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US-Wahl kompakt Jüngste Umfragen: Es sieht gut aus für Hillary Clinton

US-Fähnchen vor Hillary Clinton - Sie führt laut letzten Umfragen zur US-Wahl vor Donald Trump
Wird Amerika am Dienstag seiner ersten Präsidentin zujubeln? Die jüngsten Umfragen zur US-Wahl bescheinigen ihr einige Prozentpunkte Vorsprung vor Donald Trump.
© Justin Lane/DPA
Am Tag vor der Präsidentenwahl tun sich US-Medien mit aktuellen Wählerumfragen hervor. Sie sehen Hillary Clinton im Vorteil. Das gilt auch für die Buchmacher. Die News zur US-Wahl.

+++ Obama stärkt FBI-Direktor Comey den Rücken +++

Die erneuten Ermittlungen des FBI gegen Hillary Clinton wegen der E-Mail-Affäre könnten den Ausgang der Wahl beeinflussen. Das Clinton-Lager hat sich entschlossen, auf die Einstellung der Ermittlungen nicht weiter zu reagieren - das Thema gilt als zu heikel für die Demokratin. Präsident Barack Obama, dessen Kabinett Clinton als Außenministerin angehörte, ließ nun sogar wissen, er habe weiterhin Vertrauen in FBI-Chef James Comey. Der war für die Veröffentlichung der neuen Ermittlungsergebnisse unmittelbar vor der Wahl hart kritisiert worden.

+++ Schäuble: Keine Turbulenzen an Finanzmärkten durch US-Wahl +++

Ob Trump oder Clinton: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) erwartet nach den US-Präsidentschaftswahlen keine Finanz-Turbulenzen. "Ich vermute mal, dass die Finanzmärkte jedes denkbare Wahlergebnis in den Vereinigten Staaten eingepreist haben", so Schäuble beim Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Er hoffe, "dass es ein von allen akzeptiertes Wahlergebnis geben wird, dass wir nicht noch womöglich eine längere Hängepartie bekommen" und glaube an "die Vernunft der Demokratie".

+++ Auch Buchmacher sehen Hillary Clinton vorn +++

Wer auf Hillary Clinton als kommende US-Präsidentin wettet, der kann zwar Recht behalten, aber nicht reich werden. Mit einer Siegquote von 1,17 steht die Demokratin beim Wettanbieter bwin zu Buche. Die Quote für einen Sieg von Donald Trump liegt bei 5,0 und damit deutlich schlechter. Für zehn Euro Einsatz würde man also bei einem Sieg von Clinton 11,70 Euro und bei einem Trump-Sieg 50 Euro bekommen.

+++ "Washington Post"/ABC: Clinton führt mit 47 zu 43 Prozent +++

Wer macht das Rennen ums Weiße Haus? Einer neuen Umfrage der "Washington Post" und des TV-Senders ABC zufolge wird es Hillary Clinton schaffen. Sie liegt nach einer am Montag veröffentlichten Erhebung mit 47 zu 43 Prozent derzeit vor Donald Trump. Allerdings geben die Demoskopen die sogenannte Fehlertoleranz mit plus/minus 2,5 Prozentpunkten an. Befragt wurden 1763 Amerikaner, die wahrscheinlich wählen werden, heißt es. CBS sieht Clinton ebenfalls vier Punkte in Front. Auch in der letzten landesweiten Umfrage für den Börsen- und Newsdienst Bloomberg liegt Clinton vorn - mit drei Prozentpunkten. Es bleibt also bei einem engen Rennen. Und: Es kommt letztlich nicht auf die absoluten Stimmen, sondern auf die Anzahl der Wahlmänner an, wie so mancher US-Kandidat schmerzhaft erleben musste.

+++ Letzter Wahlkampftag: Intensiver Schluss-Spurt für Hillary Clinton und Donald Trump +++

Der letzte Tag im Wahlkampf ist für beide Kandidaten besonders arbeitsreich. Vor allem die umkämpften Swing-States, die nicht traditionell einem Lager fest zugeordnet werden können, werden bereist. Republikaner Donald Trump tritt im schwer umkämpften Florida auf, dazu in New Hampshire, North Carolina, Pennsylvania und Michigan. In den letztgenannten Staaten wird auch Hillary Clinton nochmals Wahlkampf betreiben. Ihr letzter Auftritt wird in Philadelphia, der größten Stadt in Pennsylvania, sein. Dort wird sie von Barack und Michelle Obama sowie ihrem Mann Bill und ihrer Tochter Chelsea unterstützt.

