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News des Tages: In U-Bahn-Station: Rolltreppe in Rom reißt - viele Verletzte

Jemen: 14 Millionen Menschen von Hunger bedroht +++ Längste Meeresbrücke der Welt eingeweiht +++ INF-Ausstieg: US-Präsident Trump droht Russland und China +++ Drei Zurückweisungen aufgrund von Einreisesperr +++ Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker.

Auf Twitter zeigt die Feuerwehr von Rom Bilder der zerstörten Rolltreppe

Auf Twitter zeigt die Feuerwehr von Rom Bilder der zerstörten Rolltreppe

Die wichtigsten Meldungen im Kurz-Überblick:

  • Rom: Viele Verletzte bei Einsturz von Rolltreppe (20.54 Uhr)
  • "NYT": Standing Ovations für Saudi-Arabiens Kronprinzen bei Wirtschaftskonferenz (16.48 Uhr)
  • EU-Kreise: EU-Kommission weist Italiens Haushaltsentwurf zurück (15.24 Uhr) - Salvini lehnt Änderungen an Haushaltsplan ab (16.00 Uhr)
  • "Sky News": Körperteile von totem Journalisten Jamal Khashoggi gefunden (14.10 Uhr)
  • Russland will Abrüstungsabkommen nicht aufkündigen (13.02 Uhr)

Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker:

+++ 22.10 Uhr: Syrien: Entführer Journalist nach drei Jahren wohl frei +++

Ein vor drei Jahren in Syrien von islamistischen Extremisten verschleppter japanischer Journalist ist aller Wahrscheinlichkeit nach wieder auf freiem Fuß. Dies teilte ein Sprecher der japanischen Regierung am Dienstag in Tokio mit. Jumpei Yasuda war im Juni 2015 in das Bürgerkriegsland eingereist, um über die Kämpfe dort zu berichten. Medienberichten zufolge wurde der freie Journalist dort von der Extremistengruppe Fatah al-Scham, der früheren Al-Nusra-Front, entführt und festgehalten. 

Japan wurde nun von katarischen Stellen informiert, dass Yasuda sich in einem Aufnahmelager in der türkischen Stadt Antakya befindet. Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien steckt eine Abmachung zwischen Katar und der Türkei hinter der Freilassung. Die Kidnapper übergaben den Journalisten demnach an eine Gruppe von Aufständischen, die der Türkei nahesteht. Yasuda wurde demnach im Westen der Provinz Idlib gefangen gehalten, aus der Region gebe es auch Berichte, dass Lösegeld gezahlt wurde.

+++ 20.54 Uhr: Rom: Rolltreppe reißt - viele Verletzte +++

Beim Einsturz einer Rolltreppe im Zentrum Roms sind vor dem Champions-League-Spiel AS Rom - ZSKA Moskau Dutzende Menschen verletzt worden. Der Vorfall hätte sich am Dienstagabend in der Station Repubblica ereignet, teilte die Feuerwehr mit. Der Zivilschutz sprach von 20 Verletzten, darunter sei ein Schwerverletzter. Es handle sich dabei um Russen. Medien sprachen von Fußball-Fans von ZSKA.

Möglicherweise seien sie auf dem Weg ins Stadion betrunken gewesen und auf der Treppe gesprungen, so dass diese nachgegeben habe, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Einem Verletztem habe ein Teil des Beins amputiert werden müssen. Die meisten Menschen seien eingeklemmt worden und hätten Verletzungen an den Beinen.   

Die Station Repubblica liegt unweit des Hauptbahnhofs auf der Metro-Linie A mitten im Zentrum der Stadt. Die U-Bahnstation wurde geschlossen, teilte der Verkehrsgesellschaft Atac mit. Busse und Autos wurden umgeleitet. Vor dem Eingang waren Krankenwagen zu sehen.

+++ 19.51 Uhr: Spanien: Paar hat Sex auf der Autobahn +++

Wegen gefährlichen Verkehrs-Verhaltens hat die spanische Polizei ein liebestolles Pärchen zur Fahndung ausgeschrieben. Zwei ungestüme Verkehrsteilnehmer hätten in voller Fahrt auf der Autobahn zwischen Madrid und Valladolid Geschlechtsverkehr gehabt, teilte die Guardia Civil am Dienstag mit. Die eine Person saß am Steuer, die andere saß nackt darauf und führte verräterische Bewegungen aus: Videoaufnahmen ließen kaum Zweifel an der Art der Zusammenkunft auf der Autobahn.

Die Bilder wurden aus einem nebenan fahrenden Auto mit einer Handykamera aufgenommen. In Spaniens sozialen Netzwerken verbreiteten sie sich rasend schnell, ehe die Polizei darauf aufmerksam wurde und Ermittlungen wegen Verkehrsgefährdung einleitete. Nach Polizeiangaben droht den Verkehrsteilnehmern eine Haft- oder Geldstrafe und der Führerscheinentzug für bis zu sechs Jahre.

+++ 19.50 Uhr: "Sport Bild": Zweite Liga will Montagsspiel und neue Zeit am Samstag +++

Die 18 Vereine der 2. Fußball-Bundesliga haben sich laut einem Bericht der "Sport Bild" trotz massiver Fanproteste für die Beibehaltung des Montagsspiels sowie eine zusätzliche Anstoßzeit am Samstagabend ausgesprochen. Die überwiegende Mehrheit der Clubs habe bei einer Versammlung für diese beide Optionen votiert, berichtete das Magazin.  

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert solle beim Verkauf der TV-Rechte von 2021/22 an ermächtigt werden, über eine fünfte Anstoßzeit zu verhandeln, falls finanziell attraktive Angebote vorliegen. Dabei gehe es um eine Partie am Samstagabend nach 20.00 Uhr - im Anschluss an das Bundesliga-Spiel um 18.30 Uhr. Anstoßzeiten in der 2. Liga gibt es bisher am Freitag (18.30 Uhr), Samstag (13.00 Uhr), Sonntag (13.30 Uhr) und Montag (20.30 Uhr).

+++ 18.52 Uhr: Bouffier will komplette Wahlperiode im Amt bleiben und dann aufhören +++

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) will bei einer Wiederwahl die kommende Wahlperiode komplett im Amt bleiben, sich danach aber aus der Politik zurückziehen. "Ich habe immer gesagt, wenn der liebe Gott und meine Frau mich lassen, (...) , dann möchte ich diese Periode auch weiterarbeiten", sagte er fünf Tage vor der Landtagswahl in einer Podiumsdiskussion beim Sender Hitradio FFH am Dienstag in Bad Vilbel. "Ich will das machen - und dann ist aber auch gut." Bouffier wird im Dezember 67 Jahre alt. In Hessen wird alle fünf Jahre gewählt.

+++ 18.50 Uhr: Fall Khashoggi: Ermittler weisen Berichte über Leichenfund zurück +++

Türkische Ermittler haben einer regierungsnahen Zeitung zufolge Berichte über einen Fund von Leichenteilen des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi zurückgewiesen. Meldungen über einen Fund von Leichenteilen im Garten des Konsulats in Istanbul seien unwahr, berichtete die Zeitung "Sabah" unter Berufung auf die Istanbuler Polizei.

Zuvor waren mehrere Medienberichte über einen Leichenfund kursiert. Die Agentur Sputnik berichtete etwa unter Berufung auf den Politiker Dogu Perincek, dass Leichenteile im Garten des Konsulats gefunden worden sei. Perincek hatte demnach keine Quelle angegeben.

+++ 18.20 Uhr: Landes-AfD will Bundestagsabgeordneten aus Partei ausschließen +++

Die sachsen-anhaltische AfD will den Magdeburger Bundestagsabgeordneten Frank Pasemann aus der Partei ausschließen lassen. Der Bundesvorstand wird "dringend gebeten", ein entsprechendes Verfahren gegen den 58-Jährigen einzuleiten, beschloss der AfD-Landesvorstand nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Sieben Mitglieder votierten für den Antrag, sechs dagegen. Zuvor hatte die "Magdeburger Volksstimme" (online) über den Vorstoß berichtet. Begründet wird der Antrag damit, dass Pasemann der Partei vorsätzlich und wiederholt geschadet habe. 

Hintergrund sollen verschiedene Vorwürfe sein. So hatte Pasemann im Sommer seinen Posten als Landesschatzmeister verloren, nachdem ihm zwei Rechnungsprüfer eine unsaubere Buchhaltung vorgeworfen hatten. Der Magdeburger ist derzeit stellvertretender Bundesschatzmeister der AfD. Es handele sich um eine Kampagne, um ihn "aus dem Bundesvorstand zu schießen", sagte Pasemann der "Volksstimme". Für weitere Stellungnahmen waren er und Landeschef Martin Reichardt zunächst nicht zu erreichen. 

+++ 18.17 Uhr: G7-Außenminister: Riad muss Fall Khashoggi weiter aufklären +++

Die Außenminister der G7-Staaten haben Saudi-Arabien gemeinsam zur weiteren Aufklärung im Fall des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi aufgefordert. Die bislang von Riad gebotenen Erklärungen ließen "noch viele Fragen unbeantwortet", hieß es in der nun veröffentlichten Erklärung von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) und seinen Kollegen aus der G7-Gruppe. Saudi-Arabien müsse eine "glaubwürdige, transparente und zügige Untersuchung" ermöglichen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.

+++ 17.46 Uhr: Merkel schließt Nutzung von Steuergeldern für Diesel-Geschädigte nicht aus +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel(CDU) hat einen Einsatz von Steuergeldern, die eigentlich zur Förderung von Elektroautos vorgesehen waren, für geschädigte Dieselfahrer nicht ausgeschlossen. "Da sind viele Gelder noch vorhanden, und die könnten natürlich auch für andere Formen der Mobilität genutzt werden", sagte sie dem Hessischen Rundfunk. Eine konkrete Höhe der nicht abgerufenen Mittel nannte sie dabei nicht.    

Steuergelder seien dabei allerdings "allenfalls die letzte Option", sagte die Kanzlerin. Im Vordergrund stehe für sie die Verantwortung der Automobilindustrie. "Dort ist betrogen und Vertrauen verspielt worden", sagte die Kanzlerin dem Sender. Das müsse wiedergutgemacht werden. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte kürzlich vorgeschlagen, ungenutzte Fördermittel für Elektroautos auf von Fahrverboten betroffene Dieselbesitzer umzuleiten.

In Hessen wird am Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Dem Hessischen Rundfunk zufolge steht das Thema Diesel bei den Wählern besonders im Fokus, vor allem drohende Fahrverbote in den Innenstädten. Umfragen sagen für die SPD wie auch für die CDU massive Stimmenverluste bei der Wahl voraus.

+++ 16.48 Uhr: Standing Ovations für Saudi-Arabiens Kronprinzen bei Wirtschaftskonferenz +++

Mohammed bin Salman, Kronprinz von Saudi-Arabien, ist überraschend bei der Investorenkonferenz Future Investment Initiative (FII) in Riad erschienen und hat dafür Standing Ovations erhalten. Das berichtet die "New York Times" von vor Ort. Laut der US-Zeitung erschien der Kronzprinz - der verdächtigt wird, bei dem gewaltsamen Tod des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi eine Rolle gespielt zu haben - kurz vor einer Präsentation über Technologie am späteren Nachmittag. Allerdings als Zuhörer, nicht als Redner. Darüber hinaus zeigten Bilder des saudischen Senders Al-Ekhbariya, wie sich die Gäste erhoben, als der 33 Jahre alte Thronfolger den Veranstaltungssaal betrat.

Der saudiarabische Journalist Khashoggi war am 2. Oktober im Konsulat seines Landes in Istanbul getötet worden. Die saudiarabische Darstellung, wonach der Regierungskritiker bei einer "Schlägerei" getötet wurde, stieß international auf große Skepsis. Riad hatte zunächst versichert, dass Khashoggi das Konsulat lebend verlassen habe. Der türkische Präsident Erdogan nannte den Tod Khashoggis einen "barbarischen" und "geplanten Mord" und hat der Version Saudi-Arabiens widersprochen. 

Zahlreiche hochrangige Gäste hatten ihre Teilnahme an der Wirtschaftskonferenz abgesagt. Dazu zählten US-Finanzminister Steven Mnuchin, die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde und Siemens-Chef Joe Kaeser. Andere Manager reisten an, etwa der französische Total-Chef Patrick Pouyanné. Auch der frühere Siemens-Chef Klaus Kleinfeld nahm auf dem Podium Platz. Er ist jetzt als Berater des Kronprinzen Mohammed bin Salman tätig, der an der Konferenz teilnahm.

