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Jürgen Klinsmann: Ein Torwart ist genug

Auch in der WM-Saison müssen sich Nationalspieler, Funktionäre und Fans weiter auf Überraschungen gefasst machen. Oliver Kahn und Jens Lehmann werden in diesem Jahr jedenfalls nicht mehr gemeinsam bei einem Länderspiel dabei sein.

Nachdem der Bundestrainer für das erste Länderspiel der Saison am kommenden Mittwoch in Rotterdam gegen die Niederlande die neuen deutschen Fußball-Lieblinge Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger nicht eingeladen hat, schickt der Chef zur Begrüßung seines Personals am Sonntag "Stellvertreter" Oliver Bierhoff. Unter Leitung des Nationalmannschafts-Managers und der Fitness-Experten, aber ohne den Bundestrainer werden die Spieler in einem Frankfurter Flughafen-Hotel eine erste Übungseinheit bestreiten.

Klinsmann selbst ist zum Zeitpunkt des Treffs mit Assistent Joachim Löw bei einem Jugend-Turnier seines Projekts "FußballD21" in Stuttgart dabei und beobachtet danach die Bundesliga-Partie des VfB gegen den 1. FC Köln. "Alles muss darauf ausgerichtet sein, dass sich die Spieler weiter verbessern. Ich versuche, noch mehr herauszukitzeln", erklärte Klinsmann, der am Freitag aus seiner Wahlheimat Kalifornien wieder in Deutschland einfliegt. Mit Löw wird er am Samstag den Revier-Schlager Borussia Dortmund gegen Schalke 04 besuchen. "Am Sonntagabend werden wir dann eine Bestandsaufnahme machen, welcher unserer Spieler gut in die Saison gestartet sind und welche noch etwas Nachholbedarf haben", sagte Löw.

Keine optimale Form gegen die Niederlande

Klinsmann deutete bereits an, dass der Klassiker gegen die "Oranjes" möglicherweise gerade für die 15 Spieler, die beim Confederations Cup Platz drei erkämpft hatten, "etwas zu früh" komme. "Wir wissen, dass nicht alle Spieler auf höchstem Niveau spielen können, und dürfen nicht den gleichen Maßstab wie mitten in der Saison anlegen", erklärte Löw, fügte aber an: "Es ist allemal ein guter Test. Und wir werden es so nehmen, wie es kommt." Klinsmann freut sich auf die Partie im "De Kuip", auch "weil Duelle gegen die Niederlande immer etwas Besonders sind".

Weiter offensiv will Klinsmann auch seine Philosophie und seine neuen Personalentscheidungen vertreten. Am Samstag ist er in Dortmund beim Pay-TV-Sender Premiere, am Abend dann im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF zu Gast. Für weiteren Gesprächsstoff wird dann sicherlich die am Mittwoch verkündete Torwart-Trennung im Nationalteam für den Rest des Jahres sorgen. Dass die Konkurrenten Oliver Kahn und Jens Lehmann in diesem Jahr nicht mehr gemeinsam bei einem Länderspiel dabei sein werden, habe nichts mit dem Betriebsklima in der Mannschaft zu tun, betonte der Bundestrainer: "Beide haben in der vergangenen Saison top-professionell und respektvoll zusammengearbeitet."

Rivalität der Torhüter weiter umstritten

Kahn und Lehmann verweigerten bislang eine Stellungnahme zur neuen Rotations-Form, von der Ottmar Hitzfeld nichts hält: "Ich hatte immer eine andere Philosophie. Ich habe mich immer total hinter einen Torhüter gesetellt. Ein Torwart braucht schon die totale Unterstützung, das totale Vertrauen des Trainers", sagte er dem Nachrichtensender "n-tv".

Auch einige Termine wurden bereits am Donnerstag präzisiert. So bestreitet das DFB-Team ihr für den 22. März 2006 vorgesehenes Testspiel gegen die USA in Dortmund. Das letzte Freundschaftsspiel in diesem Jahr gegen Frankreich in Paris wurde auf den 12. November terminiert. Es findet nur statt, wenn die Franzosen in der WM- Qualifikation nicht als Gruppenzweiter in die zeitgleich angesetzte Relegation müssen.

Jens Mende und Oliver Hartmann/DPA

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