+++ Anleger erleichtert über Entwicklung: Dax vor US-Wahl im Plus +++

Keine neuen Ermittlungen des FBI gegen Hillary Clinton in der E-Mail-Affäre: Das wird von den Investoren als Rückenwind für einen Wahlsieg Clintons gewertet, so Analysten. Der Dax gewann im frühen Handel 1,52 Prozent auf 10 415,36 Punkte und erholte sich damit etwas von seinen Verlusten aus der vergangenen Woche. Der MDax rückte um 1,06 Prozent auf 20 645,77 Punkte vor, und der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 1,16 Prozent auf 1710,99 Punkte. Auch europaweit starteten die Börsen sehr freundlich: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 1,50 Prozent auf 2998,80 Punkte.

+++ US-Entertainerin Gayle Tufts: "Ja, wir spinnen!" +++

Sie ist so etwas wie die amerikanische Stimme in Deutschland: Gayle Tufts. Die aus dem US-Staat Massachusetts stammende Entertainerin lebt seit Langem in Berlin, hat ihre Heimat aber stets im Blick. Einen Tag vor der Wahl ist die 56-Jährige nervös: "Ich fühle mich ein bisschen wie eine schwangere Frau, die drei Wochen überfällig ist und das Baby muss jetzt endlich rauskommen." Sie setzt auf einen Sieg der Demokratin Hillary Clinton. "Es ist ernst, es ist enger als man gedacht hatte." Witze über den Wahlausgang blieben ihr im Halse stecken, sagt Tufts. Sie versteht, dass viele nicht fassen können, wie der Wahlkampf ablief. "Meine deutschen Freunde und Kollegen fragen mich: "Spinnt ihr alle in Amerika?" Und mittlerweile muss ich betonen: Ja, wir spinnen!"

Donald Trump soll nicht mehr frei über sein Twitter-Konto verfügen dürfen - Barack Obama findet das lustig
Donald Trump soll nicht mehr frei über sein Twitter-Konto verfügen dürfen - Barack Obama findet das lustig
© Cristobal Herrera/EPA, Molly Riley/AFP

+++ Trump hat angeblich Twitter-Verbot - Obama spottet +++

Donald Trumps Berater lassen ihn einem Medienbericht zufolge kurz vor der US-Wahl nicht mehr twittern - und Präsident Barack Obama hat sich prompt darüber lustig gemacht. "Sie hatten so wenig Vertrauen in seine Selbstbeherrschung, dass sie gesagt haben: Wir nehmen dir jetzt einfach Twitter weg", sagte Obama bei einem Wahlkampfauftritt zur Unterstützung seiner demokratischen Parteikollegin Hillary Clinton am Sonntag in Florida.

Die Zeitung "New York Times" hatte berichtet, Berater hätten dem Präsidentschaftskandidaten der Republikaner die Kontrolle über sein Konto bei dem Kurznachrichtendienst "entrissen", damit er seine Chancen bei der Wahl am Dienstag nicht mit ungefilterten Anfeindungen schmälert.

"Wenn jemand nicht mit einem Twitter-Konto umgehen kann, kann er nicht mit den Atomcodes umgehen", fügte Obama vor seinem lachenden Publikum hinzu. Trump ist dafür bekannt, Gegner und Kritiker über Twitter in scharfen Tönen anzugreifen - manchmal mitten in der Nacht.

+++ FBI-Chef: Keine Hinweise auf kriminelles Verhalten Clintons +++

Erleichterung für Hillary Clinton: Zwei Tage vor der Wahl hat die Bundespolizei FBI mitgeteilt, dass eine Prüfung von neu entdeckten E-Mails keine Hinweise auf ein kriminelles Verhalten der demokratischen Präsidentschaftskandidatin ergeben habe.

Es habe sich nichts an den Erkenntnissen vom Juli nach Abschluss früherer Ermittlungen geändert, schrieb FBI-Chef James Comey am Sonntag an Kongressmitglieder. Er war damals zu dem Schluss gekommen, dass Clinton sich zwar extrem sorglos verhalten habe, aber nicht nichts getan habe, was eine strafrechtliche Verfolgung rechtfertige.

Bei den Untersuchungen ging es darum, dass Clinton in ihrer Zeit als Außenministerin einen privaten Server in ihrem Haus auch für dienstliche Korrespondenzen genutzt hat. Wäre dadurch die Sicherheit der USA gefährdet worden, hätte das zu einer Anklage führen können. Die E-Mail-Affäre hatte Clinton im Wahlkampf immer wieder belastet.

Das spitzte sich zu, als Comey vor neun Tagen bekanntgab, dass auf dem Computer eines Ex-Abgeordneten neue E-Mails gefunden worden seien, die nun geprüft würden. Clintons republikanischer Rivale Donald Trump nutzte das für neue massive Attacken gegen die Demokratin, und ihr Vorsprung vor Trump verringerte sich. 

