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Hyundai Sonata 1.6 T-GDI: Gewitter aus Fernost

In den USA braut sich ein Gewitter zusammen und das kommt aus Korea. Hyundai bläst mit neuen Modellen in nahezu allen Klassen zum Angriff auf die Volumensegmente. Neben den Oberklasse-SUV Palisade ist der neue Sonata dabei eine echte Waffe in der umkämpften Mittelklasse. Schade, dass er wohl nicht nach Europa kommt.

Hyundai Sonata 1.6 T-GDI

Hyundai Sonata 1.6 T-GDI

Einst war der Hyundai Sonata eine langweilige Kiste. Gerade in Europa von der deutschen Konkurrenz oftmals belächelt und auch von den Wettbewerbern aus Frankreich oder Italien kaum ernst genommen, verschwand die Mittelklasselimousine vor knapp zehn Jahren in dem Nomenklatur-Wirrwarr der Koreaner aus Europa. In den USA und Asien sah es schon anders aus, doch auch hier parkte der Sonata oftmals eher unter Bäumen im Schatten, als dass er im Sonnenlicht gestrahlt hätte. Mit der neuen, mittlerweile achten Generation wendet sich das Blatt, denn der Hyundai Sonata des Jahres 2020 kann es weltweit mit allem aufnehmen, was unterhalb der Premiumliga unterwegs ist. Und wenn man ehrlich ist, klopft er nicht nur wegen Dimensionen und Ausstattung ganz leise auch an dieses Garagentor. Hätte er stärkere Motoren und mehr Antriebsvarianten würde er sich auch gegen einen Audi A4 / A5, eine Mercedes C-Klasse oder einen Volvo S60 stellen können. Gegen Opel Insignia, Ford Mondeo und selbst den Klassenprimus VW Passat hätte der Koreaner ohnehin beste Chancen.

Gewitter aus Fernost
Hyundai Sonata 1.6 T-GDI

Hyundai Sonata 1.6 T-GDI

Was den großen Unterschied beim neuen Modell macht, ist das Design, denn der Sonata hat nun nicht nur endlich ein Gesicht, sondern er sieht klasse aus. Dynamisch, elegant und allemal wertig kämpft er innen wie außen gegen die verschiedensten Mittelklassemodelle aller Herren Länder. Besonders der mächtige Kühlergrill im Wabendesign ist eine Schau, aber auch die sich weit in die Haube ziehende LED-Leiste oder das schicke Heck mit dem Lichtband und dem integrierten Spoiler lässt den 4,90 Meter langen Sonata seine Ambitionen unterstreichen.

Beim Antrieb sorgt der Hyundai Sonata dagegen für allerhand Verwirrung, denn er ist als Vierzylinder-Benziner mit und ohne Turboaufladung zu bekommen, wobei sich die beiden Triebwerke leistungsmäßig nur marginal unterscheiden. Für die günstigen Ausstattungsvarianten SE und SEL gibt es den bekannten 2,5-Liter-Saugbenziner, dessen Zylinderquartett 142 kW / 191 PS und ein maximales Drehmoment von 245 Nm bei 4.000 U/min leistet. Wer sich für den Hyundai Sonata als SEL Plus oder gar den edlen Limited entscheidet, bekommt nur 132 kW / 180 PS, jedoch 264 Nm, die bereits ab niedrigen 1.500 U/min anliegen. Doch unter der wohl konturierten Haube arbeitet hier ein moderner 1,6-Liter-Turbobenziner, der seine Leistung bereits aus deutlich niedrigeren Drehzahlen in die Waagschale wirft und munter beschleunigt. Der Motor läuft leise und vibrationsarm; doch bei starken Beschleunigungsvorgängen kann er seinen kleinen Hubraum nicht überspielen. Mindestens ein zwei Liter großer Turbomotor fehlt im Programm. Der Normverbrauch des 1.6 T-GDI: 7,6 Liter. Nächstes Jahr soll ein Plug-In-Hybride folgen, der jedoch auch nicht deutlich mehr Leistung hat. Doch rund 220 km/h sollte der Sonata in freier Wildbahn schaffen.

Beide zunächst verfügbaren Triebwerke sind an eine Achtstufenautomatik gekoppelt, die gut auf den Turbomotor abgestimmt ist. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten ist die 1,5 Tonnen schwere Mittelklasselimousine bis auf weiteres nur mit Vorderradantrieb zu bekommen. Das Fahrwerk ist US-typisch auf Komfort getrimmt. So ist die Lenkung ebenso leichtgängig wie präzise, während vorne McPherson-Federbeine und hinten eine Mehrlenkerachse arbeitet. Die einzelnen Fahrprogramme? Entbehrlich.

Schick ist der Hyundai Sonata nicht nur von außen. Auch im Innern hat er in Sachen Styling deutlich dazugewonnen. So freut sich der Fahrer über das griffige Lenkrad mit seinen wenig irritierenden Bedienelementen, das animierte Cockpit, in dessen digitale Runduhren beim Überholmanöver ein Kamerabild vom toten Winkel eingeblendet wird oder die bequemen Sitze, die sich nicht nur vielfältig verstellen, sondern auch klimatisieren lassen. Dass das Platzangebot großzügig ist, dafür sorgt nur die imposante Gesamtlänge der Limousine von 4,90 Metern, sondern insbesondere der Radstand von 2,84 Metern. Aufgrund der abfallenden Dachlinie wird es Fond für groß gewachsene Personen etwas eng. Auch, weil sich im Dachhimmel die Kassette mit dem Sonnenschutzrollo des Panoramadachs befindet. Einfach zu bedienen: die Klimatisierung und der 10,25 Zoll große Touchscreen für Navigation, Soundsystem und weitere Einstellungen. Der Laderaum fasst 462 Liter, die sich durch Umlegen der getrennt umklappbaren Rückbank noch vergrößern lassen. Bei aller Qualität von Innenraum und Design will der neue Hyundai Sonata insbesondere mit günstigen Preisen auf Kundenfang gehen. Das Basismodell Sonata 2.5 SE startet mit mäßiger Ausstattung netto bei 23.400 US Dollar. Das komplett ausstaffierte Luxusmodell Sonata 1.6 T Limited kostet 33.300 Dollar. Dafür gibt es unter anderem klimatisierte Ledersitze, Head-Up-Display, 18-Zoll-Radsatz, LED-Matrix-Scheinwerfer und ein mit Kunstleder bezogenes Armaturenbrett.

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