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Die Morgenlage Forderung nach mehr Klimaschutz: Thunberg trifft Merkel in Berlin

Morgenlage - Angela Merkel und Greta Thunberg
Vor knapp einem Jahr trafen Klimaaktivistin Greta Thunberg (r.) und Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits in New York aufeinander (Archivbild)
© Bundesregierung / DPA
1707 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland +++ US-Demokraten nominieren Kamala Harris als Vizekandidatin +++ "Kohl-Tonbänder": Bundesgerichtshof verhandelt über Klage von Maike Kohl-Richter +++ Die Nachrichtenlage am Donnerstag.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

wie erwartet haben die US-Demokraten in der Nacht Senatorin Kamala Harris als Vizekandidatin für die Präsidentschaftswahl im November nominiert. Indes ließ Donald Trump eine Gelegenheit verstreichen, sich von Anhängern der rechten QAnon-Verschwörungstheorie zu distanzieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft sich am Morgen mit Klimaaktivistin Greta Thunberg, später reist sie auf Einladung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron nach Südfrankreich.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Wir haben für Sie zusammengefasst, was in der Nacht passiert ist:

1707 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Deutschland auf den höchsten Wert seit Ende April gestiegen. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 1707 neue Corona-Infektionen. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Morgen hervor. Höher lag die Zahl zuletzt am 26. April mit 1737 registrierten Neuinfektionen. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen, danach waren die Werte deutlich gesunken. Seit Ende Juli steigt die Zahl der Nachweise wieder an.

Waldbrände in Kalifornien - Tausende fliehen vor den Flammen

Waldbrände in Kalifornien haben Tausende Menschen aus ihren Häusern getrieben. Eine "massive Hitzewelle" würde die Situation verschärfen, warnte der Gouverneur des Westküstenstaates, Gavin Newsom. Er habe aus anderen Bundesstaaten zusätzliche Helfer und Geräte zur Bekämpfung der zahlreichen Feuer angefordert. Seinen Angaben zufolge lodern in dem Staat derzeit 23 Großbrände, insgesamt seien in den letzten Tagen mehr als 360 Feuer, viele davon durch Blitzschlag, entfacht worden.

US-Demokraten nominieren Kamala Harris als Vize-Kandidatin

Die US-Demokraten haben die Senatorin Kamala Harris bei ihrem weitgehend virtuellen Parteitag als Vize-Kandidatin für die Präsidentschaftswahl im November nominiert. "Ich erkläre hiermit, dass Kamala Harris zur demokratischen Kandidaten für das Amt der Vizepräsidenten gewählt ist", sagte der Parteitagsvorsitzende Bennie Thompson am Mittwochabend (Ortszeit). Joe Biden war am Dienstag offiziell als Präsidentschaftskandidat der Demokraten bei der Wahl am 3. November nominiert worden.

Trump über Verschwörungstheoretiker: "Sie mögen mich offensichtlich" 

US-Präsident Donald Trump hat eine Gelegenheit verstreichen lassen, sich von Anhängern der rechten QAnon-Verschwörungstheorie zu distanzieren. "Wie ich verstehe, mögen sie mich sehr, was ich zu schätzen weiß", sagte Trump auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Er wisse zwar nicht viel über die Bewegung. Er habe aber gehört, dass sie an Popularität gewinne. Und: "Ich habe gehört, dass es Leute sind, die unser Land lieben."

Die zentrale Behauptung der QAnon-Anhänger ist, dass es eine Verschwörung gegen Trump in den tieferen Schichten des Regierungsapparates gebe. Außerdem behaupten sie oft, prominente Politiker der Demokratischen Partei in den USA ließen sich mit Hormonen behandeln, die aus dem Blut von Kindern gewonnen würden.

Von einer Reporterin speziell darauf angesprochen, dass die QAnon-Anhänger glaubten, er rette die Welt "vor einem satanischen Kult aus Pädophilen und Kannibalen", sagte Trump: "Ich habe das nicht gehört. Aber soll das etwas Schlechtes sein oder etwas Gutes? Wenn ich helfen kann, die Welt vor Problemen zu retten, bin ich bereit dazu." Seine Regierung rette die Welt bereits vor "radikaler linker Philosophie".

Mindestens 45 Tote bei Havarie von Flüchtlingsschiff vor Libyen

Bei der bislang schlimmsten Havarie eines Flüchtlingsschiffes vor der libyschen Küste in diesem Jahr sind nach UN-Angaben in dieser Woche mindestens 45 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Todesopfern seien fünf Kinder, teilten das Flüchtlingshilfswerk UNHCR und die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Genf mit. 37 Menschen seien bei dem Unglück am Montag vor dem libyschen Hafen Swara von Fischern gerettet worden. 

