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11. Mai 2010, 06:16 Uhr

Merkels Lieblingsgenosse

Die Kanzlerin ist diesem SPD-Politiker treuer als so mancher seiner Parteikollegen. Außerdem in dieser Kolumne: Welche Abgeordneten auf dem Zuckerhut waren und wer als Nachfolger von CSU-Chef Horst Seehofer gehandelt wird. Von Hans Peter Schütz

 
Thomas Steg, Angela Merkel, Zuckerhut, Norbert Lammert, Rainer Brüderle, Dienstreise, Ulrich Wilhelm, Regierungssprecher, Martin Lindner, Martin Kothé, Horst Köhler, Petra Diroll, Bundespräsident

Politisch Konkurrenten und privat Freunde: Thomas Steg und Angela Merkel© Tim Brakemeier/DPA

Die Frage, welcher Sozialdemokrat sich am besten mit Angela Merkel versteht, lässt sich jetzt eindeutig beantworten: Nein, nicht Frank-Walter Steinmeier, der ihr als Vizekanzler gedient hat, sondern Thomas Steg, bis zur Bundestagswahl ihr Vize-Regierungssprecher. Steg feierte vergangene Woche seinen 50. Geburtstag beim Italiener "La Cantina" in Berlin. Bemerkenswert daran war, dass neben der Kanzlerin eine ganze Reihe CDU-Spitzenpolitiker zur Gratulation antraten. Bundestagspräsident Norbert Lammert, CDU, kam, ebenso Bundesinnenminister Thomas de Maizière, mit dem Steg während der Großen Koalition im Kanzleramt eng zusammen gearbeitet hatte. Noch beachtlicher indes waren die Komplimente, die Merkel dem Genossen Steg machte. "Wir haben unerwartet, aber ganz wunderschön zusammen gearbeitet", lobte die Kanzlerin gefühlvoll, als sehnte sie sich zurück in die Tage der Großen Koalition. Kooperation schließt sie auch für die Zukunft nicht aus. Da sie dieses Jahr noch in die zweite Hälfte der Fünfziger gehe, sagte sie zu Steg, werde sie ihm demnächst bei einem Kaffee einmal verraten, wie das in diesem Lebensabschnitt laufe. "Ich habe Erfahrungswerte, wie das über 50 ist."

Die Genossen waren nur halb so nett zu Steg. Steinmeier kam zu spät. So musste Ex-Generalsekretär Hubertus Heil das Geburtstagskind würdigen. Und Ex-Kanzler Gerhard Schröder, dem Steg ja auch als Sprecher überaus treu gedient hat, kam gleich gar nicht.

Eine noch länger sichtbare Hinterlassenschaft aus großkoalitionären existiert sowieso: Der heutige stellvertretende Regierungssprecher Christoph Steegmans, FDP, fährt im selben Dienstwagen durch Berlin wie sein Vorgänger Thomas Steg. Das Auto hat auch noch dasselbe Kennzeichen wie früher. Und das ist untrennbar mit dem Vorbenutzer verbunden: B - VB. Denn Steg ist ein glühender Anhänger des BVB Borussia Dortmund. Steegmans interessiert sich nicht für Fußball. Er hat das Kennzeichen dennoch beibehalten. Begründung: Die Farben des BVB Dortmund seien bekanntlich Schwarz-Gelb. Und was passe besser zu ihm als Sprecher der schwarz-gelben Koalition? Lesen Sie auf der nächsten Seite über Abenteuer am Zuckerhut und den neuen shooting-star in Bayern

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KOMMENTARE (4 von 4)
 
tannebaum (11.05.2010, 16:01 Uhr)
übel, übel...
alles auf dem weg zur einheitspartei. und alle schauen zu und keiner sagt was.
migrantix (11.05.2010, 11:42 Uhr)
In Wahrheit ...
haben wir doch immer große Koalitionen. Über den Bundesrat - für alles halbwegs wichtige ... der Rest sind Rituale für Leute, die nicht durchschauen ...
audio001 (11.05.2010, 09:32 Uhr)
Vermutlich....
weil sich die Beiden auf dem gleichem politischen Niveau bewegen!?
ssteffen (11.05.2010, 08:54 Uhr)
möglich
dass en Vereinigungsparteitag dann aus CDU und SPD die CSPD entstehen läßt. Als Logo schlage ich dann ein kleines ovales Bonbon mit zwei abgehackten Händen vor.


Wir haben keinen Gott, wir haben Geld.
Neid, Missgunst und Gier regieren uns.
Das Leben ist schön.
Berlin vertraulich!

Homo politicus Hans Peter Schütz notiert in seiner wöchentlichen Kolumne den manchmal keineswegs politisch korrekten Tratsch hinter den Kulissen des politischen Berlins für stern.de.

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