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+++ Ukraine-Ticker +++: Prorussische Demonstranten stürmen Justizgebäude in Donezk

Die Übergangsregierung in Kiew hat die Kontrolle über Teile der Ostukraine verloren. Die OSZE-Beobachter sind noch in der Gewalt der Separatisten. Die aktuellen Ereignisse im stern.de-Ticker.

+++ 19.36 Uhr: Merkel wird Obama im Weißen Haus treffen +++

Merkel kommt am Freitag mit US-Präsident Obama in Washington zusammen. Nach dem Treffen im Weißen Haus ist eine gemeinsame Pressekonferenz angesetzt (11.40 Uhr Ortszeit). Die Ukraine-Krise wird eines der zentralen Themen des Gesprächs ein.

+++ 18.40 Uhr: Ukraine führt Wehrpflicht wieder ein +++

Die prowestliche Regierung in Kiew führt die Wehrpflicht wieder ein. Interimspräsident Alexander Turtschinow unterzeichnet einen Erlass, um der "Gefahr für die territorialen Einheit und der Einmischung in innere Angelegenheiten der Ukraine" zu begegnen. Demnach müssen Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren wieder ihren Wehrdienst leisten. Die Pflicht war erst vor einem halben Jahr abgeschafft worden. Der Erlass berücksichtige die Verschlechterung der Lage in der Süd- und Ostukraine sowie die "nackte Aggression" prorussischer Milizen, heißt es.

+++ 17.34 Uhr: Prorussische Demonstranten stürmen Justizgebäude in Donezk +++

Rund 300 prorussische Demonstranten stürmen in der ostukrainischen Stadt Donezk das Gebäude der Regionalstaatsanwaltschaft. Die Angreifer werfen Steine und Molotow-Cocktails auf rund einhundert Bereitschaftspolizisten, die das Gebäude bewachten. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas, Gummigeschosse und Blendgranaten ein, um die Menge zurückzudrängen, wurden aber überrannt. Mehrere Polizisten und Angreifer sind verletzt.

+++ 15.05 Uhr: Prorussische Demonstranten greifen Justizgebäude in Donezk an +++

Rund 300 prorussische Demonstranten haben in Donzek versucht, das Gebäude der Regionalstaatsanwaltschaft zu stürmen. Wie ein AFP-Korrespondent beichtet, warfen die Angreifer Steine auf rund einhundert Bereitschaftspolizisten, die das Gebäude bewachten. Die Sicherheitskräfte setzten darauf Tränengas und Blendgranaten ein. Mehrere Polizisten wurden entwaffnet und geschlagen. Die Menge beschimpfte die Beamten in Sprechchören als "Faschisten". Mindestens vier Polizisten wurden verletzt.

+++ 13.18 Uhr: Merkel bittet Putin um Hilfe +++

Unmittelbar vor Beginn ihrer Reise in die USA hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erneut mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert. Merkel appellierte an den Kreml-Chef, seinen Einfluss auf die prorussischen Aktivisten in der Ostukraine geltend zu machen, um die dort festgehaltenen OSZE-Militärbeobachter freizubekommen. Wie ein Regierungssprecher in Berlin weiter mitteilt, erinnerte die Kanzlerin Putin an die Verantwortung Russlands als OSZE-Mitgliedstaat. Merkel und Putin sprachen demnach auch über die Bedeutung der Wahlen in der Ukraine am 25. Mai, die für die Stabilität des Landes unverzichtbar seien.

+++ 12.58 Uhr: Energie-Handelsstreit zwischen EU und Russland verschärft sich +++

Mitten in der Ukraine-Krise verschärft sich der bereits seit längerem schwelende Energie-Handelsstreit zwischen Russland und der EU. Die Regierung in Moskau legte die Basis für eine mögliche Klage vor der Welthandelsorganisation (WTO). Wie WTO-Vertreter mitteilen, habe die russische Seite dazu Gespräche mit der EU zur Beilegung des Konflikts beantragt. Stein des Anstoßes sind neue europäische Regelungen zur Öffnung der Gas- und Strommärkte. Russland hat dagegen in mehreren Punkten Bedenken angemeldet.

+++ 12.21 Uhr: Rumäniens Präsident kritisiert Schröders Putin-Umarmung +++

Mit Blick auf die Europawahl und auf die Ukraine-Krise kritisiert Rumäniens Staatspräsident Traian Basescu den deutschen Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder für dessen Freundschaft mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Der konservative Politiker ruft die Rumänen auf, deswegen bei der Europawahl nicht für die Sozialdemokraten zu stimmen, deren Spitzenkandidat Schröders Parteifreund Martin Schulz sei.

+++ 11.20 Uhr: 1. Mai-Demonstrationen in Ukraine +++

Twitter-Bilder zeigen Demonstrationen zum 1. Mai in der Ukraine. Wir können den Wahrheitsgehalt der Tweets leider nicht überprüfen.