Trump will Sanktions-Mechanismus gegen Iran auslösen

Im Ringen um das Schicksal des Atomabkommens mit dem Iran wollen die USA die Wiedereinsetzung aller UN-Sanktionen aus Zeiten vor dem Deal erzwingen. Er habe US-Außenminister Mike Pompeo dazu angewiesen, den sogenannten Snapback-Mechanismus im UN-Sicherheitsrat auszulösen, sagte US-Präsident Donald Trump in Washington. "Meine Regierung wird nicht zulassen, dass diese nukleare Situation im Iran weitergeht. Sie werden niemals eine Atombombe haben", sagte Trump.

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Thunberg und Neubauer bei Kanzlerin Angela Merkel 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trifft um 10 Uhr mit der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg und der deutschen Sprecherin der Bewegung Fridays for Future, Luisa Neubauer, im Kanzleramt zusammen. Hintergrund sind Forderungen der Klimaschützer an die EU nach größeren Anstrengungen im Kampf gegen die Erderwärmung, die möglichst während der aktuellen deutschen EU-Ratspräsidentschaft auf den Weg gebracht werden sollen. Dabei geht es besonders um ein Nachschärfen der EU-Klimaziele für 2030.

Thunberg und Neubauer sowie weitere Aktivistinnen von Fridays for Future wollen sich im Anschluss (13.30 Uhr) auf einer Pressekonferenz zu dem Gespräch äußern. Beide haben wiederholt Bundesregierung und EU mangelnden Ehrgeiz beim Klimaschutz vorgeworfen.

Macron empfängt Kanzlerin Merkel

Kanzlerin Merkel reist auf Einladung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron nach Südfrankreich. Der Staatschef empfängt die Kanzlerin in seiner Sommerresidenz, der Festung Brégançon an der Mittelmeerküste (Beginn des Treffens am Nachmittag, gemeinsame Pressekonferenz gegen 18.30 Uhr). Themen sind unter anderem die Krise in Belarus und der Militärputsch in Mali. Bei dem Treffen geht es nach Angaben des französischen Präsidialamtes auch um die Corona-Pandemie, die künftigen EU-Finanzen und die Spannungen zwischen der Türkei, Griechenland und Zypern im östlichen Mittelmeer. Am Mittwoch hatten Merkel und Macron bereits an einem Videogipfel der EU-Staats- und Regierungschefs teilgenommen.

Bundesgerichtshof verhandelt über Klage von Maike Kohl-Richter wegen der "Kohl-Tonbänder"

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe verhandelt ab 10 Uhr erneut im Dauerstreit zwischen Altkanzler Helmut Kohl beziehungsweise dessen Witwe Maike Kohl-Richter mit dem Journalisten Heribert Schwan. Schwan war Ghostwriter für Kohls Memoiren und zeichnete hierfür 200 Tonbänder mit 630 Stunden persönlicher Erinnerungen des Altkanzlers auf. 2015 entschied der BGH, dass Schwan die Bänder an Kohl herausgeben muss. Nach dessen Tod 2017 verlangt nun seine Witwe Auskunft über Anzahl und Verbleib von Vervielfältigungen der Bänder und weiterer Unterlagen. Darauf aufbauend will Kohl-Richter dann Schadenersatz einklagen.

Prozessbeginn gegen Bundeswehrangehörigen wegen sexueller Nötigung und Vergewaltigung

Einem 45-Jährigen wird als Hauptfeldwebel der Bundeswehr vorgeworfen, gegen zwei Soldatinnen sexuell übergriffig geworden zu sein. Unter anderem soll er eine Soldatin in mehreren Fällen mit der Drohung einer Veröffentlichung von Nacktbildern zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Der Prozess vor dem Amtsgericht Gera startet um 9 Uhr.

Parteitag der US-Demokraten endet

US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden hält gegen 22 Uhr Ortszeit (Freitag, 4 Uhr MESZ) zum Abschluss des Demokraten-Parteitags seine mit Spannung erwartete Nominierungsrede. Der frühere Vizepräsident wird sich wegen der Corona-Pandemie in einer Videoansprache von seinem Heimatstaat Delaware aus an seine Parteifreunde und die Wähler wenden. Die Nominierungsreden der Präsidentschaftskandidaten sind traditionell Höhepunkte des Wahlkampfes. Wegen der Corona-Krise findet der in Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin organisierte Parteitag weitestgehend virtuell statt. Die Republikaner von Präsident Donald Trump halten ihren Parteitag kommende Woche in Charlotte im Bundesstaat North Carolina ab. Biden wird Trump bei der Präsidentschaftswahl am 3. November herausfordern.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag, Ihre stern-Redaktion!

rw DPA AFP

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