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Interview

Grillido-Gründer: "Wir wollen das Red Bull der Grillwürste werden"

Eine Bratwurst ohne Fett, geeignet für Spitzensportler - das versprechen die Macher von Grillido. In der Vox-Sendung "Die Höhle der Löwen" konnten sie keinen Deal an Land ziehen. Im Interview mit dem stern verraten die Gründer, wie es nun weitergeht.

Die beiden Grillido-Gründer Manuel Stöffler und Michael Ziegler

Die beiden Grillido-Gründer Manuel Stöffler und Michael Ziegler

In der Vox-Sendung "Die Höhle der Löwen" stellen Gründer aus verschiedenen Branchen ihre Unternehmen vor, um den Deal ihres Lebens abzuschließen. Am Dienstag (30. August) wollten Manuel Stöffler und Michael Ziegler, beide 28 Jahre alt, die Jury mit ihrer neuartigen Wurst namens Grillido überzeugen. Sie forderten 100.000 Euro für fünf Prozent Unternehmensanteile. Der stern hat mit Gründer Michael Ziegler über die Sendung gesprochen - und sagt, was danach passierte.

Herr Ziegler, Sie haben die "Wurst-Revolution" ausgerufen. Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

"Manuel und ich sind seit Kindesbeinen beste Freunde. Beim gemeinsamen Grillabend haben wir uns darüber geärgert, dass es nur Putensteaks zu essen gibt, wenn man auf seine Ernährung achtet. Und da wir beide aus Metzgereifamilien stammen, haben wir uns überlegt, dass etwas Entscheidendes fehlt: Eine gesunde, proteinreiche Wurst. In Deutschland werden jedes Jahr Milliarden Grillwürste gegessen, aber es gibt keine Premiumvariante, die den gesunden Lifestyle trifft. Das wollten wir ändern.

Und wie sind sie vorgegangen?

Wir haben zunächst in der Wurstküche von Manuels Oma experimentiert. Dort haben wir mit einer Wurspresse unsere ersten Würste entwickelt und Freunde und Familie kosten lassen. Der nächste Schritt war der Verkauf auf nahegelegenen Weihnachtsmärkten, um zu testen, ob die Grillidos auch ankommen.

Sie werben mit bis zu 80 Prozent weniger Fett in der Wurst - wie funktioniert das?

Wir verwenden fettarmes und hochwertiges Fleisch und verzichten auf die sonst häufige Hinzugabe von Fett.

Aber Fett ist doch ein Geschmacksträger.

Das hören wir sehr oft. Wir haben den Geschmack des Fetts deshalb durch Einlagen wie Parmesan, getrocknete Tomaten oder Sushi-Ingwer ersetzt, die neue Aromen liefern. Wir machen keine klassischen Würste, die Grillido ist eigentlich eine neue Produktkategorie zwischen Steak und Wurst.

Wie kommt der Ingwer in die Wurst?
Zunächst wird das Fleisch kleingehackt, das Brät wird anschließend mit den Zutaten im Wolf vermengt. Befreundete Köche haben uns verraten, welche Gerichte bei ihnen am besten ankommen - darauf basierend haben wir die Geschmacksrichtungen unserer Würste entwickelt.

Was ist der Dauerbrenner?

Die Popeye, eine Geflügelwurst mit Spinat und Fetakäse. Sie ist auch meine Lieblingswurst. Ebenfalls hoch im Kurs steht die Smoky Beef, eine geräucherte Rinderwurst mit Emmentaler und Chili. Sie hat 26 Prozent Eiweiß. Außerdem haben wir noch Fitness-Landjäger im Angebot, mit mehr als 50 Prozent Eiweiß. Zwei haben mehr Eiweiß als ein durchschnittlicher Eiweißshake. Die verkaufen wir vor allem an Fitnessstudios und Leistungssportler.

Dafür muss man sicherlich tief in die Tasche greifen.

Vier Grillidos kosten 5,99 Euro. Der höhere Preis ist der besseren Qualität geschuldet. Die Rinderwurst hat 90 Prozent Fleischanteil, wir geben auch kein Wasser zur Streckung hinzu. Nach zwei Würsten ist man pappsatt.

Warum wollten Sie unbedingt in die Höhle der Löwen?

Wir haben das Unternehmen mit Eigenkapital aufgebaut, alle Umsätze wurden immer sofort investiert. Doch um größer zu werden und die Marke "Grillido" im handel zu etablieren, brauchen wir frisches Kapital, immerhin müssen wir viel Ware vorfinanzieren.

Am Ende hat keiner der Löwen angebissen.

Wir haben die Investmentmöglichkeit abgelehnt. Unsere Bewertung hat sich einfach nicht mit der Einschätzung  der Löwen gedeckt.

Wer war ihr Wunsch-Investor?
Wir hatten ein Auge auf Frank Thelen geworfen, der schon bei Little Lunch eingestiegen ist. Aus Vertriebssicht wäre Carsten Maschmeyer interessant gewesen, und der Fitness- und Sport-Aspekt hätte zu Jochen Schweizer gepasst. Mit denen hatten wir intensive Gespräche im Rahmen der Sendung. Frank Thelen hat uns backstage auch nochmal bestätigt, dass er unsere Idee gut findet. Wir sind erhobenen Hauptes aus der Show gegangen. Es war eine krasse Anspannung, hat aber auch eine Menge Spaß gemacht.

Und wie geht es jetzt nach der Sendung weiter?

Für uns geht es jetzt erst richtig los. Über "Die Höhle der Löwen" erreichen wir eine Bekanntheit, die wir vorher nicht hatten. Für eine Bratwurst ist das unglaublich wichtig, weil Grillen eher ein spontanes Thema ist. Jetzt müssen wir die Marke etablieren. Außerdem sind wir seit dieser Woche in 400 Edeka- und Rewe-Filialen vertreten. Und es gibt bereits erste Anfragen aus dem Ausland! Bis Ende des Jahres wollen wir eine Million Würste verkauft haben.

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Der Bügel-Clou im Test: Dieser flexible Metallrahmen soll das Bügeln der Ärmel erleichtern. Wir haben einen erfahrenen Bügel-Profi und einen Bügel-Anfänger den cleveren Draht testen lassen. 

Die Messlatte liegt also hoch.

Unser Ziel ist es, die erste Lifestyle-Marke im Wurst-Segment zu sein. Red Bull ist ein großes Vorbild für uns. Zwar steht dort die Gesundheit nicht im Vordergrund. Aber sie haben es geschafft, dass man die Dose trinkt und dabei ein bestimmtes Lebensgefühl hat. Das wollen wir auch. Um so eine starke Marke aufzubauen, braucht man Geld.

Sie stammen aus einer Metzgerfamilie. Sehen Sie sich nicht als Konkurrenz?

Nein, im Gegenteil: Wir suchen eher den Schulterschluss. Wir wollen das Wurst-Handwerk, für das Deutschland weltweit bekannt ist, auf die nächste Stufe heben, in der Lifestyle und gesunde Ernährung eine große Rolle spielen. Zur neuen Grillsaison wollen in mehr als 5000 Filialen präsent sein.

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