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Die Morgenlage Auslieferung von Moderna-Impfstoff an Bundesländer beginnt

Mitarbeiter des Pharmalogistik-Unternehmens Movianto mit dem Moderna-Impfstoff. Die Bundesländer sollen heute die ersten Dosen des Corona-Impfstoffs des US-Herstellers geliefert bekommen.
Mitarbeiter des Pharmalogistik-Unternehmens Movianto mit dem Moderna-Impfstoff. Die Bundesländer sollen heute die ersten Dosen des Corona-Impfstoffs des US-Herstellers geliefert bekommen.
© Rob Engelaar / AFP
US-Außenministerium gibt versehentlich vorzeitiges Ausscheiden Trumps bekannt +++ Twitter löscht mehr als 70.00 Konten der QAnon-Bewegung +++ Verfassungsschutzchef: Sturm aufs US-Kapitol spornt Nachahmer an +++ Die Nachrichtenlage am Dienstagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

gut zwei Wochen nach dem Beginn der Impfungen mit dem ersten in der EU zugelassenen Corona-Impfstoff beginnt am Dienstag die Auslieferung des zweiten zugelassenen Vakzins der US-Firma Moderna an die Bundesländer und deren Impfzentren. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet bis Ende des Quartals mit zwei Millionen Dosen für Deutschland, im Laufe des Jahres mit 50 Millionen Dosen. 

In den USA hat indes das dortige Außenministerium versehentlich das vorzeitige Ausscheiden von Präsident Donald Trump aus dem Amt bekannt gegeben. "Die Amtszeit von Donald J. Trump ging am 11. Januar 2021 (..) zu Ende", hieß es auf der Website des Ministeriums in biografischen Angaben zu dem abgewählten Präsidenten. Es war unklar, ob die Falschangabe aus einer bloßen technischen Panne oder einem Hackerangriff resultierte. Trumps Amtszeit endet offiziell am 20. Januar.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Auslieferung von Moderna-Impfstoff an Bundesländer beginnt 

Die Bundesländer sollen heute die ersten Dosen des Corona-Impfstoffs des US-Herstellers Moderna geliefert bekommen. Die EU-Kommission hatte den Impfstoff vergangene Woche zugelassen. Anders als der Wirkstoff des deutschen Unternehmens Biontech muss der von Moderna nicht so stark gekühlt werden. Statt minus 70 Grad reichen minus 20. Es sind ebenfalls für jeden, der sich impfen lassen möchte, zwei Dosen nötig.

US-Außenministerium gibt versehentlich vorzeitiges Ausscheiden Trumps bekannt

Das US-Außenministerium hat am Montag versehentlich das vorzeitige Ausscheiden von Präsident Donald Trump aus dem Amt bekannt gegeben. "Die Amtszeit von Donald J. Trump ging am 11. Januar 2021 (..) zu Ende", hieß es auf der Website des Ministeriums in biografischen Angaben zu dem abgewählten Präsidenten. Die Falschangabe stand dort aber nur kurze Zeit. Die Seite mit der Trump-Biografie wurde dann heruntergenommen, Nutzer bekamen eine technische Fehlermeldung. Es war unklar, ob die Falschangabe aus einer bloßen technischen Panne oder einem Hackerangriff resultierte. Trumps Amtszeit endet offiziell am 20. Januar. An diesem Tag wird sein gewählter Nachfolger Joe Biden vereidigt. Allerdings gibt es nach der Erstürmung des Kapitols in Washington durch aufgebrachte Anhänger am vergangenen Mittwoch Bestrebungen im US-Kongress, Trump vorzeitig aus dem Amt zu entfernen. Die Demokraten brachten am Montag einen entsprechenden Resolutionsentwurf in das Repräsentantenhaus ein. 

Twitter löscht mehr als 70.00 Konten der QAnon-Bewegung

Twitter hat mehr als 70.000 Konten der auf Verschwörungstheorien spezialisierten QAnon-Bewegung gelöscht, die den scheidenden US-Präsidenten Donald Trump unterstützt. Als Konsequenz aus den Ausschreitungen in Washington durch Trump-Anhänger seien diese Konten dauerhaft entfernt worden, teilte der Onlinedienst am Montag mit. In vielen Fällen seien mehrere der Konten mit QAnon-Inhalten auf einen einzigen Urheber zurückzuführen gewesen. Das persönliche Konto Trumps hatte Twitter bereits am Wochenende dauerhaft gesperrt. 

Verfassungsschutzchef: Sturm aufs US-Kapitol spornt Nachahmer an

Nach dem Sturm radikaler Trump-Anhänger auf das Parlamentsgebäude in den USA befürchtet der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, Stephan Kramer, ähnliche Aktionen auch hierzulande. Die einschlägige Szene in Deutschland aus Rechtsextremisten, Reichsbürgern und Verschwörungstheoretikern fühle sich nun angespornt. Aus ihrer Sicht sei es nicht nur möglich, so etwas bei uns zu probieren, sondern geradezu geboten, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Dienstag). Zum Sturm auf das Kapitol in Washington mit mehreren Todesopfern sagte Kramer, dies sei "der Anfang von home-grown terrorism" (inländischen Terrorismus). Dies müsse allen eine Warnung sein, sagte er. "Das ist kein weit entferntes Phänomen, sondern damit sind wir direkt konfrontiert. Der Druck im Kessel steigt weiter."

