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Google-Pressetag in Paris: "Google ist wie das Wetter"

Auf seiner großen Jahrespressekonferenz, diesmal in Paris, präsentierte sich Google als Ökokrieger. Handfestes für den Verbraucher gab es auch: Youtube kommt nach Europa - aber zunächst nicht nach Deutschland. Und sonst? Pathos und Produkte.

Von Dirk Liedtke, Paris

Das Zentrum der Internetwelt verschob sich heute für einige Stunden nach Paris. Zum ersten globalen Pressetag in Europa, der heute in einem cool angegammelten Hinterhaus in Paris über die Bühne ging, waren rund 150 Journalisten angereist, um von Top-Managern wie den Youtube-Gründern Steve Chen und Chad Hurley sowie Google-Boss Eric Schmidt Neues von der spannendsten Internetfirma der Welt zu erfahren.

Die Nachricht des Tages für deutsche Google-Nutzer war allerdings ein Versprecher. "Wir starten Youtube auf Deutsch. Äh, Entschuldigung, Deutsch ist noch nicht dabei." Die Youtube-Managerin für internationale Angebote, Sakina Arsiwala, schoss ein verbales Eigentor. Denn die Videoplattform Youtube, die von Google geschluckt wurde, gibt es ab sofort in neun neuen Sprachversionen mit eigenen Websites, darunter für Brasilien, Frankreich, Italien und Polen - aber eben nicht auf deutsch. Das ist peinlich. Und auch auf Nachfrage konnten die Youtube-Manager nicht so recht erklären, warum das Anpassen der Website bis jetzt nicht funktioniert hat. Aus dem Umfeld des Suchmaschinenanbieters verlautete jedoch, dass die Verhandlungen mit Verwertungsgesellschaften wie der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) nicht rechtzeitig abgeschlossen werden konnten.

Youtube soll Konflikte auf der Welt reduzieren helfen, wünscht sich Youtube-Chef Chad Hurley. So gibt es auf der Plattform Videos von Greenpeace, dem Hochkommissar der UN für Flüchtlinge, der Jaques-Cousteau-Gesellschaft und den Ärzten ohne Grenzen. Angela Merkel hat ihren Videoblog noch nicht bei Youtube hochgeladen, dabei würde sie einige ihrer Freunde aus Heiligendamm dort wiedertreffen: Tony Blair und Nicolas Sarkozy haben beide eigene Kanäle bei Youtube.

"Mehr diskutiert als uns lieb ist"

Das Tagesmotto gab der Google-Europachef Nikesh Arora vor: "Wir sind eine Firma geworden, über die manchmal mehr diskutiert wird, als uns lieb ist." Zuletzt wurde in Brüssel, bei Europas Datenschützern, über die Datensammelwut des immer noch kräftig wachsenden Suchgiganten diskutiert. Bislang wurden die Suchanfragen aller Nutzer verbunden mit den Informationen über ihren Computers (einem "Cookie") praktisch unbegrenzt gespeichert. Jetzt hat sich Google freiwillig verpflichtet, die Suchabfragen seiner Nutzer nach 18 Monaten zu anonymisieren, aber weiterhin aufzubewahren.

Zu Recht wies Google-Boss Eric Schmidt darauf hin, dass andere Unternehmen - etwa Microsoft - gar nichts darüber raus lassen, was sie mit den Daten anstellen. "Die Qualität wird unter diesem guten Kompromiss zwischen dem Schutz der Privatsphäre und den Wünschen unserer Ingenieure nicht leiden", versprach Google-Produktchefin Marissa Meyer in Paris.

Angriff von oben

Ihre Präsentation wurde kurioserweise von einem regenbedingten Stromausfall rüde unterbrochen. Die routinierte langjährige Managerin und Ex-Freundin des Firmengründers Larry Page sprach souverän ohne Mikro und ohne Powerpointfolien im Hintergrund weiter. Indirekt belegte das bizarre Intermezzo, wie zuverlässig das weltweite Datennetz von Google selbst ist. Langsam gewinnt diese streng geheim gehaltene und daher quasi unsichtbare "Wolke" aus weltweit verteilten Datencentern und eigenen Leitungsnetzen mythische Züge. Denn wann ist Google zuletzt abgestürzt? Das ist eigentlich undenkbar für den gemeinen Internetnutzer. Google scheint allwissend und unverwundbar.

Neues Ökobewusstsein?

