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Die Schatten des Balkankrieges sind noch lang. Davon handelt der neue "Tatort", der gleich noch einen Rekord präsentiert: 15 Leichen gab es noch nie in der Geschichte der 41 Jahre alten ARD-Krimireihe.
Reproduktionsmediziner, die ihren Patientinnen Kuckuckseier unterschieben, ukrainische Killer, die Kritiker exekutieren - der österreichische "Tatort" macht aus dem brisanten Thema "künstliche Befruchtung" eine hanebüchene Räuberpistole ohne Sinn und Verstand.
Liebe, Intrigen und jede Menge Wein: Am Erfolgsrezept des "Winzerkönigs" hat die ARD auch in der dritten Staffel nichts geändert. Warum auch? Schließlich ist die Serie selbst in China ein Renner. Doch Hauptdarsteller Harald Krassnitzer bleibt auf dem Boden - mit Champagner aus dem Supermarkt.
Passend zur Jahreszeit verbringt Chefinspektor Moritz Eisner sein Weihnachtsfest im ländlichen Österreich - und muss einen alten Familienkonflikt entwirren. Während andernorts das Verbrechen komplex und international agiert, ist in Österreich alles an die Blutsbande geknüpft.
Die österreichische "Tatort"-Folge "Lohn der Arbeit" lebt mehr von Denksport als turbulenter Action. Behäbig wird eine Jagd nach dem Mörder skizziert, die sich um prototypische Berufsbilder dreht und verzweifelten Männern die Bühne überlässt.
Spannende, schnelle erste Sekunden. Sehr überraschende, ungewöhnliche letzte Minuten. Und dazwischen: eine solide "Tatort"-Geschichte aus Wien, die sich vor allem wegen der Figur der Ermittlerin Bibi Fellner lohnte.
In der Wiener "Tatort"-Episode "Glaube, Liebe, Tod" legt sich Hauptkommissar Eisner mit einer Psychosekte an, die ihn an seiner empfindlichsten Stelle attackiert. Am Ende dieser lehrstückhaften Folge wird er zum Lebensretter und verweigert die Erlöserrolle. Ein spannender Krimi, doch mit kleinen Schwächen.
Der neue TV-Zweiteiler "Gier" von Dieter Wedel" ist eine sechs Millionen Euro ist teure Produktion mit zahlreichen hochkarätigen Schauspielern. Es gibt trotzdem gute Gründe, sich vom neuen Wedel nicht wertvolle Lebenszeit rauben zu lassen.
TV-Kritik: stern-Redakteur Alexander Kühn über den ARD-Film "Der Bär ist los" mit Harald Krassnitzer.
Sturköpfige Einwanderer, die ihre Töchter zwangsverheiraten wollen. Fiese Einheimische, die gegen die Zugewanderten hetzen. Dazwischen der überforderte Chefinspektor Moritz Eisner: Der Österreich-"Tatort" hat ein eigentlich gutes Anliegen gehabt - es aber durch übertriebene Schwarz-Weiß-Zeichnung diskreditiert.
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