+++ 16.37 Uhr: Frau lebt monatelang in Auto auf Parkplatz und stirbt an Entkräftung +++

Auf einem Supermarktparkplatz in Frankreich hat eine obdachlose Frau mit ihrem Mann monatelang im Auto gelebt, ehe sie an Entkräftung starb. Von einer Krankheit geschwächt habe die 58-Jährige schließlich nur noch 31 Kilo gewogen, berichtete die französische Zeitung "Le Parisien". Das mittellose Paar in dem 4700-Einwohner-Ort Fenouiller an der Atlantikküste hatte im Sommer vergangenen Jahres seine Wohnung verlassen müssen. Vorübergehend war es von der Kommune und anschließend von Freunden einquartiert worden.

Schließlich lebten die zwei in ihrem Auto, das auf dem Parkplatz eines kleinen Supermarkts im Ortszentrum abgestellt war. Anwohner reagierten geschockt auf den Tod der Frau und erhoben Vorwürfe gegen die Kommune. Nun wird im Ort Geld für die Urnenbeisetzung der Frau gesammelt. Der Mann fand ein Quartier im Nachbarort.

+++ 16.36 Uhr: Umwelthilfe reicht weitere Klagen zu Dieselfahrverboten ein +++

Die Deutsche Umwelthilfe fordert für weitere Städte ein Dieselfahrverbot. Nach eigenen Angaben hat die Umweltorganisation zwei entsprechende Klagen für Limburg (Hessen) und Oldenburg (Niedersachsen) auf den Weg gebracht. Der Verwaltungsgerichtshof in Kassel konnte den Eingang der Klage für Limburg noch nicht bestätigen. 

Nach Daten des Umweltbundesamtes hatten auch Limburg und Oldenburg 2017 den Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) im Jahresmittel deutlich überschritten. Limburg an der Lahn gehört demnach sogar zu den am meisten belasteten Städten in Deutschland.

Die Umwelthilfe kündigte außerdem an, im November weitere Klage zu Dieselfahrverboten in Bielefeld, Hagen, Oberhausen, Wuppertal (alle Nordrhein-Westfalen) und Freiburg (Baden-Württemberg) einzureichen. "Damit klagt die DUH dann in 34 durch Dieselabgase belasteten Städten", hieß es in einer Mitteilung der Umwelthilfe. Ziel der Klagen sei es, noch im Jahr 2019 die Einhaltung der Grenzwerte zu erreichen.

+++ 16.18 Uhr: Saudischer König und Kronprinz empfangen Khashoggis Familie +++

Drei Wochen nach dem gewaltsamen Tod des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi hat die Führung in Riad enge Familienangehörige des Opfers empfangen. König Salman und Kronprinz Mohammed bin Salman hätten Khashoggis Bruder Sahl und Khashoggis Sohn Salah bei dem Treffen im Palast kondoliert, meldete die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA. Die beiden Familienangehörigen hätten sich für die Beileidsbekundung bedankt.

Saudi-Arabien hatte eingeräumt, dass Khashoggi im Istanbuler Konsulat des Landes gewaltsam getötet worden war. Demnach starb er bei einer Schlägerei. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach hingegen am Dienstag von einem "geplanten Mord".

Khashoggis Kinder hatten vor einer Woche eine internationale Untersuchung zu dem Fall gefordert. Ein unabhängiges und objektives Team müsse die Umstände zum Verschwinden und die Berichte zur Tötung des Journalisten aufklären, erklärte die Familie.

+++ 16.00 Uhr: Salvini lehnt Änderungen an Haushaltsplan ab +++

Die italienische Regierung will trotz der Zurückweisung ihrer Haushaltspläne keine Änderungen daran vornehmen. "Es ändert sich nichts, die Herren der Spekulation mögen abtreten, es gibt keinen Weg zurück", sagte Vize-Premier Matteo Salvini bei einem Besuch in Bukarest laut Nachrichtenagentur Ansa. Die EU-Kommission würde nicht eine Regierung, "sondern ein Volk attackieren". Man werde den Italienern "keinen einzigen Cent" aus den Taschen nehmen. 

Die EU-Kommission hatte am Dienstag in einem historisch einmaligen Vorgang die Haushaltspläne Italiens für das kommende Jahr zurückgewiesen. Streitpunkt ist die geplante hohe Neuverschuldung Italiens.

+++ 15.53 Uhr: Giffey kündigt neues Jugendmedienschutzgesetz für 2020 an +++

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat für das Jahr 2020 ein neues Jugendmedienschutzgesetz angekündigt. Das aktuelle Jugendschutzgesetz stamme aus der Zeit von CD-ROM und Videokassette, sagte Giffey dem Sender n-tv. "Ich möchte gerne, dass wir den Jugendschutz ins digitale Zeitalter bringen." Heutzutage nutzten über 90 Prozent der Jugendlichen das Smartphone. "Der Zugang ist auch zu Seiten da, die keinesfalls für Jugendliche geeignet sind", sagte sie.    

Gebraucht werde ein modernes Jugendmedienschutzgesetz. Dafür sei eine gewisse Zeit nötig. "Wir werden das nächste Jahr nutzen für die Erarbeitung des Gesetzes und wollen dann 2020 damit in Kraft treten", sagte die Ministerin.    

"Wir sind jetzt in einer Situation, wo das digitale Zeitalter, die immer überall gegenwärtige mobile Erreichbarkeit und der Zugang zum Internet für alle da ist", so Giffey. "Was in der analogen Welt gilt für den Jugendschutz, muss in der digitalen Welt auch gelten."

+++ 15.24 Uhr: EU-Kreise: EU-Kommission weist Italiens Haushaltsentwurf zurück +++

Die EU-Kommission hat den Haushaltsentwurf Italiens für das kommende Jahr zurückgewiesen. EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici werde von der italienischen Regierung verlangen, ihr Budget für das kommende Jahr "zu überarbeiten", erfuhren die Nachrichtenagentur AFP und die Deutsche Presse-Agentur, unabhängig voneinander, aus EU-Kreisen. Es ist das erste Mal, dass die EU-Kommission vorab einen Haushaltsentwurf ablehnt.

+++ 15.10 Uhr: Merkel: "Gesamtes Program" für Frankfurt in Diesel-Frage +++

Die von einem Diesel-Fahrverbot bedrohte Stadt Frankfurt soll ein umfangreicheres Maßnahmenpaket für sauberere Luft bekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellte dies in einem Interview des Senders hr-Info in Aussicht. Wenn die Mainmetropole gemäß neuer Zahlen zu den stärker belasteten Städten gehöre, "dann bekommt Frankfurt das gesamte Programm inklusive Privat-Pkw-Umtausch und Hardware-Nachrüstung für private Pkw", sagte Merkel. Dazu werde die Regierung demnächst die Eckpunkte beschließen.

