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Jetzt wird's ernst! Selbst Blüm hält Rente nicht mehr für sicher


Sein "Die Rente ist sicher" ist zum geflügelten Wort geworden. Doch just zum 125. Geburtstag der deutschen Rentenversicherung hat Ex-Arbeitsminister Norbert Blüm seine ewige Zuversicht verloren.

Der ehemalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) sorgt sich um die Rente. "Wenn das Rentenniveau weiter so sinkt wie in den letzten Jahren, dann kommt man in die Nähe der Sozialhilfe, was die Rentenversicherung nicht nur um ihren guten Ruf bringt, sondern auch um ihre soziale Sicherungsfunktion", sagte Blüm der "Saarbrücker Zeitung". Ein System, aus dem man mit Beiträgen nicht mehr bekomme als jemand, der keine Beiträge gezahlt habe, "erledigt sich von selbst".

Weil die Zahl der Alten zunimmt und es immer weniger Beitragszahler gibt, sinkt der Grad der Absicherung der Rente. Blüm hatte 1986 mit einer Kampagne um Vertrauen für die Rentenversicherung geworben. Auf 15.000 großen Plakaten wurde verkündet: "Denn eins ist sicher: Die Rente." Immer wieder betonte er fortan: "Die Rente ist sicher." An diesem Dienstag wurde das 125-jährige Jubiläum der gesetzlichen Rentenversicherung in Berlin mit einem Festakt begangen.

Auch Merkel traut der Rente nichts mehr zu

Dort betonte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dass die gesetzliche Rente in Zukunft für viele nicht reichen werde. "Daher bin ich überzeugt, dass sich künftig nur durch eine Mischung gesetzlicher, betrieblicher und privater Altersvorsorge eine angemessene Absicherung im Alter aufbauen lässt", sagte Merkel am Dienstag bei einem Festakt zum 125-jährigen Jubiläum der Rentenversicherung in Berlin.

"Wir sind gefordert, Altersarmut vorzubeugen und dafür geeignete Lösungen zu entwickeln", so Merkel. Derzeit erhielten nur drei Prozent der Über-65-Jährigen ergänzend Grundsicherung. Es komme darauf an, dass die Altersvorsorge den Menschen auch in Zukunft ein angemessenes Auskommen ermögliche. Angesichts der Herausforderung müsse die Politik für Weichenstellungen bei der Rente immer wieder parteiübergreifenden Konsens suchen. Es gibt immer mehr Ältere, aber künftig immer weniger Beitragszahler.

tis/DPA DPA

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