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Kampf um Parteispitze : Laschet kandidiert für CDU-Vorsitz – Spahn zieht sich zurück und will Vize werden

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bewerben sich als Team für die CDU-Spitze. Dabei nahm sich der ehrgeizige Gesundheitsminister selbst aus dem Rennen. 

Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, will für den CDU-Vorsitz kandidieren 

Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, will für den CDU-Vorsitz kandidieren 

DPA

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet kandidiert für den CDU-Vorsitz. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will als sein Stellvertreter zur Wahl auf dem Sonderparteitag am 25. April antreten, wie beide Politiker am Dienstag gemeinsam vor Journalisten erklärten. "Wir können und müssen unsere Partei und unser Land wieder zusammenführen", sagte Laschet. "Und dafür will ich kandidieren als Vorsitzender der CDU Deutschlands. Ich bedauere, dass nicht alle Kandidaten sich diesem Teamgedanken anschließen konnten", kritisierte er seine Mitbewerber um den CDU-Vorsitz.

Spahn sagte, seine Partei befinde sich "in der größten Krise unserer Geschichte". Die CDU habe viel Vertrauen verspielt, es sei zu wenig über Inhalte gesprochen worden und zu viel über Personalfragen und über Unterschiede innerhalb der Partei. Zu seinem Verzicht auf eine eigene Kandidatuir sagte er: "Die CDU ist größer als jeder einzelne von uns." Die CDU müsse für einen "weltoffenen Patriotismus" stehen. "Man kann gleicheitig für Grenzschutz und für Klimaschutz sein", sagte er.

Laschet erklärte, er könne seine Erfahrung als Ministerpräsident aus Nordrhein-Westfalen einbringen, wo es genauso wie im Bund darum gehe, die verschiedenen Interessen von Stadt und Land zu berücksichtigen. In Deutschland und Europa werde im Moment wieder Grundlegendes infrage gestellt. Juden und Menschen mit Zuwanderungsgeschichte berichteten ihm von Ängsten. In dieser Lage sei es auch wichtig, "Zuversicht" auszustrahlen. 

Zuvor hatte bereits vergangene Woche CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen seine Kandidatur bekanntgegeben. Er wolle aber im Team mit einer Frau antreten, verkündete er am Dienstag via Twitter. "Die zweite Person in meinem Team wird eine Frau sein", schrieb der 54-Jährige.

Am Vormittag wollte auch der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz erklären, dass er antritt, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Parteikreisen erfuhr.

Kramp-Karrenbauer hatte am Montag angekündigt, dass sich mögliche Kandidaten noch in dieser Woche erklären wollen. Gewählt wird die neue Parteispitze auf einem Sonderparteitag am 25. April in Berlin

Keine einvernehmliche "Teamlösung"

Mit den Bewerbungen steht fest, dass die CDU erneut in einer Kampfkandidatur über ihren künftigen Parteivorsitz entscheiden wird. Eine einvernehmliche "Teamlösung" mit vorherigen Absprachen scheint vom Tisch.

Röttgen begrüßte die Entwicklung: "Mein Eindruck war, es soll irgendwie gesprochen werden hinter verschlossenen Türen - und auf einmal regeln sich alle Fragen", sagte der frühere Bundesumweltminister, der seine Kandidatur vor einer Woche als Erster angekündigt hatte, am Montagabend im ZDF. "Ich glaube, dass das dem Ernst der Lage nicht gerecht geworden wäre. Es wird ja jetzt auch anders sein."

Annegret Kramp-Karrenbauer

Merz bekräftigte bei einem Auftritt in Mecklenburg-Vorpommern, er wolle "einen Beitrag leisten", die Herausforderungen der nächsten Jahre zu meistern. Die Hamburger Wahl, bei der die CDU auf ein Rekordtief von 11,2 Prozent abgestürzt war, sei ein "Desaster" für die CDU, sagte er am Montagabend bei einer CDU-Veranstaltung in Ueckermünde. Die Analyse zeige, dass die Grünen wahrscheinlich der Hauptgegner der CDU bei den nächsten Bundestagswahlen seien. "Und da freu ich mich schon drauf." Zu seinen Ambitionen auf den Parteivorsitz äußerte er sich nicht.

ivi / DPA