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Fünfter Spieltag: Der Alltag kehrt zurück - mit Personalsorgen

Nach dem Völler-Hype kehrt wieder der Alltag ins Fußballgeschäft ein: Vor dem fünften Spieltag der Bundesliga beklagen die großen Vereine enorme Personalprobleme. Hitzfeld macht dafür die DFB-Terminplanung mitverantwortlich.

Nach dreiwöchiger Pause meldet sich die Bundesliga am Wo chende mit reizvollen Duellen, aber auch mit Personalsorgen zurück. Eine Woche nach der Wutrede von Teamchef Rudi Völler und dem folgenden Befreiungsschlag der Nationalelf gegen Schottland freuen sich die Fans wieder auf den Fußball-Alltag. Doch angesichts der Reisestrapazen und Belastungen vieler Nationalspieler hat sich die Personalsituation vor dem 5. Spieltag vielerorts nicht entspannt. Bei den Bayern wird Michael Ballack im wichtigen Spiel gegen Wolfsburg wegen Kniebeschwerden wohl nicht auflaufen können. "Mir wäre es lieber gewesen, wenn er am Mittwoch nicht durchgespielt hätte", sagte Bayern Münchens Trainer Ottmar Hitzfeld verbittert.

Die Spiele des 5. Spieltags im überblick

VfL Wolfsburg

Bayern München

Hertha BSC Berlin

Hannover 96

Hansa Rostock

VfL Bochum

Bayer Leverkusen

Hamburger SV

TSV 1860 München

1. FC Köln

Borussia Dortmund

Werder Bremen

FC Schalke 04

VfB Stuttgart

1. FC Kaiserslautern

SC Freiburg

Borussia M'Gladbach

Eintracht Frankfurt

Hitzfeld kritisiert Terminplanung

Und damit nicht genug. Auch Top-Torjäger Claudio Pizzaro kam vom WM-Qualifikationsspiel in Chile mit einem «dicken Knöchel» zurück. Damit stehen neben Sebastian Deisler und Jens Jeremies Hitzfeld vier wichtige Kräfte nicht zur Verfügung. Für Hitzfeld sind die Verletzungsprobleme auch eine Folge des Spielplans: "Die Liga-Pause kam zu einem ungünstigen Zeitpunkt", kritisierte der Coach im «kicker". "Ein, zwei Tage sieht man die Spieler, und schon geht es mit der Bundesliga weiter." Nationalspieler Tobias Rau profitiert von der Misere und ist an alter Wirkungstätte gesetzt und dementsprechend top motiviert. "Für mich ist dieses Spiel ein Highlight", sagte Rau.

BVB ohne Amoroso gegen Bremen

Auch Dortmund ist weiter vom Verletzungspech verfolgt. Der Ausfall von Marcio Amoroso trifft das Team von Borussia Dortmund hart. Vor dem Heimspiel gegen Tabellenführer Werder Bremen zog sich der Torjäger einen Teilanriss des Innenbandes im rechten Knie zu und fehlt vermutlich zwei Monate. "Es kommt für uns knüppeldick", klagte Sportmanager Michael Zorc über den fünften Langzeitverletzten nach Metzelder, Frings, Evanilson und Demel. Zudem fällt weiterhin Neuzugang Conceicao aus.

Dabei könnten erstmals über 80 000 Zuschauer ins nunmehr komplett ausgebaute Westfalenstadion pilgern. Nicht nur für die BVB-Profis, sondern auch für die Bremer ist ein volles Stadion zusätzliche Motivation. "Alle wissen, dass wir vor dieser Kulisse immer besonders gut ausgesehen haben", sagte Trainer Thomas Schaaf, dessen Elf trotz des Ausfalls von Spielmacher Johan Micoud (Rippenbruch) die Spitze verteidigen will.

Stuttgart will auf Schalke Selbstbewußtsein atnken

Anders als Hitzfeld und Sammer kann Stuutgart-Coach Felix Magath personell aus dem Vollen schöpfen. Die bisher ungeschlagenen Schwaben wollen vor der Premiere in der "Königsklasse" gegen Glasgow Rangers bei ihrem Gastpiel bei Schalke 04 Selbstvertrauen tanken. DDoch Magath, der im Sommer fast als Trainer bei den Knappen gelandet wäre, warnt vor einer Duplizität der Ereignisse. Denn beim letzten Vergleich kurz nach der Winterpause stand Schalke nach schlechtem Start ebenfalls unter Zugzwang und gewann 2:0. "Das war das erste Spiel, in dem wir chancenlos waren", erinnert sich Magath, dessen Elf danach im UEFA-Cup in Glasgow mit 1:3 verlor.

Für Gerets geht es um den Job

Unter enormem Druck stehen die bisher sieglosen Teams von Hertha BSC (gegen Hannover 96), Hamburger SV (bei Bayer Leverkusen) und Eintracht Frankfurt (am Sonntag bei Borussia Mönchengladbach). Für Erik Gerets geht es in den beiden Partien am Sonntag gegen den SC Freiburg und eine Woche später in Frankfurt gar wohl schon um den Job als Trainer beim Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern. Daher richtete er einen flammenden Appell an die müden Spieler: "Ich will ein Team sehen, das hungrig ist."

Den Satz würde wohl jeder Trainer unterschreiben. Jetzt müssen sich die Spieler nur noch daran halten. Und das ist das Problem.

Ulli Brünger / DPA

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