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12. Oktober 2009, 11:17 Uhr
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Bundeswehrwaffen landen auf dem Schwarzmarkt

Auf Schwarzmärkten in Afghanistan und Pakistan soll es einen regen Handel mit Bundeswehrpistolen geben. Die Waffen stammen laut einem Rundfunkbericht aus Altbeständen, die dem afghanischen Innenministerium Anfang 2006 übergeben wurden.

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Pistolen aus Bundeswehrbeständen wie diese sollen in Kabul für 1600 Dollar angeboten worden sein© DPA

Pistolen aus Bundeswehr-Beständen werden nach Informationen des Norddeutschen Rundfunks auf Schwarzmärkten in Afghanistan und Pakistan gehandelt. Wie NDR-Info berichtet, sind darunter Waffen aus einer Lieferung des Bundesverteidigungsministeriums, das die afghanische Polizei und Armee mit 10.000 Pistolen ausstattete. Weder die Bundesregierung noch eine zuständige US-geführte Sicherheitseinheit in Afghanistan hätten den Verbleib der Pistolen verfolgt. Waffenhändler in der Region hätten NDR-Info gesagt, es seien mehrere hundert deutsche Pistolen im Angebot.

Das Verteidigungsministerium hat keine Hinweise auf einen Schwarzmarkthandel mit Bundeswehrwaffen, bestätigte aber, dass ein Altbestand von 10.000 ausgemusterten Walther-P1-Pistolen im Januar 2006 an das afghanische Innenministerium übergeben worden war. Die afghanische Seite habe sich aber zur ausschließlichen Verwendung der Waffen durch die Sicherheitskräfte verpflichtet. "Eine Weitergabe an Dritte darf danach nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung der Bundesregierung erfolgen", sagte ein Ministeriumssprecher. Die zuständige US-geführte Sicherheitseinheit kann nach Angaben von NDR-Info den Verbleib von weniger als der Hälfte der Waffen nachvollziehen.

Grüne: "Grob fahrlässig"

NDR-Info berichtete weiter, die deutschen Pistolen würden in Afghanistan und Pakistan nach Angaben von Waffenhändlern als Prestigeobjekte gelten und zu Preisen von teilweise mehr als 1000 Dollar gehandelt. So sei in Kabul eine fast 50 Jahre alte, aber nahezu unbenutzte Bundeswehrwaffe für 1600 Dollar angeboten worden. Unter anderem verkauften aktive und ehemalige afghanische Polizisten und Soldaten die Waffen illegal. Der verteidigungspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Winfried Nachtwei, warf der damaligen Bundesregierung eine "grob fahrlässige Vorgehensweise" vor und forderte eine Untersuchung des Vorfalls. Auch die Gewerkschaft der Polizei kritisierte die Lieferung.

Nato fordert mehr deutsche Polizeiausbilder

Zwischen Deutschland und der Nato drohen unterdessen Unstimmigkeiten wegen des Einsatzes von Polizeiausbildern in Afghanistan. Die Bundesregierung soll einem "Spiegel"-Bericht zufolge 1200 Beamte entsenden - über zehn Mal mehr als bislang im Land. Eine offizielle Anfrage werde in den nächsten Wochen gestellt werden, schreibt das Magazin unter Berufung auf Nato-Kreise. Aus Sicherheitskreisen in Berlin hieß es, es wäre problematisch, so viele deutsche Polizisten für einen Einsatz in Afghanistan zu mobilisieren. "Das sprengt jeden Rahmen." Deutsche Polizisten können - anders als Soldaten - nur auf freiwilliger Basis ins Ausland geschickt werden. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte: "Eine solche Forderung der Nato ist uns nicht bekannt."