Am Vortag war bekannt geworden, dass Frankfurt den Stickstoffdioxid-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft deutlich überschreitet und über 50 Mikrogramm liegt. Damit gehört die Stadt nicht mehr zu der Gruppe jener Kommunen, in denen nach den Plänen der Bundesregierung Fahrverbote als in der Regel unverhältnismäßig gelten sollen. 

Die Dieselproblematik ist ein wichtiges Thema im hessischen Landtagswahlkampf. In dem Bundesland wird am Sonntag ein neues Landesparlament gewählt.

+++ 15.07 Uhr: Umfrage: Grüne und SPD kurz vor Landtagswahl in Hessen gleichauf +++

Fünf Tage vor der mit Spannung erwarteten Landtagswahl in Hessen sieht eine neue Umfrage ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den zweiten Platz zwischen SPD und Grünen. Die regierende CDU von Ministerpräsident Volker Bouffier kommt in der am Dienstag veröffentlichten Erhebung des Instituts Insa für die "Bild"-Zeitung auf nur noch 26 Prozent. Mit jeweils 21 Prozent folgen die mit der CDU koalierenden Grünen und die SPD.    

Die Umfrage ergibt ein ähnliches Bild wie vorangegangene Befragungen aus den vergangenen Tagen: Vor allem CDU und SPD verlieren stark an Zuspruch, während die Grünen deutlich zulegen. Die AfD kann laut Insa mit 13 Prozent rechnen, die Linke mit acht und die FDP mit sieben Prozent. Befragt wurden von Donnerstag bis Montag 1004 Wahlberechtigte. Der maximale statistische Fehler wurde mit 3,1 Prozentpunkten nach oben und unten angegeben.

+++ 14.32 Uhr: Harley-Davidson trotzt Trumps Boykottaufruf +++

Beim traditionsreichen Motorradbauer Harley-Davidson ist es im Sommer trotz heftiger Kritik von US-Präsident Donald Trump überraschend gut gelaufen. Vor allem dank eines starken Europageschäfts stiegen die Erlöse in den drei Monaten bis Ende September im Jahresvergleich um 16,8 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar (1,0 Mrd Euro), wie die 115 Jahre alte Ikone der US-Wirtschaft mitteilte. Der Gewinn kletterte auch wegen geringerer Steuerabgaben von 68,2 auf 113,9 Millionen Dollar. Damit wurden die Prognosen klar übertroffen, die Aktie stieg vorbörslich zunächst deutlich. 

Im US-Heimatmarkt brachen die Verkäufe allerdings ein. Präsident Trump hatte den US-Kulthersteller wiederholt kritisiert und sogar Boykottaufrufe unterstützt. Trump ist verärgert, weil Harley-Davidson wegen Strafzöllen, die im Zuge des von seiner Regierung angezettelten Handelsstreits verhängt wurden, einen Teil seiner Produktion ins Ausland verlagern will. "Viele Harley-Davidson-Besitzer planen das Unternehmen zu boykottieren, wenn die Fertigung nach Übersee abwandert. Großartig!", hatte Trump Mitte August getwittert. Harley kämpft in den USA ohnehin schon länger mit alternder Kundschaft.

+++ 14.10 Uhr: "Sky News": Körperteile von totem Journalisten Jamal Khashoggi gefunden +++

Einem Bericht des britischen Nachrichtenportals "Sky News" zufolge, sollen Körperteile des getöteten saudischen Journalisten Jamal Khashoggi gefunden worden sein. Das berichtet "Sky News" unter Berufung auf "Quellen", eine offizielle Stellungnahme gibt es dazu bisher nicht. Dem Bericht zufolge sei Khashoggi Körper "zerteilt" und sein Gesicht "entstellt" worden. Eine andere Quelle soll angedeutet haben, dass die angeblichen Leichenteile Khashoggi im Garten des saudischen Generalkonsulats entdeckt wurden. 

Am Vormittag hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Tötung des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi als "politischen Mord" bezeichnet, der von einem aus Saudi-Arabien entsandten Kommando Tage im Voraus "geplant" worden sei. Von der Führung in Saudi-Arabien verlangte er am Dienstag Aufklärung, "wer den Befehl für das Verbrechen" gegeben habe. Die Verdächtigen müssten in der Türkei vor Gericht gestellt werden, forderte er.

Saudi-Arabien hatte am Samstag unter internationalem Druck zugegeben, dass der Regierungskritiker im Istanbuler Konsulat zu Tode kam; er sei dort bei einer "Schlägerei" getötet worden. Weltweit stößt diese Darstellung aber auf Skepsis, nachdem Riad wochenlang versichert hatte, dass Khashoggi das Konsulat lebend verlassen habe.

+++ 13.56 Uhr: Fünf Iraker aus Kühllaster im Saarland befreit +++

Nach einem Notruf bei der französischen Polizei sind im Saarland fünf Iraker aus einem Kühllaster befreit worden. Wie ein Sprecher der Bundespolizei der Nachrichtenagentur AFP sagte, riefen die Männer von einem Handy die französischen Beamten an und gaben an, in dem Fahrzeug zu frieren. Eine Ortung des Mobiltelefons ergab kurz darauf, dass es sich bereits in Deutschland befand.

An einer Tankstelle an der Autobahn 620 bei Saarlouis befreiten deutsche Einsatzkräfte am Vormittag die Männer aus dem Laster mit polnischem Kennzeichen. Eine Untersuchung ergab, dass sie nicht unterkühlt waren. Der Fahrer, ein 37-jähriger Ukrainer, stand unter Schleuserverdacht. Nähere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.

+++ 13.02 Uhr: Russland will Abrüstungsabkommen nicht aufkündigen +++

Russland will an dem INF-Abrüstungsvertrag mit den USA vorerst festhalten. Ohne Vorschläge für einen neuen Vertrag sollte das jetzige Abkommen nicht aufgekündigt werden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Es gebe derzeit keine Aussichten auf einen neuen Vertrag. Ohne eine Alternative sei es gefährlich, aus dem INF-Abkommen auszusteigen. US-Sicherheitsberater John Bolton hält sich seit Montag zu Gesprächen in Moskau auf. Am Nachmittag soll er Präsident Wladimir Putin treffen.

+++ 12.38 Uhr: Alleinstehende gesunde Männer können nach Afghanistan abgeschoben werden +++

Alleinstehende gesunde Männer im Erwerbsalter dürfen nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg nach Afghanistan abgeschoben werden. Das Gericht lehnte den Antrag eines Manns ab, ein Abschiebeverbot festzustellen. Die bestehenden Erkenntnisse ließen nicht den Schluss zu, dass jeder Rückkehrer aus Europa in Kabul so gefährdet sei, dass ihm eine "unmenschliche oder erniedrigende Behandlung" drohe.

