25. April 2012, 19:43 Uhr

Populisten treiben Regierungen vor sich her

Italien

In Rom redete lange Zeit die sezessionistische Lega Nord ein gewichtiges Wort in der Regierung mit. Nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Silvio Berlusconi stürzte auch die Partei, die für ein unabhängiges Padanien (Oberitalien) eintritt, in eine schwere Krise. Wegen Korruptionsvorwürfen nahm Parteichef Umberto Bossi seinen Hut. Er soll mit Steuergeldern seine Villa renoviert und Urlaube für seine Kinder bezahlt haben.

Der Skandal schwächt die Lega, die lautstark die Sparpolitik des parteilosen Ministerpräsidenten Mario Monti bekämpft. Auf antieuropäischen Populismus müssen die Italiener trotzdem nicht verzichten. Beppe Grillo, ein früherer Komiker, sorgt mit seiner Partei "Movimento 5" für die entsprechenden Aufreger. "Ich bin dafür, dass ein Plan geprüft wird, der vorsieht, dass wir in der Europäischen Union bleiben und mit dem geringst möglichen Schaden aus dem Euro austreten", sagte er vor kurzem. Grillo will auch die Staatsschulden nicht oder zumindest nur teilweise bezahlen.

Auf nationaler Ebene spielt Grillos Bewegung noch keine große Rolle. Das könnte sich aber ändern. Umfragen sagen dem "Movimento 5" bei den Kommunalwahlen im Mai den Durchbruch voraus. Sie könnte zur drittstärksten Kraft im Land werden.

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Übernommen aus ... FTD

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