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Die Morgenlage Trump zeigt sich "empört" über Sturm auf Kapitol und plädiert für "Versöhnung"

Sehen Sie im Video: US-Präsident Trump verurteilt Ausschreitungen am Kapitol.




In einer Videobotschaft sagt der scheidende US-Präsident Donald Trump, er wolle sich nun auf eine geregelte Amtsübergabe an seinen Nachfolger Joe Biden fokussieren. Der scheidende US-Präsident Donald Trump verurteilt die Ausschreitungen seiner Anhänger beim Sturm des Kapitols. Es sei ein "abscheulicher Angriff" gewesen, teilt Trump in einer Videobotschaft auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit.
Die Demonstranten hätten mit ihrer Aktion "den Sitz der amerikanischen Demokratie beschmutzt". Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden und repräsentierten nicht Amerika.
Erstmal äußerte sich Trump auch zu der Amtsübergabe an seinen Nachfolger Joe Biden, und sagte:
"Jetzt hat der Kongress die Ergebnisse bestätigt. Am 20. Januar wird eine neue Regierung vereidigt. Mein Fokus liegt nun darauf, einen reibungslosen, geordneten und nahtlosen Machtwechsel zu gewährleisten. Dieser Moment erfordert Heilung und Versöhnung", so Trump in dem Video.
Mehrere Kabinettsmitglieder und Angestellte des Weißen Hauses traten als Reaktion auf die Ausschreitungen zurück. Darunter auch die US-Bildungsminister Betsy DeVos, mit der Begründung, dass es keinen Zweifel daran gebe, dass Trumps Rhetorik einen Einfluss auf die Situation gehabt habe.
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Trump um Schadensbegrenzung bemüht +++ Bei Ausschreitungen in Washington verletzter Polizist gestorben +++ Chef der für US-Kapitol zuständigen Polizeibehörde tritt zurück +++ Boeing zahlt wegen 737 MAX 2,5 Milliarden Dollar Strafe +++ Die Nachrichtenlage am Freitagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

für eine kurze Zeit hat uns Trump mit seinen Botschaften verschont, was in erster Linie daran lagt, dass Twitter ihn vorübergehend gesperrt hatte. Doch jetzt hat sich der US-Präsident nach der Erstürmung des Kapitols in Washington durch seine radikalen Anhänger zu Wort gemeldet - in einer zweihalbminütigen Videobotschaft auf Twitter. Darin verurteilte er die eskalierten Proteste seiner Anhänger und versprach erneut, sich der Amtsübergabe an den gewählten Präsidenten Joe Biden nicht weiter in den Weg zu stellen. "Wie alle Amerikaner bin ich empört über die Gewalt, Gesetzlosigkeit und das Chaos", sagte er und kündigte strafrechtliche Konsequenzen für die Randalierer an. Trump tat dabei gerade so, als habe er durch eine Rede nicht maßgeblich zu den beschämenden Ereignissen beigetragen. Und: "Eine neue Regierung wird am 20. Januar vereidigt werden", führte er weiter aus. "Ich konzentriere mich nun darauf, eine reibungslose, geordnete und nahtlose Machtübergabe zu gewährleisten." Dem Land als Präsident zu dienen sei für ihn die Ehre seines Lebens gewesen.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Bei Ausschreitungen in Washington verletzter Polizist gestorben

Ein bei den Ausschreitungen am Sitz des US-Kongresses verletzter Polizist ist gestorben. Dies teilte die für den Schutz des Kapitols in Washington zuständige Polizeibehörde mit. Der Beamte war den Angaben zufolge nach seiner Verletzung bei den Konfrontationen mit den Randalierern zunächst in das Büro seiner Einheit zurückgekehrt. Dort brach er dann zusammen und wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wo er seinen Verletzungen erlag.