DPA
KOMMENTARE (10 von 11)
 
testsieger2006 (12.10.2009, 14:23 Uhr)
wow!
Da ist es den Taliban doch gelungen wieder eine hypergefährliche, deutsche Hightech-Waffe in ihren Besitz zu bringen. Demnächst tauchen da unten noch Gelände-Kfz vom Typ VW181 oder sogar Iltis auf, die einem komplettkorrupten afg. Lokalpolitiker zu treuen Händen übergeben wurden.
Malt (12.10.2009, 13:31 Uhr)
@MRP66
Ich meine ja auch nicht die, die die Waffen kaufen, sondern die, die sie verkaufen... und ich bezweifle, dass afghanische Polizisten überdurchschnittlich verdienen. Die Opiumfelder werden übrigens nicht von den Taliban unterhalten, sondern von den "prowestlichen" Warlords... die Taliban sind nämlich strikt gegen Opiumanbau... die verdienen vielleciht durch Schutzgelder indirekt mit, aber selbst anbauen würden die sicher nicht. Deshalb hat sich ja auch nach dem Sturz der Taliban im Jahr 2001/2002 der Opiumexport verdreifacht.
artbond (12.10.2009, 12:07 Uhr)
altmetall
Jeder Taliban mit einer P1 ist ein Sicherheitsgewinn für die deutschen Truppen.
Jedes Jahr werden von Heckler und Kocht tausende Gewehre und Pistolen in die ganze Welt geliefert, wer ein bisschen aufmerksam die Waffen in den Nachrichten studiert sieht was Sache ist. Sich hier über das bisschen Altmetall aufzuregen ist schon krank.
MRP66 (12.10.2009, 11:57 Uhr)
Malt
Diese Waffen kaufen ja auch nicht, die normalen Bürger die mit wenig Geld leben müssen, sondern die Waffen gehen schon an die richtigen Stellen, wo das Geld da ist und man sich Prestigeobjekte leisten kann.
Die Taliban unterhalten die größten Opiumfelder der Welt, da bezahlen die 1600 Dollar aus der Portokasse.
Malt (12.10.2009, 11:26 Uhr)
Da...
....kann man ob der blauäugigkeit unserer Politiker eigentlich nur noch mit dem Kopf schütteln... das ist so typisch Deutsch: Wir haben da doch Verträge gemacht, damit das nicht passieren kann! Konnte ja keiner ahnen, dass 1600 Dollar dort drunten für die Leute, die im Jahr ein Durschnittseinkommen von gerade mal 258 $ haben, mehr gelten als die Veträge die mit uns abgeschlossen wurden ^^... wo bei uns doch sogar Bänker, die Ihre Banken faktisch in die Pleite getrieben haben, noch auf die Erfüllung ihrer durch Verträge abgesicherten Boni pochen können und Recht bekommen. Tja, woanders wird halt nicht nach verklausulierten Vertragsformen sondern nach Bedarf gehandelt....
MRP66 (12.10.2009, 11:17 Uhr)
Also
ich habe das Ding 12 Jahre gehabt und nicht gut damit getroffen, die anderen auch nicht. Es ist keine besonders gute Waffe, der Abzug ist zu schwer, dadurch verzieht der Schütze die Waffe allzu oft. Schlimmer wäre es, wenn die BW die alten UZi's nach Afghanistan verkaufen würde. Die sind hochgefährlich und jeder ungeübte Bediener trifft damit immer.
hannes_schinder (12.10.2009, 10:46 Uhr)
hannes_schinder
cool, sind die nicht mit Steuergeldern finanziert worden? Wie viele Privatbereicherungen unterstützen wir Steuerzahler eigentlich noch inklusive der Sicherung von Abfall aus Kernkraftwerken?
stratoarmin (12.10.2009, 10:21 Uhr)
Die gute alte P1 ...
Es wäre doch ein Jammer, so eine hervorragende Waffe einfach zu verschrotten. Irgendwo auf der Welt gibt es immer jemanden, der die deutsche Wertarbeit zu schätzen weiß! Und immerhin, ich persönlich habe beim Bund mit dieser Gurke nicht sonderlich gut getroffen. Vielleicht hilfts ja dem einen oder andernen, vor dem zweiten Schuss die Rübe in Sicherheit zu bringen????
rdiess (12.10.2009, 10:04 Uhr)
Ruhig bleiben
Wenn der Erwerb einer solchen Waffe hilft, das Ego eines Einheimischen zu fördern: Warum nicht? Eine Verschärfung der Sicherheitslage ist nicht zu befürchten. Am effektivsten ist diese Waffe nämlich, wenn man sie in ihre drei Hauptteile zerlegt und damit schmeißt...
ganzbaf (12.10.2009, 09:55 Uhr)
Dazu noch die Waffenexport...

- da liegt Deutschland in den Top Drei - und man weiß, wo der Tot gemacht wird.
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