Eine gute Nachricht hatte der aus der Schweiz stammende Google-Technikchef Urs Hölzle mitgebracht: Schon bis zum nächsten Jahr will das Unternehmen CO2-neutral werden:

  • Dazu wurden die Datencenter von stromfressenden Klimanlagen auf eine Alternativkühlung umgestellt, wo nur Wasser umgepumpt wird. In Belgien wird es direkt aus einem Kanal gepumpt. Somit wird kein wertvolles Trinkwasser mehr benötigt. Der Stromverbrauch sank in Kombination mit anderen Tricks so um die Hälfte.
  • In der Firmenzentrale wurde der größte Sonnenkollektor-Park einer US-Firma installiert.
  • In den USA werden Google-Mitarbeiter auf Wunsch in Biodiesel-Bussen zur Arbeit chauffiert oder bekommen bis zu 5000 Dollar beim Kauf eines Hybrid-Autos. In Europa schenkte Google seinen ohnehin schon verwöhnten Mitarbeitern ein Fahrrad.
  • Die Firmenstiftung Google.org investiert in eine Flotte von Hybrid-Autos von Toyota, die sich erstmals auch an der Steckdose aufladen lassen.
  • Außerdem erwirbt Google CO2-Emissionszertifikate in unbekannter Höhe, um die Bilanz klimaneutral zu machen.

Das Programm ist ehrgeizig und wird Schule machen in der Computer- und Internet-Branche - schon allein, weil andere Firmen dem Öko-Primus Google nicht das Feld alleine überlassen wollen.

Der berühmte Naturfotograf Yann Arthus Bertrand gab einen bewegenden Appell für den Kampf gegen den Klimawandel und für Energiesparen ab.

Pathos in Paris

Vor einem zur Feier des Tages grün eingefärbten Google-Logo beschwor Firmenboss Eric Schmidt die Werte der französischen Revolution: Freiheit, Gerechtigkeit, Brüderlichkeit - universelle Maxime, die Google - wie auch sonst - enorm befördere mit seinen Angeboten. Pathos pur in Paris! Die Google-Mitarbeiter trugen das Dreigestirn gleich auf dem Rücken ihrer weißen T-Shirts - Liberté, Egalité, Fraternité. So werden selbst explodierende Colaflaschen und Schlagzeug spielende Kleinkinder bei Youtube und von Google gefundene Nacktbilder in den Dienst der Google-Revolution gestellt.

Schmidt fliegt zu transatlantischen Geschäftsterminen übrigens gerne einen eigenen Firmenjet. Wahrscheinlich wird das Flugzeug demnächst auch grün umgespritzt.

Der schlaue, charmante Google-Chef predigte munter weiter: "Google ist wie das Wetter. Es ist immer da, man kann nicht ohne Google leben." Schmidt weiß ganz genau, dass Google vom Vertrauen seiner Nutzer lebt: "Wenn sie beginnen, uns nicht mehr zu vertrauen, gehen sie woanders hin." Ihre Privatsphäre gäben aber gerade Teenager oft freiwillig auf: "Was ist von unserer Privatsphäre noch übrig, mit all den Fotos, Videos und Blogeinträgen? Mit 21 sollte es möglich sein, seinen Namen zu ändern. Das war ich nicht", scherzte Schmidt.

Google - rauf aufs Handy

Die Zukunft des Internet liegt für Eric Schmidt in den Milliarden von Mobiltelefonen, die wir mit uns herumtragen. Für ein paar Sekunden zog er sein iPhone aus der Tasche und pries die Google-Dienste wie der Kartendienst "Maps", die dort installiert sind. Weitere Kooperationen zwischen Google und Apple seien zu erwarten.

Die Suche wird universell

Und wie verändert sich die Google-Suche in Zukunft? "Universal Search" gibt es in den USA bereits seit Mitte Mai. Diese universelle Suche kombiniert nach einer Sucheingabe auf einer Seite Ergebnisse aus dem Web, News-Fundstellen aus Medien, Fundstellen in Büchern, Bilder, Videos und Blogeinträge. Auf Deutsch soll es sie auch bald geben. Über die Funktion "Google Translate" lassen sich Websites etwa aus dem Arabischen per Mausklick übersetzen.

Der nächste Schritt ist die personalisierte Suche, bei der alle Suchbegriffe aus der Vergangenheit bei der Berechnung von Suchresultaten mit berücksichtigt werden. Die Vision ist klar: In einigen Jahren gibt es mehr als ein Google, sondern Millionen von Googles. Jeder Nutzer bekommt, dann unterschiedliche, maßgeschneiderte Suchergebnisse. Dann wird Marissa Meyers Traum war: "Das Ziel ist eine Suchmaschine, die versteht, was ich will." Langfristig wird Google, so Eric Schmidt, auch komplexe Fragen beantworten können, wie ein Orakel, ein Weissager oder ein Coach: "Zu welcher Universität sollte ich gehen? Was soll ich morgen tun?"

Ob er Google das er für so viel Allwissenheit nötige Futter liefern will, muss jeder Internet-Nutzer eigentlich heute schon für sich entscheiden.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.