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Morgenlage: Bye-bye Britain! Großbritannien verlässt heute die Europäische Union

Impeachment gegen Trump vor Entscheidung +++ Unfallfahrer von Südtirol kommt in Hausarrest +++ Bundestag entscheidet über mehr Tempo bei Verkehrsprojekten+++ Transferfenster in der Bundesliga schließt +++ Die Morgenlage.

Heute verlässt Großbritannien die Europäische Union

Heute verlässt Großbritannien die Europäische Union

DPA

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

es war ein jahrelanges Hin- und Her. Doch heute tritt Großbritannien aus der Europäischen Union aus – ja, wirklich! Nach einem tränenreichen Abschied im EU-Parlament werden die Briten heute um 23 Uhr lokaler Zeit (Mitternacht MEZ) die EU verlassen. Damit sind 47 Jahre in der EU Geschichte. Ob es ein Comeback geben wird? Und wie geht es mit Schottland weiter? Wir wissen es noch nicht. Wir sagen heute jedenfalls: bye bye Britain! 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Unfallfahrer von Südtirol kommt in Hausarrest

Der Unfallfahrer von Südtirol, der sieben Deutsche getötet hat, kommt vom Gefängnis in den Hausarrest. Der 27-Jährige sei nach Einwilligung des Untersuchungsrichters in das Kloster Neustift bei Brixen gebracht worden, berichteten italienische Medien übereinstimmend. Er werde anschließend psychiatrisch betreut und ständig von Polizisten bewacht. Sein Anwalt Alessandro Tonon bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass der 27-Jährige nun in Hausarrest sei. Der Fahrer hatte eingeräumt, zu viel getrunken zu haben und das Unglück zu bereuen. Der Richter hatte zunächst Gefängnis angeordnet. Laut früheren Angaben seines Anwalts Tonon ist er psychisch sehr labil. 

Zwei Coronavirus-Fälle in Italien: Flugverkehr von und nach China gestoppt

Italien hat nach zwei bestätigten Coronavirus-Fällen den Flugverkehr zwischen Italien und China ausgesetzt. Das erklärte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Donnerstagabend in Rom.

Italien sei das erste Land in der EU, das diese Maßnahme ergreife. Bei den beiden Patienten handelt es sich um zwei chinesische Touristen, die nun auf einer Isolierstation in Rom seien. Conte rief die Menschen auf, nicht in Panik zu geraten, die Lage sei unter Kontrolle.

Prinz Harry scheitert mit Beschwerde gegen britisches Boulevardblatt

Der britische Prinz Harry ist mit einer Beschwerde gegen die  Boulevardzeitung "Mail on Sunday" gescheitert. Die britische Medienaufsicht wies seine Beschwerde zurück. Sie bezog sich auf einen Artikel über Fotos von Harry mit einem Elefanten, die der 35-Jährige im Onlinedienst Instagram veröffentlicht hatte. In dem Text wurde kritisiert, der Prinz habe verschwiegen, dass das Tier angeleint war. Harry warf der "Mail on Sunday" daraufhin vor, sie habe ihm unterstellt, dass er die Öffentlichkeit absichtlich in die Irre habe führen wollen. Die Medienaufsicht kam nun jedoch zu dem Schluss, dass der Artikel nicht "erheblich irreführend" gewesen sei. Harry hatte in den vergangenen Monaten mehrere Beschwerden gegen britische Medien eingereicht.

Das wird heute wichtig:

Trump-Impeachment steuert auf entscheidende Phase zu

Das Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump im Senat steuert auf seine entscheidende Phase zu: Heute wollen die Senatoren über die zentrale Streitfrage abstimmen, ob in dem Verfahren neue Zeugen und Beweise zugelassen werden. Das ist eine Forderung der Demokraten, die sich belastende Materialien gegen den Republikaner Trump erhoffen. Sie dürften allerdings kaum Chancen haben, sich damit durchzusetzen. Die Republikaner haben 53 der 100 Sitze im Senat. Um Zeugenaussagen zuzulassen, müssten vier republikanische Senatoren mit den Demokraten stimmen. Sollte das nicht passieren, könnte das Verfahren noch am Freitag mit einem Freispruch enden.

Bye-bye Britain: Großbritannien verlässt Europäische Union

Mehr als dreieinhalb Jahre nach dem Brexit-Votum der Briten wird Großbritannien am Freitag um 24 Uhr (MEZ) die Europäische Union verlassen. Das Land war mehr als 47 Jahre lang Mitglied in der Staatengemeinschaft und ihren Vorgängerorganisationen. Diese Ära geht nun zu Ende. In einer Übergangsphase bis zum Ende des Jahres verhandeln London und Brüssel noch über die politischen Beziehungen. 

Nigel Farage vs Martin Sonneborn

Bundestag entscheidet über mehr Tempo bei Verkehrsprojekten 

Wichtige Verkehrsprojekte in Deutschland sollen künftig schneller geplant und umgesetzt werden können. Darauf zielen Gesetzespläne von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), die der Bundestag heute beschließen soll. Vorgesehen ist unter anderem, das Beseitigen von Bahnübergängen zu erleichtern, die Züge wie Autos ausbremsen. Dafür sollen Kommunen von Kosten entlastet werden, die sie bisher tragen müssen, wenn stattdessen Brücken oder Unterführungen gebaut werden sollen. Bei Ersatzbauten für marode Straßen und Schienenstrecken sollen Verfahren vereinfacht werden.

Endspurt am Transfermarkt: Can, Cunha und Koch vor Wechsel

Auf dem Fußball-Transfermarkt steht am Freitag der Schlussspurt ins Haus. Bis 18.00 Uhr können die Bundesligisten noch einmal zuschlagen oder chancenlose Profis aussortieren. Nach der Transfer-Offensive von Jürgen Klinsmanns Hertha BSC mit bereits investierten fast 60 Millionen Euro stehen die Berliner vor der Verpflichtung des brasilianischen Mittelstürmers Matheus Cunha von RB Leipzig. Der Tabellenführer scheint dagegen sehr an Nationalspieler Robin Koch vom SC Freiburg interessiert zu sein. Auch Borussia Dortmund könnte nach der Einnahme von über 25 Millionen Euro für Paco Alcacer von Villarreal noch einmal aktiv werden und Nationalspieler Emre Can von Juventus Turin unter Vertrag nehmen.

Ehemaliger EZB-Chef Draghi erhält Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland

Der frühere Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Draghi, erhält heute den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Bundespräsident Steinmeier wird Draghi die Auszeichnung im Berliner Schloss Bellevue verleihen.

EZB-Chef Mario Draghi

EZB-Chef Mario Draghi

Draghi stand acht Jahre lang an der Spitze der EZB mit Sitz in Frankfurt am Main. Seine Nachfolge trat Anfang November 2019 die Französin Lagarde an. Der Italiener Draghi hinterließ ein umstrittenes Erbe: Er stand für die Rettung des Euros, aber auch für eine ultralockere Geldpolitik. Der Leitzins wurde unter seiner Führung auf das Rekordtief von 0,0 Prozent gesenkt. Unter anderem Abgeordnete von Union und FDP sprachen sich daher gegen die Verleihung des Ordens an Draghi aus.

rw / DPA / AFP