Der Asylbewerber war laut Gericht im Iran aufgewachsen und im Herbst 2015 nach Deutschland gekommen. Er machte geltend, dass ihm in Afghanistan aufgrund der dortigen Sicherheitslage und der schlechten humanitären Bedingungen eine Verelendung drohe. Als abgeschobener Rückkehrer aus Westeuropa werde er in der afghanischen Gesellschaft stigmatisiert. Er habe dort auch kein Netzwerk, das ihn unterstützen könne.

+++ 12.12 Uhr: Angeklagter in Prozess um Mord an zehnjähriger Stephanie schweigt zunächst +++

27 Jahre nach dem Mord an der zehnjährigen Stephanie aus Thüringen hat vor dem Landgericht Gera der Prozess gegen einen 66-jährigen Tatverdächtigen begonnen. Zum Auftakt der Verhandlung schwieg der Angeklagte zu den Vorwürfen. Er schloss nach Angaben einer Gerichtssprecherin aber nicht aus, sich im Laufe des Prozesses zu äußern.

Der ehemalige Kraftfahrer soll das Mädchen am 24. August 1991 in einem Weimarer Park unter einem Vorwand in sein Auto gelockt und sie später von der Teufelstalbrücke an der Autobahn 4 in die Tiefe gestoßen haben. Zuvor soll er mit der Zehnjährigen auf einen Waldweg bei Schleiz gefahren sein, um sie zu missbrauchen.

+++ 11.10 Uhr: Bayer-Aktien brechen nach Entscheidung im Glyphosat-Prozess ein +++

Bei den Aktionären von Bayer ist die Furcht vor unwägbaren Milliardenrisiken wegen der Glyphosat-Klagen in den USA wieder gewachsen. Vorausgegangen war die Entscheidung einer US-Richterin, den Schadenersatz im ersten US-Glyphosatprozess nur zu senken, statt den Prozess neu aufzurollen. Die im Raum stehende Zahlung liegt zudem immer noch im höheren zweistelligen Millionen-Dollar-Bereich. Die Bayer-Aktien brachen am Vormittag zuletzt um rund 7 Prozent auf 71,12 Euro ein.

Damit rutschten die Papiere in Richtung ihres September-Tiefs von 69,40 Euro ab. Erst auf diesem Niveau hatte sich der Kurs gefangen, nachdem er im August infolge des Beschlusses einer Geschworenenjury eingebrochen war. Die Jury hatte damals beschlossen, dass einem Krebspatienten ursprünglich eine Entschädigung von 289 Millionen Dollar zu zahlen ist. Der Patient macht Unkrautvernichter des von Bayer übernommenen Saatgutkonzerns Monsanto für seine Erkrankung verantwortlich.

Seit dem Urteil ist der Börsenwert von Bayer um mehr als 20 Milliarden Euro abgesackt. Aktuell liegt der Börsenwert des Agrarchemie- und Pharmakonzerns noch bei rund 66 Milliarden Euro.

+++ 11.08 Uhr: Baukindergeld boomt: Fast 25.000 Anträge im ersten Monat +++

Das neue Baukindergeld für Familien hat im ersten Monat bereits zu 24.399 Förderanträgen geführt. Das geht aus aktuellen Zahlen der zuständigen KfW-Bank hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Damit sind von drei Milliarden Euro, die pro Jahr derzeit zur Verfügung stehen, 516 Millionen Euro bereits beansprucht. Spitzenreiter bei den Anträgen ist Nordrhein-Westfalen mit 5611 Anträgen, gefolgt von Baden-Württemberg (3197), Bayern (3089) und Niedersachsen (3059). Am Ende liegen die Stadtstaaten Hamburg (237) und Bremen (207). Für den Bau eines Hauses oder den Kauf einer Immobilie winkt ein staatlicher Zuschuss von 1200 Euro je Kind und Jahr - über zehn Jahre gibt es garantiert 12.000 Euro.

+++ 10.38 Uhr: Scholz: Keine Rüstungsexporte mehr nach Saudi-Arabien +++

Nach Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich auch SPD-Vizekanzler Olaf Scholz öffentlich dafür ausgesprochen, vorerst alle Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien zu stoppen. "Alle Erklärungsversuche Saudi-Arabiens zum Tod von Jamal Khashoggi bislang sind absolut unbefriedigend", teilte Scholz in einer Erklärung des Bundesfinanzministeriums mit. "Die Bundesregierung ist sich einig, dass es vorerst keine Waffenexporte nach Saudi-Arabien geben kann." Die Umstände müssten restlos aufgeklärt werden. "Ein solch schändlicher Vorgang darf sich nicht wiederholen."

Die Erklärung erfolgt zwei Tage nach der Positionierung von Merkel, die am Sonntagabend gesagt hatte, Rüstungsexporte könnten nicht stattfinden, "in dem Zustand, in dem wir im Augenblick sind". Zuvor hatte sich Bundesaußenminister Heiko Maas für einen Exportstopp bis zum Ende der Ermittlungen im Fall Khashoggi ausgesprochen.

+++ 10.37 Uhr: Prozessbeginn: Mann soll Mädchen 1991 von A4-Brücke geworfen haben +++

Mit dem Verlesen der Anklage hat rund 27 Jahre nach dem gewaltsamen Tod der zehnjährigen Stephanie aus Weimar der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder begonnen. Wie Oberstaatsanwalt Ralf Mohrmann vor dem Landgericht Gera ausführte, soll der heute 66-Jährige sein Opfer aus dem Weimarer Goethepark gelockt und auf einem Waldweg missbraucht haben. Anschließend habe er dem Kind Beruhigungstabletten gegeben und es von der Teufelstalbrücke der A4 etwa 48 Meter in die Tiefe geworfen. Der Beschuldigte ließ durch seinen Anwalt erklären, er werde sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern. Für das Verfahren sind noch weitere elf Verhandlungstage bis Anfang Januar angesetzt.

+++ 09.53 Uhr: Erneut Razzia gegen Organisierte Kriminalität im Ruhrgebiet +++

Im Ruhrgebiet ist die Polizei erneut mit einem Großaufgebot gegen Organisierte Kriminalität vorgegangen. Später gab es auch Durchsuchungen in Teilen Sachsens. Mehr als zehn Objekte - Wohnungen und Lokale - in Bochum, Essen, Herne und später in Sachsen seien durchsucht worden, teilte ein Sprecher der Polizei in Bochum mit. Es habe mehrere Festnahmen gegeben. Da es Hinweise auf eine Bewaffnung von Verdächtigen gab, waren Spezialeinsatzkommandos beteiligt.

