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Die Morgenlage US-Bundespolizei FBI warnt vor "leicht entzündbarer" Gewaltbereitschaft

Demonstranten stehen teils mit erhobenen Armen einer Reihe Polizisten in voller Kampfmontur gegenüber
Gewachsene Spannungen: Protest gegen Rassimus und Polizeigewalt in den USA
© Kamil Krzaczynski / AFP
Lukaschenko will Grenzen zu Polen und Litauen schließen +++ Wirtschaftsprüfer hatten Aufsicht wegen Wirecard gewarnt +++ Gullydeckel-Anschlag auf Regionalbahn vorgetäuscht? Die Nachrichtenlage am Freitag. 

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

sicher ist schon jetzt, dass die kommende Wahl in den USA eine besondere werden wird. Nicht nur, weil die Corona-Pandemie die Stimmabgabe behindert, zwei ungewöhnlich alte Männer Präsident der Vereinigten Staaten werden wollen, oder weil der Amtsinhaber seine Aufgabe eher unkonventionell wahrnimmt. Auch in der Bevölkerung brodelt es. Auf der einen Seite halten die Proteste gegen Polizeigewalt und Diskriminierung an, auf der anderen Seite rüsten rechte Gruppen auf. Das FBI ist daher besorgt. So warnte der Chef der US-Bundespolizei, Christopher Wray, vor einem neuen Ausmaß' "leicht entzündbarer" Gewaltbereitschaft. Vor dem Kongress in Washington sagte er, seine Behörde sei beunruhigt über die gewachsenen Spannungen auf den Straßen und Gruppierungen, die Proteste "kapern", um zur Gewalt anzustacheln. Gruppen von gegensätzlichen politischen Seiten trügen zur "Gefahr der Lage" bei. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Wir haben für Sie zusammengefasst, was in der Nacht passiert ist:

Twitter drängt vor US-Wahl zu sichereren Passwörtern

Twitter drängt aus Angst vor Cyberattacken vor der US-Präsidentenwahl zahlreiche amerikanische Politiker und Journalisten dazu, ihre Accounts mit besseren Passwörtern zu schützen. Betroffen seien unter anderem Regierungsmitarbeiter und Kongressabgeordnete sowie Gouverneure von Bundesstaaten und führende Medien, teilte das Unternehmen mit. Twitter war erst im Juli Ziel einer Cyberattacke geworden, bei der Accounts von Prominenten gekapert wurden, um einen Bitcoin-Betrug zu bewerben.

Lukaschenko will Grenzen zu Polen und Litauen schließen

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat eine Schließung der Grenzen zu Polen und Litauen angekündigt. Die beiden EU-Länder seien kurz davor, einen Krieg anzufangen, sagte Lukaschenko laut der staatlichen Nachrichtenagentur Belta. "Darum sind wir gezwungen, die Armee von den Straßen abzuziehen, die Hälfte der Armee in Kampfbereitschaft zu versetzen und die Grenzen nach Westen zu schließen, vor allem nach Litauen und Polen", sagte er demnach. Seit der Präsidentschaftswahl in Belarus am 9. August sieht sich der seit 26 Jahren autoritär regierende Lukaschenko mit Massenprotesten konfrontiert. Lukaschenko wirft der Nato vor, in Polen und Litauen entlang der Grenze zu Belarus Truppen zusammenzuziehen. Warschau, Vilnius und die Nato wiesen seine Vorwürfe als haltlos zurück.

Wirtschaftsprüfer hatten Aufsicht vor Wirecard gewarnt

Im Wirecard-Skandal könnte der Druck auf die unabhängige Abschlussprüferaufsichtsstelle Apas wachsen. Die "Berliner Zeitung" berichtet, in einer nicht öffentlichen Sitzung des Bundestags-Finanzausschusses sei bekanntgeworden, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY bereits am 13. Februar 2019 eine Warnung bezüglich erheblicher Unregelmäßigkeiten bei Wirecard an die Apas ausgegeben habe. FDP-Finanzpolitiker Florian Toncar sagte der Zeitung: "Die Apas hat bestätigt, dass EY im Hinblick auf die Bilanz 2018 auf unerklärliche Vorfälle bei Wirecard in Singapur hingewiesen hat. Die Apas prüft die Einhaltung berufsrechtlicher Pflichten von Abschlussprüfern bei Unternehmen von öffentlichem Interesse – dazu gehört auch die Wirecard AG.

Was heute wichtig wird

Beginn Prozess gegen Lokführer - Gullydeckel-Anschlag auf Regionalbahn vorgetäuscht?

Zunächst war man in dem spektakulären Fall von einem versuchten Mordanschlag ausgegangen. Dann geriet der Lokführer selbst in Verdacht, seinen unbesetzten Zug in eine von ihm konstruierte Gullydeckelfalle gesteuert zu haben. Fast anderthalb Jahre danach startet nun der Prozess.

Wahlkampfauftritt von US-Präsident Trump in Minnesota

Minnesota ist ein sogenannter Swing-State, der keiner der beiden Parteien klar zuzuordnen ist. Trump hatte dort 2016 knapp gegen seine Herausfordererin Hillary Clinton gewonnen.

Erste frühe Stimmabgabe für die US-Wahl am 3. November in Minnesota möglich

In Minnesota ist die Stimmabgabe für Personen, die am Wahltag nicht anwesend sein werden, bereits 46 Tage vor der Wahl möglich. Andere Bundesstaaten folgen in den kommenden Tagen. Die Stimmzettel in Minnesota müssen persönlich in den Wahlämtern der Bezirke abgegeben werden.

Online-Pressekonferenz vor globalen Klimaprotesten mit Greta Thunberg

Am 25. September wollen junge Demonstranten der Klimabewegung Fridays for Future erstmals seit Monaten wieder in aller Welt auf die Straßen gehen, um einen stärkeren Einsatz gegen die Klimakrise einzufordern. Eine Woche vorher wollen KlimaaktivistInnen aus Ländern des globalen Südens und weiteren stark vom Klimawandel betroffenen Staaten über ihre Erfahrungen sowie Pläne für den global koordinierten Protesttag berichten. Auch die junge Schwedin Greta Thunberg soll bei der Pressekonferenz dabei sein.

nik AFP DPA

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