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Die Morgenlage "Manipulative" Berichterstattung - Warschau bestellt deutschen Diplomaten ein

Der polnische Präsident Andrzej Duda
Bei einer Wahlkampfveranstaltung hat der polnische Präsident Andrzej Duda von einer "deutschen Attacke" gegen Polen gesprochen und dabei den "Welt"-Korrespondenten Philipp Fritz namentlich erwähnt
© Czarek Sokolowski / DPA
Warschau bestellt im Streit um Wahlberichterstattung deutschen Diplomaten ein +++ Erste Hinrichtung in Texas nach mehrmonatiger Corona-Pause +++ Corona-Infektionszahlen in Tulsa seit Trump-Auftritt gestiegen +++ Die Nachrichtenlage am Donnerstag.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

am Sonntag findet in Polen die Stichwahl zwischen dem konservativen Amtsinhaber Andrzej Duda und seinem liberalen Herausforderer Rafal Trzaskowski statt. Wenige Tage vor der Präsidentenwahl verschärfen sich nun die Spannungen mit der Regierung in Deutschland. Warschau wirft deutschen Medien "manipulative" Berichterstattung vor - und bestellte einen ranghohen Diplomaten ein. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Warschau bestellt im Streit um Wahlberichterstattung deutschen Diplomaten ein

Im Streit um die angebliche Einmischung deutscher Medien in den polnischen Präsidentschaftswahlkampf hat das Außenministerium in Warschau den Geschäftsträger der deutschen Botschaft einberufen. Zuvor hatten Verbalattacken des polnischen Präsidenten Andrzej Duda gegen den deutschen "Welt"-Korrespondenten Philipp Fritz Empörung in Deutschland ausgelöst.

Hintergrund der Einberufung des deutschen Diplomaten sei die "manipulative" Berichterstattung deutscher Zeitungen zur Präsidentschaftswahl in Polen, sagte der stellvertretende Außenminister Szymon Szynkowski vel Sek der Nachrichtenagentur PAP. Die Berichterstattung in bestimmten deutschen Medien erwecke den Eindruck der "Befangenheit zugunsten eines Kandidaten", kritisierte er. Zudem erhob Präsidenten Andrzej Duda den Vorwurf, dass Deutschland die Präsidentschaftswahl in Polen zu beeinflussen versuche. 

Bundestagsabgeordnete fast aller Fraktionen zeigten sich angesichts der verbalen Angriffe auf Fritz besorgt über den Zustand der Pressefreiheit im Nachbarland.

Reiche wurden vor Corona-Krise reicher - mehr Dollar-Millionäre

Die Reichen haben vor der Corona-Krise trotz Konjunktureintrübung und internationaler Handelskonflikte weltweit mehr Vermögen angehäuft. Vor allem gestiegene Aktienkurse trieben das Vermögen der Dollar-Millionäre 2019 gegenüber dem Vorjahr um 8,6 Prozent auf insgesamt 74 Billionen US-Dollar (65,58 Billionen Euro), wie aus einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Capgemini hervorgeht. Im Jahr 2018 hatten Verluste an den Börsen noch für einen leichten Rückgang gesorgt.

Zugleich gewann der Club der Reichen mehr Mitglieder. Rund um den Globus gab es den Angaben zufolge 19,6 Millionen Menschen, die über ein anlagefähiges Vermögen von mehr als einer Million Dollar verfügten. Das waren 8,8 Prozent mehr als im Jahr 2018. In Deutschland stieg die Zahl der vermögenden Privatanleger den Angaben zufolge um 8,6 Prozent auf 1,466 Millionen. Ihr Vermögen legte um 8,8 Prozent auf rund 5,48 Billionen Dollar zu. Sie profitierten insbesondere von gestiegenen Aktienkursen und Immobilienpreisen. 

Erste Hinrichtung in Texas nach mehrmonatiger Corona-Pause

Im US-Bundesstaat Texas sind nach mehrmonatiger Corona-Pause die Hinrichtungen fortgesetzt worden. Am Mittwoch wurde der 45-jährige Billy Joe Wardlow mit der Giftspritze getötet, wie die Gefängnisverwaltung in Huntsville mitteilte. Er war wegen der Ermordung eines 82-jährigen Mannes während eines im Jahr 1993 Raubüberfalls zum Tode verurteilt worden. 

442 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 442 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 197.783 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete (Datenstand 9.Juli, 0 Uhr). In Deutschland starben nach RKI-Angaben 9048 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag. 

Corona-Infektionszahlen in Tulsa seit Trump-Auftritt deutlich gestiegen

Rund zweieinhalb Wochen nach der umstrittenen Wahlkampfkundgebung von US-Präsident Donald Trump in Tulsa im Bundesstaat Oklahoma ist in der Stadt eine deutlich erhöhte Rate von Neuinfektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden. Wie die örtliche Gesundheitsbehörde am Mittwoch mitteilte, wurde zuletzt eine Zunahme der Infektionsfälle um 266 binnen 24 Stunden verzeichnet. Bereits an den beiden Vortagen waren es jeweils mehr als 200 neue Fälle gewesen.

Was heute wichtig wird:

Wie geht es weiter bei Tönnies? Behörden beraten über Hygienekonzept

Nach Prüfung des Hygienekonzepts von Tönnies wollen die Behörden um 10 Uhr erneut über die Wiederaufnahme des Betriebs in der Fleischfabrik beraten. Im Anschluss soll es erste Entscheidungen geben, wie es an dem Standort in Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh) weitergeht.

Nach dem massiven Corona-Ausbruch mit rund 1400 Infizierten in der Belegschaft sollen die Schweineschlachtung und Fleischverarbeitung in dem Werk erst dann wieder hochgefahren werden, wenn ein stichhaltiges Konzept zur Verhinderung weiterer Corona-Ausbrüche vorliegt.

Seehofer stellt Verfassungsschutzbericht vor 

Etwas später als geplant stellt Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) an diesem Donnerstag den Verfassungsschutzbericht für 2019 vor. In seinem jährlichen Bericht gibt der Inlandsnachrichtendienst einen Überblick über extremistische Bestrebungen in Deutschland und liefert Einschätzungen zu deren Größe und Bedeutung.

Export bricht in Coronakrise ein – Bundesamt gibt Daten bekannt

Die Coronakrise macht Deutschlands Exportunternehmen schwer zu schaffen. Wie sich die Ausfuhr von Waren "made in Germany" im Mai nach dem Absturz im April entwickelt hat, gibt das Statistische Bundesamt um 8 Uhr bekannt. Grenzschließungen, Störungen in der Logistik und Unterbrechungen der Lieferketten hatten tiefe Spuren hinterlassen. Der Wert der Warenausfuhren war im April nach Angaben der Wiesbadener Behörde gegenüber dem Vorjahresmonat um 31,1 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro eingebrochen.

Urteil gegen Stadtplanerben Alexander Falk erwartet

Im Prozess um einen Angriff auf einen Wirtschaftsanwalt in Frankfurt wird um 12 Uhr das Urteil gegen den Hamburger Unternehmer Alexander Falk erwartet. Falk wird vor dem Landgericht Frankfurt Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung vorgeworfen. Der Wirtschaftsanwalt war im Februar 2010 angeschossen und schwer am Oberschenkel verletzt worden. Falk sitzt bereits seit 22 Monaten in Untersuchungshaft. Den Vorwurf hat er mehrmals zurückgewiesen.

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Ihre stern-Redaktion

ivi/wue DPA AFP

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