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Fußball-WM: Beckstein demonstriert gegen Ahmadinedschad

Ob der iranische Präsident Ahmud Ahmadinedschad zur Fußball-WM in Deutschland willkommen ist, wird seit Monaten diskutiert. Der bayrische Innenminister Günther Beckstein will seine Meinung zu dem Thema öffentlich zeigen.

Bayerns Innenminister Günther Beckstein will am Sonntag an einer Demonstration gegen den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in Nürnberg teilnehmen. Die Stadt Nürnberg sowie die israelitischen Kultusgemeinden Nürnberg und München haben vor dem WM-Spiel Irans gegen Mexiko zu den Protesten gegen Ahmadinedschad wegen dessen anti-israelischer Haltung aufgerufen. Daneben sind in Nürnberg noch zwei weitere Demonstrationen gegen Ahmadinedschad angemeldet.

Der iranische Präsident leugne den Holocaust, sagte Beckstein. "Deshalb halte ich es für richtig, mich öffentlich dagegen zu artikulieren", ergänzte der CSU-Politiker am Mittwoch vor Journalisten. Es sei möglich, dass die neu gewählte Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, neben ihm auf der Kundgebung reden werde. Ahmadinedschad sei wegen seiner Haltung zur millionenfachen Ermordung von Juden während des Dritten Reichs in Deutschland nicht erwünscht. "Wenn er den Holocaust leugnet, ist er natürlich nicht willkommen", sagte Beckstein.

Iranischer Vizepräsident wird erwartet

Bislang ist offen, ob der Ahmadinedschad zur WM nach Deutschland kommt. Allerdings wurde bekannt, dass der iranische Vizepräsident Mohammed Aliabadi an der Eröffnungsfeier der Fußball-Weltmeisterschaft in München teilnehmen will. Am Sonntag wolle Aliabadi dann zum Auftaktspiel der iranischen Mannschaft gegen Mexiko nach Nürnberg reisen. Das Auswärtige Amt und staatliche Stellen in Teheran hatten die Deutschlandreise Aliabadis zuvor bestätigt. Nach Angaben der staatlichen iranischen Sportorganisation will Aliabadi schon am Donnerstag aufbrechen und bis Montag in Deutschland bleiben.

Der Protest beziehe sich ausschließlich auf die Person Ahmadinedschads. "Ich hebe hervor, dass es nur gegen den Präsidenten geht und nicht um den Iran oder die iranische Mannschaft", fügte Beckstein hinzu. Ahmadinedschad hat mit anti-israelischen Äußerungen weltweit mehrfach Empörung ausgelöst. Unter anderem leugnete er wiederholt den Holocaust und forderte, "Israel von der Landkarte zu tilgen". Zudem schürt er mit seiner Atompolitik im Westen die Furcht, der Iran versuche Kernwaffen zu entwickeln.

Reuters/AP / AP / Reuters