Vereinte Nationen legen Vorrat für Ebola-Impfstoff an 

Die Vereinten Nationen haben für einen möglichen neuen Ausbruch der gefährlichen Ebola-Seuche einen Impfstoff-Vorrat eingerichtet. An dem Projekt sind neben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem UN-Kinderhilfswerk Unicef auch die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) und Ärzte ohne Grenzen (MSF), wie die Organisationen am Dienstag mitteilten. Der Vorrat lagert in der Schweiz. Damit sollen Regierungen im Falle eines Ausbruchs innerhalb von 48 Stunden Zugriff auf den Impfstoff des US-Unternehmens Merck, Sharp & Dohme haben, um die Bevölkerung zu schützen. Das Mittel ist in den USA, der EU sowie acht afrikanischen Ländern und von der WHO zugelassen. Damit wurden in Guinea und im Kongo schon mehr als 350.000 Menschen geimpft. 

WHO: Herdenimmunität gegen Coronavirus dieses Jahr nicht erreichbar

Trotz des Starts der Corona-Impfkampagnen in zahlreichen Ländern rechnet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht damit, dass in diesem Jahr in einzelnen Staaten ein weitgehender Schutz gegen das Virus durch die sogenannte Herdenimmunität erreicht wird. "Wir werden 2021 nicht irgendwelche Stufen von Bevölkerungsimmunität oder Herdenimmunität erreichen", sagte die WHO-Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan am Montag in einem virtuellen Pressebriefing. Swaminathan lobte den "unglaublichen Fortschritt", der mit der raschen Entwicklung gleich mehrerer sicherer und zuverlässiger Impfstoffe gegen das neuartige Coronavirus erreicht worden sei. Doch brauche die Produktion und Auslieferung der Milliarden von weltweit gebrauchten Impfdosen Zeit. Als Herdenimmunität wird bezeichnet, wenn in einer Bevölkerung so viele Menschen gegen einen Erreger immunisiert sind, dass sich dieser nur noch wenig ausbreiten kann und somit auch die nicht-geimpften Menschen weitgehend vor ihm geschützt sind.

Das wird heute wichtig: 

Plädoyers der Nebenkläger im Lübcke-Prozess 

Im Prozess um den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke plädieren ab 10 Uhr die Vertreter der Nebenklage. In dem Verfahren vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt muss sich der 47 Jahre alte Deutsche Stephan Ernst verantworten. Die Anklage wirft ihm vor, den CDU-Politiker Lübcke im Juni 2019 auf der Terrasse von dessen Wohnhaus erschossen zu haben.

Fortsetzung des Prozesses im Missbrauchskomplex Münster 

Der Prozess im Missbrauchskomplex Münster wird um 9.30 Uhr fortgesetzt. Einem 27 Jahre alten Mann aus Aachen wird unter anderem vorgeworfen, einen inzwischen elfjährigen Jungen aus Münster wiederholt vergewaltigt zu haben. Er gehört zum Kreis von insgesamt neun Männern, die nach Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Münster in dem ausufernden Komplex in Untersuchungshaft sitzen. Bundesweit gibt es mindestens 20 weitere Beschuldigte, die gesondert verfolgt werden. Der große Prozess gegen den 27-jährigen Hauptangeklagten aus Münster und drei weitere Männer und eine Frau läuft seit 12.11.2020 vor dem Landgericht.

Audi-Prozess: Aussage von Ex-Chef Stadler erwartet 

Rund drei Monate nach Beginn des Betrugsprozesses gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler und drei Ingenieure will sich der prominenteste Angeklagte erstmals selbst äußern. Das Landgericht München erwartet Stadlers Einlassung ab 9.15 Uhr. Die drei Motorentwickler sollen mehr als 400.000 Dieselmotoren ab 2008 so manipuliert haben, dass sie Abgastests bestehen, auf der Straße aber mehr Stickoxide ausstoßen. Stadler soll zwar erst nach Aufdeckung des Skandals durch die US-Umweltbehörde im September 2015 von der Sache erfahren, aber Produktion und Verkauf manipulierter Autos in Europa erst später gestoppt haben. Damit habe er sich des Betrugs, der mittelbaren Falschbeurkundung und der strafbaren Werbung schuldig gemacht, so die Staatsanwaltschaft.

"Unwort des Jahres" 2020 wird bekannt gegeben 

Die Jury der sprachkritischen Aktion will um 10.00 Uhr in Darmstadt das "Unwort des Jahres" 2020 bekannt geben. Dominierendes Thema der 1826 Einsendungen mit 625 unterschiedlichen Vorschlägen sei die Corona-Pandemie gewesen. 75 der Wörter entsprechen den Angaben nach einem der vier Unwort-Kriterien.

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Ihre stern-Redaktion

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