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"heute wichtig" Eckart von Hirschhausen: "Wir gehen sehenden Auges in eine Vollkatastrophe rein"

Eckart von Hirschhausen
"Hitze ist die größte Gesundheitsgefahr, auf die wir uns in diesem Jahrhundert vorbereiten müssen", sagt Eckart von Hirschhausen, Arzt, Autor und Moderator.
© Christian Charisius / DPA
Die Hitzewelle über Deutschland gefährdet Menschen. Sie ist aber auch ein klares Indiz für die Klimakrise. Arzt und Autor Dr. Eckart von Hirschhausen mahnt: "Kein Mensch, egal wie reich er ist, kann sich seine eigene Außentemperatur kaufen." Und auch Klimaanlagen für Innenräume sind keine gute Lösung. 

Die Hitze hat Deutschland fest im Griff. Mit fast 40 Grad ist es hier so warm, dass sogar die Deutsche Bahn entschieden hat, eine Sonderkulanzregelung anzubieten. Mit der können Kund:innen ihr heutiges Ticket bis zum 27. Juli nutzen. Der Arzt, Autor und Kabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen ist in der 321. Folge von "heute wichtig" zu Gast und hat schon vor einer Weile mit Michel Abdollahi über die Bedeutung der wiederkehrenden Hitzewellen gesprochen. Klar für ihn ist: "Die Hitze tut unserer Seele nicht gut". Kein Mensch, egal wie reich er sei, könne sich seine eigene Außentemperatur kaufen, so Hirschhausen: "Du kannst dich natürlich verbunkern und mit Klimaanlagen runterkühlen. Aber das ist ja kein gutes Leben." 

Durch Rekord-Temperaturen sterben Menschen, die ohne die Hitze nicht gestorben wären  

Die europaweite Hitzewelle birgt einige Gefahren. Von 2018 bis 2020 sind allein in Deutschland laut einer Erhebung des Robert Koch-Instituts, des Deutschen Wetterdienstes und des Umweltbundesamts mehr als 19.000 Menschen durch die Hitze gestorben. Das Problem ist, darüber wird viel zu wenig gesprochen, kritisiert Eckart von Hirschhausen: "Hitzetote sind deshalb nicht in den Medien, weil sie nicht an dem Tag sterben, an dem es heiß ist." Viel mehr sterben diese Menschen an den Nachwirkungen von extremer Hitze, betroffen sind insbesondere Kinder und vorerkrankte Personen. Das ist ein großes Problem, besonders dann, weil die Hitzewellen von vielen Leuten unterschätzt werden: "Es braucht ein Bewusstsein dafür, dass Hitze die größte Gesundheitsgefahr ist, auf die wir uns in diesem Jahrhundert vorbereiten müssen." Deshalb fordert er einen nationalen Hitzeschutzplan, wie beispielsweise Frankreich ihn bereits hat. 

Michel Abdollahi
© TVNOW / Andreas Friese

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Klar, meinungsstark, auf die 12: "heute wichtig" ist nicht nur ein Nachrichten-Podcast. Wir setzen Themen und stoßen Debatten an – mit Haltung und auch mal unbequem. Dafür sprechen Host Michel Abdollahi und sein Team aus stern- und RTL-Reporter:innen mit den spannendsten Menschen aus Politik, Gesellschaft und Unterhaltung. Sie lassen alle Stimmen zu Wort kommen, die leisen und die lauten. Wer "heute wichtig" hört, startet informiert in den Tag und kann fundiert mitreden.

Eckart von Hirschhausen: "Wir gehen sehenden Auges in eine Vollkatastrophe rein" 

Die vermeintlich einfachste Rettung gegen die Hitze, zumindest für Innenräume, scheint eine Klimaanlage zu sein. Wenn es warm ist, wächst die Nachfrage nach den kühlenden Geräten immens. Das findet Hirschhausen problematisch, denn was die Räume kühlt, erhitzt gleichzeitig den Planeten weiter. Das liegt an der Funktionsweise von Klimaanlagen. Vorne kommt kalte Luft raus, auf der Rückseite wird Wärme ausgestrahlt, die die Luft wiederum verschmutzt und zusätzlich Energie frisst: "Solange wir weiter Kohle verstromen, heizen wir das Klima weiter an." Somit bilden Klimaanlagen, die uns die Hitzewelle erleichtern sollten, einen weiteren Grund, weshalb die Menschheit mit den extremen Temperaturen zu kämpfen hat. Wer also über die Anschaffung einer solchen Geräts nachdenkt, sollte sich laut Hirschhause über die Konsequenzen im Klaren sein: "Wir haben noch zehn Jahre, um massive Veränderungen einzuleiten und zu verhindern, dass wir die planetaren Grenzen sprengen. Deswegen lohnt es sich, um jedes Zehntel Grad zu kämpfen." 

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rw

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