+++ Jüngste Umfrage sieht Clinton fünf Punkte vor Trump +++

Die US-Demokratin Hillary Clinton geht nach einer jüngsten Erhebung mit einem Fünf-Punkte-Vorsprung in das Wahlkampf-Finale am Montag. Die am Sonntag veröffentliche Umfrage der "Washington Post" und des Senders ABC sieht Clinton bei 48 und ihren republikanischen Kontrahenten Donald Trump bei 43 Prozent, nach einem Gleichstand von je 46 Prozent Anfang vergangener Woche. Demnach ist die Begeisterung für beide Kandidaten jenseits der konkreten Wahlentscheidung aber deutlich geringer als vor vier Jahren für den Demokraten Barack Obama und den Republikaner Mitt Romney.

+++ Gefälschte Anzeigen: Clinton-Wähler zur Wahl per SMS aufgerufen +++

Unterstützer Hillary Clintons werden in gefälschten Anzeigen zur Stimmabgabe per SMS aufgerufen. "Schreib eine SMS mit Hillary an die folgende Nummer", heißt es in Anzeigen mit einem Konterfei der demokratischen Präsidentschaftskandidatin, die vorgeben, von Clintons Team finanziert zu sein. Andere Anzeigen in der Anmutung der Clinton-Kampagne zeigen eine schwarze und eine hispanische Frau, eine ist in spanischer Sprache verfasst. Es ist nicht möglich, an der Präsidentenwahl per SMS teilzunehmen. Der Protest in sozialen Netzwerken war groß. Die Anzeigen wurden von einem Donald Trump unterstützenden Twitternutzer unter dem Hashtag "I'm with her" verbreitet, einem Slogan der Demokratin. Urheber war nach Angaben der "Washington Post" ein Nutzer, der bereits vorher durch Verschwörungstheorien und rassistische Äußerungen aufgefallen war. Die Tweets wurden gelöscht. Der Nutzer ist nach Angaben der Zeitung auch Urheber eines viel kritisierten Anti-Clinton-Tweets, den das Team des texanischen Agrarministers Sid Miller (Republikaner) weiterverbreitet hatte, angeblich "aus Versehen". Darin wird Clinton mit einem obszönen Schimpfwort für das weibliche Geschlechtsteil belegt.

+++ Obama warnt Wähler eindringlich vor einem Sieg Trumps +++

Die Aussicht auf einen Wahlsieg des Rechtspopulisten Donald Trump hat US-Präsident Barack Obama zu einer ernsten Mahnung an die Wähler veranlasst. "Das Schicksal der Republik liegt in Euren Händen", sagte Obama am Mittwoch bei einem Wahlkampfauftritt für die Demokratin Hillary Clinton in Chapel Hill. "Das Schicksal der Welt steht am Abgrund." Trump, der in Umfragen deutlich zugelegt hat, sei "beispiellos unqualifiziert" für das Präsidentenamt.

Obama redete den Bürgern ins Gewissen: Es liege nun an den Wählern in den USA, die Entwicklung "in die richtige Richtung zu treiben". Bei der Wahl stehe "unsere Demokratie zur Abstimmung". Ebenfalls zur Abstimmung stünden der Anstand, die Gerechtigkeit und der Fortschritt in den USA. Obama rief seine Anhänger eindringlich zur Stimmabgabe auf, weil es in einer knappen Wahl auf jede Stimme ankomme.

In Obamas Worten spiegelte sich die zunehmende Nervosität der US-Demokraten angesichts der jüngsten Umfragewerte wider. Clinton hatte lange als haushohe Favoritin für die Wahl am kommenden Dienstag gegolten. Inzwischen liegt sie in Umfragen aber Kopf an Kopf mit Trump.

+++ Filmstar Susan Sarandon erteilt Hillary Clinton eine Abfuhr +++

In der Gunst vieler Hollywood-Stars liegt Hillary Clinton meilenweit vor Donald Trump. Filmstar Susan Sarandon hat der US-Demokratin nun aber eine Abfuhr erteilt: Die 70-jährige Schauspielerin unterstützt die - laut Umfragen völlig aussichtslose - Präsidentschaftskandidatur der Grünen Jill Stein, wie diese am Mittwoch mitteilte.

Stein zitierte auf ihrer Internetseite aus einem Brief Sarandons: "Die Furcht vor Donald Trump reicht mir nicht aus, um Clinton mit ihrer Vorgeschichte der Korruption zu unterstützen", schrieb Sarandon demnach. Die Grüne Stein stehe hingegen "für alles, an das ich glaube".


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