Zweiter Rücktritt eines US-Kabinettsmitglieds nach Unruhen am Kapitol

Wegen des Angriff auf das Kapitol durch Anhänger von US-Präsident Donald Trump ist das zweite Mitglied seines Kabinetts zurückgetreten. Bildungsministerin Betsy DeVos teilte in ihrem von der "New York Times" verbreiteten Schreiben an Trump mit, sie werde ihr Amt an diesem Freitag niederlegen. Mit Blick auf die gewaltsamen Proteste am Mittwoch schrieb DeVos: "Es ist nicht zu verkennen, welche Auswirkungen Ihre Rhetorik auf die Situation hatte, und das ist der Wendepunkt für mich." Viele Demokraten, aber auch mehrere Republikaner werfen Trump vor, den Angriff angezettelt zu haben. DeVos gehörte Trumps Kabinett seit Februar 2017 an. 

Chef der für US-Kapitol zuständigen Polizeibehörde tritt zurück

Als Konsequenz aus der Erstürmung des US-Kongresses durch Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump tritt der Chef der für die Sicherheit des Parlaments zuständigen Polizeibehörde zurück. Der Leiter der Kapitolpolizei, Steven Sund, gebe am 16. Januar sein Amt ab, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus dem Umfeld der Polizeibehörde. Die Kapitolpolizei steht wegen der Randale massiv in der Kritik. Ihr wird von vielen Seiten vorgeworfen, den Parlamentssitz nicht ausreichend gegen die aufgebrachten Trump-Anhänger abgesichert zu haben. Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hatte den Rücktritt Sunds verlangt.

Maas glaubt nicht an Kehrtwende von US-Präsident Trump

Auch nach der Gewalteskalation in Washington rechnet Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) nicht damit, dass US-Präsident Donald Trump seine Wahlniederlage noch eingestehen wird. Maas sagte der "Saarbrücker Zeitung" (Freitag): "Der Anstand hätte es schon vor Wochen geboten, den Wahlsieg von Joe Biden klipp und klar anzuerkennen, so wie es alle Wahlverlierer in den USA zu unseren Lebzeiten getan haben. Diese Hoffnung habe ich bei Donald Trump nicht mehr."

Nordiren spüren den Brexit im Supermarkt

In Nordirland bekommen Verbraucher den Brexit wenige Tage nach dem Ende der Übergangsphase bereits im Supermarkt zu spüren. "Die Menschen hier beschweren sich über leere Regale in den Supermärkten", sagte die nordirische Konfliktforscherin und Brexit-Expertin Katy Hayward von der Queen's University Belfast der Deutschen Presse-Agentur. Insbesondere bei frischen Produkten komme es zu Störungen der Lieferketten. Unternehmen seien unsicher, welche Formulare bei der Einfuhr notwendig sind. "Viele merken, dass sie nicht vorbereitet sind", so Hayward. Das sei nicht überraschend - normalerweise brauche es Jahre, um solche aufwendigen Veränderungen umzusetzen. Viele Firmen verschieben daher ihre Fahrten, was sich bei frischen Produkten als erstes bemerkbar macht.

Boeing zahlt wegen 737 MAX 2,5 Milliarden Dollar Strafe und Entschädigung  

Der US-Flugzeugbauer Boeing wird im Zusammenhang mit den Abstürzen seiner Maschine 737 MAX 2,5 Milliarden Dollar (zwei Milliarden Euro) Strafe und Entschädigung zahlen. Der Konzern habe den Strafzahlungen zugestimmt, teilte das US-Justizministerium am Donnerstag in Washington mit. Im Gegenzug werden den Angaben zufolge die strafrechtlichen Verfahren gegen das Unternehmen in den USA wegen Verschwörung zum Betrug eingestellt.

Frau in Hannover getötet - Tatverdächtiger stellt sich

Eine 50-jährige Frau ist am Donnerstagabend in Hannover nach Polizeiangaben erstochen worden. "Wir konnten sie nur noch tot in einer Wohnung finden - es handelt sich definitiv um ein Tötungsdelikt", sagte ein Polizeisprecher. Zuvor hatte ihr ebenfalls 50 Jahre alter Lebenspartner gegen 22.00 Uhr den Notruf gewählt. Er soll die Tat bereits am Telefon gestanden haben. Der genaue Tathergang war zunächst unbekannt. Nach Angaben der Polizei wurde die Frau erstochen. "Es wurde ein Messer gefunden. Das ist wohl die Tatwaffe." Der Mann sei in Gewahrsam.

