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Bilanz 2017: Drohbriefe, Schweineblut und Nazi-Schmierereien: Polizei zählte 950 Angriffe auf Muslime

Hetze, Angriffe auf Kopftuch tragende Frauen Sachbeschädigung mit Schweineblut. Laut des Bundesinnenministeriums hat es 2017 mindestens 950 Angriffe auf Muslime gegeben. 33 Menschen wurden dabei verletzt.

Moschee Angriff

Die Fatih Camii Moschee in Dresden nach einem Sprengstoffanschlag im September 2016

Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland mindestens 950 Angriffe auf Muslime und muslimische Einrichtungen wie etwa Moscheen. Dies geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linken-Fraktion hervor, aus der die "Neuen Osnabrücker Zeitung" zitiert. Bei diesen Angriffen seien 33 Menschen verletzt worden.

Drohbriefe, Schweineblut und Nazi-Schmierereien 

Die Behörden registrierten den Ministeriumsangaben zufolge allein knapp 60 Anschläge, Schmierereien und Schändungen, die Moscheen oder sonstigen islamischen Einrichtungen gegolten hätten. Zu den erfassten Straftaten zählen Hetze gegen Muslime im Netz, Drohbriefe, Angriffe auf Kopftuch tragende Frauen oder auf muslimische Männer auf der Straße, aber auch Sachbeschädigung etwa mit Schweineblut und Nazi-Schmierereien an Häusern und Moscheen.


In fast allen Fällen seien die Täter Rechtsextreme gewesen. Zum Jahresende entspannte sich die Lage etwas. Den vorläufigen Zahlen zufolge gab es im vierten Quartal 167 registrierte Vorfälle. Dies war deutlich weniger als noch im dritten Quartal mit 288 Vorfällen. Da die Behörden Daten zu islamfeindlichen Straftaten erst seit Jahresbeginn 2017 auswerten, gibt es keine Vergleichszahlen aus der Vorjahr 2016. Zudem  wurden im vergangenen Jahr insgesamt knapp 90 Kundgebungen gegen die vermeintliche  "Islamisierung Deutschlands" gezählt. In diesen Zahlen sind jedoch  die Pegida-Aufmärsche in Sachsen nicht erfasst.

Islamhasser sitzen mittlerweile im Bundestag

Die Innenexpertin der Linken im Bundestag, Ulla Jelpke, sagte zu dem Rückgang im letzten Quartal: "Das ist zwar erfreulich, aber kein Grund zur Entwarnung". Jelpke befürchtet mit Blick auf die AfD, dass sich eine muslimfeindliche Stimmung in Deutschland verfestige: "Die Islamhasser haben inzwischen den Sprung von der Straße in den Bundestag geschafft und tragen von der Parlamentstribüne zur Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas gegenüber muslimischem Leben in Deutschland bei."

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, geht davon aus, dass die Statistik nicht alle Delikte erfasst und so die Wirklichkeit nur in Teilen abgebildet wird. Mazyek sprach gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" von einem "großen Dunkelfeld". Polizei und Staatsanwaltschaften seien oft "noch nicht dafür sensibilisiert", weswegen viele Fälle in der Statistik nicht auftauchten.

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nik/DPA/AFP