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RTL/n-tv-"Trendbarometer" SPD zieht erstmals an Union vorbei – Scholz legt in Wählergunst weiter zu

Olaf Scholz, Bundesfinanzminister und Kanzlerkandidat der SPD
Olaf Scholz, Bundesfinanzminister und Kanzlerkandidat der SPD
© Michael Kappeler / DPA
Die SPD setzt ihre Aufholjagd in den Umfragen fort – und zieht im RTL/n-tv-"Trendbarometer" erstmals seit 15 Jahren an der Union vorbei. Auch die Zustimmung für Kanzlerkandidat Olaf Scholz wächst.

Die SPD zieht im aktuellen "Trendbarometer" von RTL/n-tv an der Union vorbei und setzt sich damit erstmals seit 15 Jahren von der CDU/CSU in der Meinungsumfrage ab. Demnach liegen die Sozialdemokraten mit 23 Prozent (ein Prozent mehr als in der Vorwoche) vor der Union mit 22 Prozent (ein Prozent weniger). Zuletzt habe die SPD im Oktober 2006 mit 32 Prozent vor der Union mit 30 Prozent gelegen. Die nun für die Union ermittelten 22 Prozent seien der schlechteste Wert, den Forsa seit Existenz des Meinungsforschungsinstituts 1984 jemals für die Union gemessen habe.

Die Grünen um Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock sacken im RTL/n-tv-"Trendbarometer" auf 18 Prozent (ein Prozent weniger) ab, die Werte von FDP (12 Prozent), AfD (10 Prozent) und Linke (6 Prozent) bleiben demnach unverändert zur Vorwoche.

Unter den sonstigen Parteien befinde sich derzeit keine, die an die 3-Prozent-Marke herankomme. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liege mit 26 Prozent weiterhin über dem Anteil der Nichwähler bei der Bundestagswahl 2017 (23,8 Prozent).

Für das aktuelle "Trendbarometer" von RTL/n-tv im Auftrag der Mediengruppe RTL seien 2504 Menschen im Zeitraum vom 17. bis 23. August 2021 befragt worden. Die Fehlertoleranz liege bei +/- 2,5 Prozentpunkten.

Keine Mehrheit für Schwarz-Grün, aber für "Ampel"-Koalition

Auf Grundlage der aktuellen Umfragewerte kämen weder ein Bündnis aus Union und Grünen (342 Mandate) noch eine Koalition aus Union und SPD (385) eine regierungsfähige Mehrheit. 

Regieren könnte demnach eine Koalition aus Union, Grünen und FDP ("Jamaika"-Koalition, 444 Mandate) und eine Koalition aus Union, SPD und FDP ("Deutschland"-Koalition, 487 Mandate). Eine regierungsfähige Mehrheit hätte auch eine sogenannte "Ampel"-Koalition aus Grünen, SPD und FDP (449 Mandate) und ein Rot-rot-grünes Bündnis aus SPD, Grünen und Linke (398 Mandate).

Scholz behauptet Spitzenplatz unter den Kandidaten

Bei der Kanzlerpräferenz gewinnt SPD-Kandidat Scholz im RTL/n-tv-"Trendbarometer" im Vergleich zur Vorwoche nochmals einen Prozentpunkt hinzu und liegt nun mit 30 Prozent weit vor Unions-Kandidat Laschet (11 Prozent), der erneut einen Punkt einbüßt. Die Werte von Grünen-Kandidatin Baerbock (15 Prozent) bleiben unverändert. 44 Prozent der Befragten würden sich für keinen der drei Bewerber entscheiden. 

Wäre CSU-Parteichef Markus Söder als Kanzlerkandidat der Union angetreten, würden sich laut der Erhebung 38 Prozent für ihn entscheiden – in diesem Vergleich deutlich mehr als für Scholz (21 Prozent) und Baerbock (14 Prozent). 

Aufwärtstrend für SPD setzt sich fort

Fünf Wochen vor der Bundestagswahl setzt die SPD ihre Aufholjagd in den Umfragen fort. Zuletzt waren die Sozialdemokraten im wöchentlichen Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts Insa für "Bild am Sonntag" mit der Union gleichgezogen. Demnach sackte die Union um drei Prozentpunkte auf 22 Prozent ab, die SPD kletterte um zwei Punkte auf ebenfalls 22 Prozent. Damit lagen Union und SPD erstmals seit April 2017 erstmals wieder gleichauf. Die Grünen um Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock verloren in der Insa-Umfrage einen Punkt und kamen auf 17 Prozent. 

Zuvor hatte Scholz laut ARD-"Deutschlandtrend" vom Donnerstag im Wettstreit der Kanzlerkandidaten kräftig zugelegt. Bei einer Direktwahl würden sich statt 35 Prozent, wie noch Anfang August, nun 41 Prozent für den SPD-Politiker entscheiden. Für Armin Laschet würden sich demnach nur noch 16 Prozent (-4) und für Annalena Baerbock nur noch zwölf Prozent (-4) entscheiden. Drei von zehn Wählern (31 Prozent, +2) könnten oder wollten sich nach wie vor auf keinen der drei festlegen. 

fs

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