Details nannten Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst nicht - auch nicht, gegen wen sich die Razzia richtete. Polizei und Justiz haben ihre Einsätze gegen kriminelle Clans und Organisierte Kriminalität vor allem im Ruhrgebiet seit einiger Zeit erheblich ausgeweitet. Immer wieder gibt es großangelegte Razzien gegen Clans libanesisch-arabischen Ursprungs. Erst am Wochenende war die Polizei mit einer Großrazzia in Sisha- und Sportbars in Marl gegen Clankriminalität vorgegangen.

+++ 09.44 Uhr: Saudi-Arabiens Außenminister: Fall wie Khashoggi darf "nie wieder passieren" +++

Vor einer Erklärung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zur Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi hat Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Dschubeir Konsequenzen und umfassende Ermittlungen angekündigt. Riad werde "sicherstellen, dass so etwas nie wieder passieren kann", sagte al-Dschubeir bei einem Besuch in Jakarta. Riad werde zudem dafür sorgen, dass bei einer "gründlichen und vollständigen" Untersuchung die "Wahrheit" herauskomme, und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.

Saudi-Arabien hatte unter internationalem Druck am Samstag eingeräumt, dass Khashoggi am 2. Oktober im saudiarabischen Konsulat in Istanbul bei einer "Schlägerei" getötet worden sei. Weltweit stößt diese Darstellung jedoch auf Skepsis. Zuvor hatte Riad wochenlang versichert, dass Khashoggi das Konsulat lebend verlassen habe.

+++ 09.24 Uhr: Fährverkehr auf der Nordsee wegen Sturmtiefs stark eingeschränkt  +++

Mehrere Fährverbindungen sind am Dienstag wegen eines erwarteten Sturmtiefs über der Nordsee eingestellt worden. So fallen alle Verbindungen zwischen Amrum und den Halligen aus, wie die Wyker Dampfschiffs-Reederei auf ihrer Webseite mitteilte. Auf der Föhr-Amrum-Linie könnte es laut Unternehmen zu Änderungen im Fahrplan kommen. Auch der Katamaran "Halunder-Jet", der zwischen Hamburg und Helgoland verkehrt, läuft nicht aus, wie das Unternehmen Helgoline auf seiner Webseite mitteilte. Der Deutsche Wetterdienst hat für die Nordseeküste teils schwere Sturmböen vorhergesagt. Die Nordseeküste muss sich demnach auf eine Sturmflut einstellen.

+++ 09.20 Uhr: Nordrhein-Westfalen überholt Berlin bei Start-ups +++

Nordrhein-Westfalen hat Berlin als die Region mit den meisten Start-ups in Deutschland abgelöst. Im von der Bevölkerungszahl allerdings auch etwa fünf Mal so großen Nordrhein-Westfalen siedelten sich in diesem Jahr 19 Prozent aller deutschen Jungunternehmen an, in Berlin 15,8 Prozent, wie nach einem Bericht der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post aus einer Studie des Bundesverbands Deutscher-Start-ups und der Unternehmensberatung KPMG hervorgeht.

+++ 09.19 Uhr: Frühere AfD-Chefin Petry muss wegen Meineids vor Gericht +++

Die frühere AfD-Vorsitzende Frauke Petry muss sich wegen des Verdachts des Meineids vor Gericht verantworten. Das Landgericht Dresden ließ die Anklage gegen Petry zu, wie das Gericht mitteilte. Der Prozess soll im kommenden Jahr beginnen. Petry wird vorgeworfen, in einer Sitzung des Wahlprüfungsausschusses des sächsischen Landtags im November 2015 in einer Zeugenaussage unter Eid falsch ausgesagt zu haben.

Der Ausschuss befasste sich damals mit der Gewährung von Darlehen durch AfD-Landtagskandidaten an die Partei. Damit sollte der Landtagswahlkampf 2014 unterstützt werden.

Petry soll damals gesagt haben, dass die Kandidaten nach einer erfolgreichen Landtagswahl hätten entscheiden können, ob die Darlehen zurückgezahlt oder in eine Spende umgewandelt werden. Ihre Angaben sollen aber dem Darlehensvertrag widersprechen - nach diesem sollte ein Landtagskandidat für den Fall seiner Wahl auf die Rückzahlung verzichten.

Petry hatte bei der Bundestagswahl ein Direktmandat für die AfD gewonnen. Am Tag nach der Wahl gab sie aber bekannt, nicht der Bundestagsfraktion der AfD angehören zu wollen. Wenige Tage später trat sie ganz aus der AfD aus. Petry sitzt auch im sächsischen Landtag, wo sie mit mehreren ehemaligen AfD-Abgeordneten als sogenannte Blaue Gruppe auftritt.

+++ 8.26 Uhr: Jemen: 14 Millionen Menschen von Hunger bedroht +++

Bis zu 14 Millionen Menschen sind im Jemen von Hunger bedroht. "Die humanitäre Lage im Jemen ist die schlimmste weltweit", warnte der UN-Vizegeneralsekretär für Humanitäre Angelegenheiten, Mark Lowcock, in einem internen Bericht. Wenn sich die Lage in dem Bürgerkriegsland weiter wie bisher entwickele, gerieten 14 Millionen Menschen schon bald in ein "Vor-Hunger"-Stadium.    

Drei Viertel der Bevölkerung des Jemen, das entspreche rund 22 Millionen Menschen, benötigten Hilfe und Schutz, heißt es in der Notiz Lowcocks vom 18. Oktober, die den UN-Sicherheitsratsmitgliedern vorliegt. 8,4 Millionen von ihnen litten unter einer schweren Versorgungsunsicherheit und bedürften "dringend" Lebensmittelhilfen. Im "schlimmsten Fall" könnte diese Zahl um weitere 5,6 Millionen auf 14 Millionen anwachsen.    

Im Jemen herrscht seit 2014 ein Krieg zwischen schiitischen Huthi-Rebellen und den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. In dem Konflikt wurden bereits fast 10.000 Menschen getötet.

+++ 8.04 Uhr: Ikea macht mehr als fünf Milliarden Euro Umsatz in Deutschland +++

Der Möbelhändler Ikea hat auf seinem größten europäischen Einzelmarkt Deutschland erstmals mehr als fünf Milliarden Euro umgesetzt. Die Erlöse stiegen im Geschäftsjahr 2018 (30. August) aber nur noch langsam um 2,8 Prozent auf 5,003 Milliarden Euro, wie die deutsche Tochter des Konzerns am Dienstag in Hofheim bei Frankfurt berichtete. Weltweit hatte der Möbelriese um 4,7 Prozent zugelegt.

Erneut wuchs in Deutschland der Online-Umsatz mit einem Plus von 12,8 Prozent schneller als der stationäre Handel. Er machte aber nur 371 Millionen Euro oder 7,4 Prozent des Gesamtvolumens aus. Die jährliche Besucherzahl in den unverändert 53 Möbelhäusern blieb mit annähernd 100 Millionen Menschen gleich. Pro Einkauf gaben die Kunden im Schnitt 94,40 Euro aus und damit 2,6 Prozent mehr als 2017. Die Lebensmittel-Sparte mit den Restaurants wuchs um 4 Prozent auf 239,5 Millionen Euro.  

Ansturm auf Möbelhaus: IKEA eröffnet seine erste Filiale in Indien - und die ist ganz anders als in Europa

+++ 7.12 Uhr: Starkes Erdbeben erschüttert Taiwan +++

Ein starkes Erdbeben hat Taiwan erschüttert. Die Erdstöße hatten eine Stärke von 5,7, wie die US-Erdbebenwarte mitteilte. Der taiwanische Wetterdienst meldete 6,0. Zu möglichen Opfern oder Schäden lagen zunächst keine Angaben vor.    

Das Zentrum des Bebens befand sich rund 104 Kilometer vor der Küste der im Osten des Landes gelegenen Stadt Hualien in einer Tiefe von 34 Kilometern. Auch in der Hauptstadt Taipeh waren die Erschütterungen gegen Mittag stark zu spüren.  

+++ 5.00 Uhr: Längste Meeresbrücke der Welt eingeweiht +++

An der chinesischen Küste ist die längste Meeresbrücke der Welt eingeweiht worden. Chinas Staatschef Xi Jinping eröffnete bei einer feierlichen Zeremonie das 55 Kilometer lange Bauwerk, welches das Delta des Perlflusses überspannt und die beiden Sonderverwaltungszonen Macau und Hongkong verbindet. 

Die Region zählt zu den wirtschaftlich stärksten in ganz China. Kritiker des Mammutprojekts beklagen die hohen Kosten, Korruptionsfälle bei den beteiligten Behörden und Sicherheitsmängel, die zum Tod mehrerer Arbeiter führten. Vor allem in Hongkong stößt die Brücke auch auf politische Bedenken: Kritiker sehen das Bauwerk als weiteren Versuch, die autonome frühere britische Kolonie enger an die Volksrepublik China anzubinden.

Die Bauarbeiten für das Riesenprojekt hatten bereits 2009 begonnen. Offizielle Angaben zu den Kosten gibt es nicht, sie werden auf mehr als 100 Milliarden Yuan (13 Milliarde Euro) geschätzt. 

+++ 4.34 Uhr: Diesel-Debatte: Größte Sorge der Deutschen ist die schlechte Luft +++

Die größte Sorge der Deutschen in der Debatte um den Diesel ist einer Umfrage zufolge die schlechte Luft in den Städten. 48 Prozent der Bundesbürger zählen die Belastung mit gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid (NO2) zu den größten Problemen, die durch den teilweise überhöhten Schadstoffausstoß von Dieselautos entstehen. Das hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur DPA ermittelt. 

Drohende Fahrverbote zählen dagegen nur für 37 Prozent zu den schwersten Problemen, der Wertverlust älterer Diesel für 32 Prozent. Den Verlust von Arbeitsplätzen in der Autobranche sehen sogar nur 17 Prozent als besonders großes Problem. Die Befragten konnten zwei Antworten auswählen. Sechs Prozent gaben an, in diesem Zusammenhang keine Probleme zu sehen.

+++ 4.09 Uhr: Reflektoren gegen Wildunfälle nutzlos +++

Die inzwischen weit verbreiteten blauen Reflektoren am Straßenrand können die Zahl von Wildunfällen einer Studie zufolge nicht verringern. Bei einer Untersuchung der Universität Göttingen auf 150 Teststrecken in den Landkreisen Göttingen (Niedersachsen), Höxter (Nordrhein-Westfalen) sowie Kassel und Lahn-Dill in Hessen hätten sich die Reflektoren als wirkungslos erwiesen, sagte der Waldökologe Christian Ammer der Nachrichtenagentur DPA. Die Studie entstand im Auftrag der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Die Kosten für die Reflektoren könne man sich sparen, unterstrich UDV-Leiter Siegfried Brockmann. Der Gesamtverband der Versicherer hat 2017 bundesweit 275.000 Wildunfälle registriert. 

+++ 3.35 Uhr: Erdogan will sich zum Fakll Khashoggi äußern +++

Mit Spannung wird am Dienstag eine Erklärung des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zum Tod des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi erwartet. Erdogan hatte die Erklärung am Sonntag selbst angekündigt und gesagt, er werde dabei "ins Detail" gehen. Der türkische Präsident wird nach eigenen Angaben bei der Fraktionssitzung seiner islamisch-konservativen Regierungspartei am späten Morgen sprechen.

+++ 3.34 Uhr: INF-Ausstieg: US-Präsident Trump droht Russland und China +++

Nach dem angekündigten Ausstieg aus einem wichtigen Abrüstungsvertrag hat US-Präsident Donald Trump mit einer Aufstockung des amerikanischen Atomwaffenarsenals gedroht. Trump sagte im Weißen Haus, diese Drohung gelte Russland und China und "jedem sonst, der dieses Spiel spielen will". Trump betonte zugleich, sollten die anderen Staaten "zur Vernunft kommen", sei er auch wieder zur Abrüstung bereit.

+++ 2.40 Uhr: US-Richterin will Strafe für Monsanto abmildern +++

Der Bayer-Konzern kann im ersten US-Prozess um angebliche Krebsrisiken von glyphosathaltigen Unkrautvernichtern der Tochter Monsanto mit einer deutlich geringeren Strafe rechnen. Die zuständige Richterin Suzanne Ramos Bolanos wies zwar einen Antrag von Monsanto auf einen neuen Prozess ab, will die in einem früheren Urteil verhängten Schadenersatzzahlungen für den US-Saatguthersteller aber stark senken. Falls der Kläger sich mit der geringeren Entschädigungssumme begnügt, werde der Fall nicht neu aufgerollt, heißt es in dem entsprechenden Gerichtsdokument.

Im August hatte die Geschworenenjury des Gerichts in San Francisco Monsanto zu einer Schadenersatzzahlung von insgesamt 289 Millionen Dollar (251 Mio Euro) an den an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Kläger Dewayne "Lee" Johnson verurteilt. Die Laienrichter sahen es als erwiesen an, dass Monsanto-Produkte mit dem Wirkstoff Glyphosat krebserregend sind und der Hersteller davor nicht ausreichend gewarnt und die Risiken verschleiert hat. Bayers Tochter Monsanto legte daraufhin Berufung ein und forderte, dass der Fall wegen unzureichender Beweise neu verhandelt wird.

+++ 2.29 Uhr: Aiwanger will Freie Wähler auf Bundesebene etablieren +++

Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger will seine Partei nach dem Erfolg bei der Landtagswahl in Bayern auch auf Bundesebene etablieren. "Wir wollen neben Bayern natürlich auch in andere Bundesländer und in den Bundestag", sagte Aiwanger den Zeitungen der Funke Mediengruppe (u.a. "Hamburger Abendblatt"). "Das Potential für den Einzug in den Bundestag haben wir auf jeden Fall."

Sollte die große Koalition in Berlin vorzeitig scheitern, könnte seine Partei die Fünf-Prozent-Hürde überwinden, zeigte sich Aiwanger optimistisch. "Wenn wir genügend Zeit hätten für einen guten Wahlkampf, könnte uns das in den Bundestag tragen." Zunächst sei es aber das Ziel, am Sonntag in Hessen in den Landtag einzuziehen, sagte Aiwanger.

+++ 1.26 Uhr: Hurrikan "Wilma" auf höchste Kategorie 5 hochgestuft +++

 Auf seinem Weg nach Mexiko hat Hurrikan "Willa" weiter an Stärke gewonnen und ist auf die höchste Kategorie 5 hochgestuft worden. Der Wirbelsturm könne "katastrophale" Folgen haben, warnte das US-Hurrikan-Zentrum (NHC). Gemessen wurden Windgeschwindigkeiten von 260 Stundenkilometern.    

"Willa" dürfte am Dienstag die mexikanische Pazifikküste erreichen. Die Behörden warnen vor lebensbedrohlichen Flutwellen, Sturmböen, Starkregen und Erdrutschen.

+++ 1.04 Uhr: Drei Zurückweisungen aufgrund von Einreisesperren +++

Die von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) Mitte Juni verfügte Wiedereinreisesperre für abgelehnte Asylbewerber an der deutsch-österreichischen Grenze hat bislang kaum Wirkung gezeigt. Wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (u.a. "Berliner Morgenpost") unter Berufung auf Sicherheitskreise berichten, hat es bislang erst drei Zurückweisungen solcher Asylbewerber gegeben. Das Ministerium hatte der Zeitung zufolge mit rund 100 Fällen im Monat gerechnet. Tatsächlich seien es bis zum 17. Oktober insgesamt 89 Migranten gewesen. Davon hatten nur drei bereits einen Asylantrag gestellt. Alle übrigen 86 wären auch vor dem Erlass schon abgewiesen worden.

Seehofer hatte es im Sommer als "Skandal" bezeichnet, dass Menschen mit Einreisesperre trotzdem einreisen könnten. Die neue Regelung gilt für Menschen, für die nach einer Abschiebung ein befristetes Aufenthalts- oder Einreiseverbot ausgesprochen worden war. Davon betroffen sind nur Ausländer, die an den Grenzübergängen zu Österreich kontrolliert werden. Die übrigen Grenzen sind offen. 

+++ 0.30 Uhr: INF-Ausstieg: USA bekräftigen Vorwürfe gegen Russland +++

Im Streit über den angekündigten Ausstieg der USA aus einem zentralen Abrüstungsabkommen mit Russland deutet sich keine Annäherung zwischen den beiden Ländern an. Der nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, bekräftigte bei einem Besuch in Moskau die Vorwürfe gegen die russische Regierung. Das Problem sei nicht der mögliche Rückzug der USA aus dem INF-Abkommen, das Problem seien die "Verstöße" Russlands gegen die Vereinbarung.    

Bolton traf sich mit seinem russischen Kollegen Nikolai Patruschew und Russlands Außenminister Sergej Lawrow. Moskau habe einen Bruch des INF-Abkommens bestritten und stattdessen Vorwürfe gegen die USA erhoben, sagte Bolton nach dem etwa fünfstündigen Gespräch mit Patruschew der Zeitung "Kommersant". Seine Regierung wolle nicht die Einzige sein, die sich an das Abkommen halte.    

Patruschew ließ nach den Beratungen erklären, Moskau sei bereit zur Zusammenarbeit mit den USA, um den Abrüstungsvertrag zu retten. Nach Kreml-Angaben ist für Dienstag ein Treffen zwischen Bolton und Präsident Wladimir Putin geplant.

+++ 0.00 Uhr: Modeunternehmer Gilberto Benetton gestorben +++

Der italienische Unternehmer Gilberto Benetton ist tot. Der Mitbegründer des Modekonzerns Benetton starb nach kurzer Krankheit in seinem Haus in Treviso im Nordosten Italiens im Alter von 77 Jahren, wie der Konzern mitteilte. Gilberto Benetton hatte das Familienunternehmen 1965 zusammen mit seinen Geschwistern Luciano, Giuliana und dem im Juli gestorbenen jüngsten Benetton-Bruder Carlo gegründet.     

Vor allem ab den 80er Jahren ging es mit der Marke "United Colors of Benetton" steil bergauf – nicht zuletzt wegen der oft provokanten Werbekampagnen. In den vergangenen Jahren gingen die Umsätze aber zurück.     

Gilberto Benetton war Vizepräsident der Familienholding Edizione, die auch Anteile an Infrastruktur- und Verkehrsunternehmen hält und im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von 12,1 Milliarden Euro verbuchte. In die Kritik geriet der Benetton-Clan zusetzt im August nach dem verheerenden Brückeneinsturz in Ganua mit 43 Toten. Die Familie ist der größte Anteilseigner der Betreiberfirma Autostrade per l'Italia, der schwere Versäumnisse im Zusammenhang mit dem Unglück vorgeworfen werden.

Modeunternehmer Gilberto Benetton

Modeunternehmer Gilberto Benetton wurde 77 Jahre alt

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wue / fs / AFP / DPA