch sprechen. "Dass jemand, der in Deutschland tätig ist, auch Deutsch spricht, halte ich für eine schiere Selbstverständlichkeit, sagte der CDU-Politiker der "Welt". "Das sollte auch für Imame gelten." Er erinnerte daran, dass auch Priester, die aus dem Ausland kommen, in der Regel die deutsche Sprache erlernten, um die ihnen übertragenen Aufgaben wahrnehmen zu können.

Das von Österreich soeben verabschiedete Islam-Gesetz ist aus Lammerts Sicht "ein interessanter Versuch, Klärungen herbeizuführen, für die es auch in Deutschland Bedarf gibt". Ob dies per Gesetz erfolgen müsse, sei eine andere Frage.

Den Satz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), wonach der Islam zu Deutschland gehört, machte sich Lammert nicht zu eigen. "Der Islam gehört inzwischen zu den Religionen, die in Deutschland erhebliche Verbreitung finden", sagte er. "Und ich würde mir wünschen, man könnte von dieser großen Weltreligion sagen, dass sie ein ähnlich aufgeklärtes Verhältnis zwischen Politik und Glauben, Staat und Religion gefunden hat wie Christentum und Judentum. Diese beiden Religionsgemeinschaften sind für Geschichte und Kultur unseres Landes zweifellos prägend."

Burka-Verbot spaltet Union

Ein vor allem von einigen Unionspolitikern gefordertes Burka-Verbot lehnte Lammert ab. "Ich sehe da kein dringliches Problem. Diejenigen, die wegen der prinzipiellen Bedeutung gesetzlichen Handlungsbedarf sehen, sollten sich auch mit der praktischen Umsetzung befassen, die vermutlich mehr Probleme schaffen als lösen würde." Die Burka ist ein Kleidungsstück zur Vollverschleierung muslimischer Frauen.

Dagegen bekräftigte die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner ihre Forderung nach einem Burka-Verbot: "Vollverschleierung ist kein Ausdruck religiöser, kultureller Vielfalt", erklärte sie in der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Burka stehe für ein abwertendes Frauenbild und für die Unterdrückung der Frauen. Es komme nicht darauf an, wie häufig man in Deutschland eine vollverschleierte Frau sehe. "Wenn ein fundamentalistischer Mann es nicht ertragen kann, dass Frauen in der Öffentlichkeit ihr Haar oder ihr Gesicht zeigen, dann ist nicht die Frau, sondern dieser Mann das Problem", sagte Klöckner.

kup/DPA DPA

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