Was heute wichtig wird:

Länder sollen neue Impfdosen erhalten

Die Bundesländer sollen heute eine neue Lieferung des Corona-Impfstoffs des Herstellers Biontech erhalten. Sie sollen insgesamt knapp 668.000 Impfdosen bekommen. Die Lieferung soll direkt von Biontech an die 27 Anlieferzentren der Länder gehen. Den größten Anteil erhält das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 141.375 Dosen. Den kleinsten Anteil bekommt Bremen mit 4875 Dosen. In dieser Größenordnung war die Lieferung auch angekündigt worden.

Hamburg ist erstes Bundesland mit schärferen Corona-Regeln

Als erste in Deutschland müssen die Hamburger am Freitag ihre Kontakte weiter einschränken. Die neue Corona-Verordnung der Stadt sollte nach Senatsangaben um Mitternacht in Kraft treten. In einigen anderen Bundesländern sollen ab Sonntag schärfere Regeln gelten, in den meisten erst ab Montag. Neben einer Verlängerung des bestehenden Lockdowns bis Ende Januar sieht die neue Hamburger Verordnung auch schärfere Kontaktregelungen vor. So dürfen Angehörige eines Haushalts nur noch mit einer Person eines anderen Haushalts zusammentreffen. Bisher waren Kontakte auf fünf Menschen aus maximal zwei Haushalten beschränkt.

Autoverkäufe brechen ein - Kraftfahrt-Bundesamt legt Zahlen vor

Ein neues Auto stand im Corona-Jahr 2020 für viele Haushalte und Betriebe in Deutschland nicht ganz oben auf der Agenda. Die deutschen Autobauer gehen davon aus, dass bundesweit etwa ein Fünftel weniger Autos verkauft wurden als 2019. Das wären dann noch rund 2,9 Millionen. Wie viele Fahrzeuge tatsächlich neu zugelassen wurden, will das Kraftfahrt-Bundesamt am Freitag bekannt geben. 

Jusos verkünden neuen Vorstand bei digitalem Bundeskongress

Die Jungsozialisten (Jusos) ernennen ihren neuen Vorstand. Auf einem digitalen Bundeskongress (ab 11.30 Uhr) will die SPD-Jugendorganisation das Ergebnis ihrer Briefwahl verkünden. Einzige Kandidatin für den Vorsitz ist die ehemalige nordrhein-westfälische Juso-Landeschefin Jessica Rosenthal. Die 28-jährige Lehrerin übernimmt aller Voraussicht nach das Amt von Kevin Kühnert, der im kommenden Jahr in den Bundestag einziehen will und derzeit bereits SPD-Bundesvize ist.

Klassiker Bayern gegen Gladbach - Flick fordert andere Einstellung

Der FC Bayern München will in der Fußball-Bundesliga (20.30 Uhr/DAZN) endlich wieder einen Sieg ohne einen vorherigen Rückstand einfahren. Im Auswärtsspiel gegen Borussia Mönchengladbach fordert Trainer Hansi Flick deshalb ein konzentriertes Auftreten vom Anpfiff an. "Wir brauchen von Anfang an eine andere Einstellung", sagte Flick. Zuletzt waren die Münchner in der Bundesliga achtmal nacheinander in Rückstand geraten. Bei Gladbach ist Ramy Bensebaini nach überstandener Covid-19-Erkrankung zurück. Er hat an die Münchner beste Erinnerungen: Vor etwas mehr als einem Jahr erzielte der Algerier beim 2:1-Sieg der Borussia beide Tore gegen den FC Bayern.

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Ihre stern-Redaktion

tis DPA AFP

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