+++ 11.00 Uhr: Separatisten tauschen zwei gefangene Geheimdienstler aus +++

Die Separatisten haben nach eigenen Angaben zwei gefangene Mitglieder des Geheimdiensts SBU gegen eigene Anhänger ausgetauscht. Die Verhandlungen mit der Regierung seien erfolgreich gewesen, zitiert die Agentur Interfax einen Sprecher der Separatisten in der Stadt Slawjansk. Dort werden seit fast einer Woche auch sieben Mitglieder einer OSZE-Beobachtermission festgehalten, darunter vier Deutsche. Es sei vereinbart worden, dass die nun freigelassenen Geheimdienstler nicht mehr an Militäraktionen im Südosten der Ukraine teilnehmen dürfen, sagt der Sprecher.

+++ 09.36 Uhr: Ukraine weist russischen Diplomaten aus +++

Wegen Spionage hat die Ukraine #link;http://www.stern.de/politik/ausland/ukraine-krise-kiew-laesst-russlands-militaerattache-festnehmen-2106994.html;den Marineattaché der russischen Botschaft in Kiew# ausgewiesen. Der Diplomat sei vom Geheimdienst SBU auf frischer Tat ertappt und festgenommen worden, teilt das Außenministerium in Kiew mit. Die Behörden erklärten den Mann zur unerwünschten Person (persona non grata). "Der Diplomat muss in nächster Zeit das Territorium der Ukraine verlassen", heißt es. Von russischer Seite gibt es zunächst keinen Kommentar zu dem Vorfall.

+++ 09.00 Uhr: Ukraine erhöht Gaspreise drastisch +++

Auf Druck internationaler Kreditgeber erhöht die nahezu bankrotte Ukraine die Gaspreise drastisch. Privathaushalte müssen 40 Prozent mehr bezahlen. Zum 1. Mai 2016 und zum 1. Mai 2017 sind Aufschläge von jeweils 20 Prozent geplant. Damit kommt die prowestliche Regierung in Kiew auch einer Forderung des Internationalen Währungsfonds (IWF) nach. Das Gremium hatte der Ex-Sowjetrepublik am Vorabend einen überlebensnotwendigen Kredit in Höhe von 17 Milliarden US-Dollar (12,3 Milliarden Euro) gewährt.

+++ 08.50 Uhr: Separatisten verhandeln über Geiselaustausch +++

In der Ostukraine verhandeln prorussische Aktivisten weiter über einen Austausch der festgesetzten OSZE-Beobachter. "Wir hoffen, dass wir sie gegen unsere Anhänger austauschen können, die von (der Regierung in) Kiew gefangenengenommen wurden", so Milizenführer Wjatscheslaw Ponomarjow gegenüber der Agentur Interfax in der Stadt Slawjansk. Unter den Gefangenen sind auch vier Deutsche. "Die OSZE-Vertreter sind weiterhin in Slawjansk", sagt der selbst ernannte "Volksbürgermeister" Ponomarjow. "Natürlich wollen sie nach Hause, und wir verhandeln bereits mit den Kiewer Machthabern."

+++ 8.00 Uhr: Deutsche fürchten neuen Kalten Krieg +++

Fast Dreiviertel (72 Prozent) der Deutschen sind laut dem ARD-Deutschlandtrend durch die Krise in der Ukraine stark verunsichert und haben Angst vor einem neuen Kalten Krieg. Nur 14 Prozent der Befragten halten Russland für einen verlässlichen Partner. 60 Prozent finden, Deutschland sollte fest an der Seite der westlichen Bündnispartner stehen, 48 Prozent sind der Meinung, Deutschland sollte sich aus dem Konflikt so weit wie möglich raushalten. Beim Thema Sanktionen sind die Ansichten gespalten: Jeweils etwa die Hälfte der Deutschen ist für weitere "weichere" Sanktionen wie Einreiseverbote (51 Prozent dafür, 41 Prozent dagegen) und Wirtschaftssanktionen (50 Prozent dafür, 43 Prozent dagegen). Militärische Hilfen lehnen dagegen 75 Prozent der Befragten ab, nur 18 Prozent sind dafür.

+++ 23.11 Uhr: IWF bewilligt Milliarden-Hilfen für Ukraine +++

Der Internationale Währungsfonds (IWF) gibt Kredithilfen für die Ukraine in Höhe von 17 Milliarden Dollar (12,3 Milliarden Euro) für zwei Jahre frei. Das entschied der Exekutivrat der Organisation am Mittwoch in Washington. Das Geld solle dabei helfen, die finanzielle Stabilität des Landes wiederherzustellen und langfristiges Wirtschaftswachstum in Gang zu setzen, teilt der IWF mit. Zwölf Milliarden Dollar seien als neue Kredithilfen vorgesehen, fünf Milliarden sollten refinanziert werden. 3,2 Milliarden Dollar wurden sofort in Aussicht gestellt, darunter zwei Milliarden Haushaltshilfen, heißt es weiter.

fme/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters