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Die Morgenlage: Bundeswehr reduziert ihr Kontingent im Irak

SPD-Chefs wollen weniger Rüstungsexporte +++ Boeing einigt sich mit American Airlines auf Entschädigungszahlungen +++ Anschlag auf "Charlie Hebdo" jährt sich zum fünften Mal +++ Nach mutmaßlicher Gruppenvergewaltigung in Mülheim: Prozess beginnt +++ Die Nachrichtenlage am Dienstag.

Ein Soldat der Bundeswehr weist einen Angehörigen der Peschmerga  ein

Die Bundeswehr unterstützt den Kampf gegen den IS mit Aufklärungsjets und Tankflugzeugen sowie mit Militärausbildern im Irak

DPA

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

während das US-Militär nach eigenen Angaben derzeit keinen Truppenabzug aus dem Irak plant, soll das dort eingesetzte Kontingent der Bundeswehr wegen der Spannungen nach der Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani teilweise nach Jordanien und Kuwait verlegt werden. Vor allem die Standorte Bagdad und Tadschi würden "vorübergehend ausgedünnt", schrieben Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Außenminister Heiko Maas an die Obleute im Bundestag. Beide bekräftigen darin, dass Gespräche zu einer Fortsetzung des Einsatzes im Irak mit der Regierung in Bagdad weiterliefen.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Bundeswehr reduziert ihr Kontingent im Irak

Als Reaktion auf die dramatisch gestiegenen Spannungen im Nahen Osten verlegt die Bundeswehr einen Teil ihres Kontingents im Irak in Nachbarländer. Einige Soldaten würden aus Bagdad sowie dem rund 25 Kilometer nördlich der irakischen Hauptstadt gelegenen Tadschi nach Jordanien und Kuwait verlegt, sagte ein Sprecher am Morgen. Der Bundestag sei in einem Schreiben über diese Maßnahme unterrichtet worden. Die Verlegung der Soldaten solle "in Kürze beginnen", sagte der Sprecher. In Bagdad sind nach seinen Angaben derzeit drei Bundeswehrsoldaten stationiert, in Tadschi etwa 30. Angaben dazu, wie viele Soldaten insgesamt nach Jordanien und Kuwait verlegt werden, machte der Sprecher nicht.

Schreiben über angeblichen US-Abzug aus dem Irak sorgt für Verwirrung

Ein Schreiben über einen angeblichen US-Truppenabzug aus dem Irak hat für erhebliche Verwirrung gesorgt. US-Verteidigungsminister Esper stellte klar, derzeit sei kein Rückzug aus dem Irak geplant. Zuvor hatte ein US-General in Bagdad in einem Schreiben an die irakische Armeeführung Vorbereitung für einen Abzug angekündigt. Es handelte sich offenbar um einen versehentlich verschickten Entwurf

SPD-Chefs wollen weniger Rüstungsexporte

Die neue SPD-Spitze will die deutschen Waffenexporte merklich einschränken und stellt zugleich die Stationierung von US-Atomwaffen hierzulande infrage. Parteichef Norbert Walter-Borjans sagte der Funke Mediengruppe: "Die Bundesregierung muss Waffenexporte restriktiver handhaben. So häufig, wie deutsche Waffen in Krisenregionen und Diktaturen auftauchen, ist das absolut inakzeptabel." Die Vorsitzende Saskia Esken sagte: "In der friedenspolitischen Tradition und Grundhaltung der SPD stehen wir dafür, dass Deutschland weniger Waffen exportiert."

Boeing einigt sich mit American Airlines auf Entschädigungszahlungen

Boeing hat mit der US-Fluglinie American Airlines eine Vereinbarung über Entschädigungszahlungen wegen des Flugverbots für den Maschinentyp 737 MAX erzielt. Nach Angaben von American deckt die Vereinbarung decke durch das Flugverbot verursachte Finanzverluste des Jahres 2019 ab. Die Fluggesellschaft bezeichnete das Übereinkommen als "vertraulich" und nannte keine Details. Für die MAX 737 gilt seit März ein weltweites Flugverbot, nachdem zwei Maschinen des Typs in Indonesien und Äthiopien abgestürzt waren. Dabei kamen insgesamt 346 Menschen ums Leben. Wegen des Flugverbots mussten Fluggesellschaften tausende Flüge streichen und auf andere Maschinen zurückgreifen.

Legendäre Satirezeitschrift: Fünf Jahre nach Terroranschlag: Mehr Selbstzensur – nicht nur bei "Charlie Hebdo"

Anschlag auf "Charlie Hebdo" jährt sich zum fünften Mal 

Der Anschlag auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" jährt sich am Dienstag zum fünften Mal. Das Blatt erscheint dazu in einer Sonderausgabe. Erstmals seit dem Attentat treten zudem mehrere Redaktionsmitglieder live im französischen Fernsehen und im Radio auf.

Das wird heute wichtig:

Neue österreichische Bundesregierung wird vereidigt

In Österreich wird die neue Bundesregierung aus konservativer ÖVP und Grünen vereidigt. Dazu erwartet Bundespräsident Alexander Van der Bellen das künftige Kabinett in der Wiener Hofburg. Es ist das erste Mal, dass ÖVP und Grüne in Österreich eine Bundesregierung stellen. Außerdem gehören dem Kabinett erstmals mehr Frauen als Männer an.

Nach mutmaßlicher Gruppenvergewaltigung in Mülheim: Prozess beginnt 

Im Fall einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Mülheim an der Ruhr stehen drei Jugendliche vor dem Duisburger Landgericht. Die zur Tatzeit 14 Jahre alten Angeklagten sollen eine 18-Jährige in einem Waldstück zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Zwei weitere mutmaßlich Beteiligte entgehen dem Prozess. Sie waren damals erst zwölf Jahre alt und damit strafunmündig.

Neuer Bahnansager wird in Frankfurt vorgestellt

Seine Stimme soll bald an allen rund 5700 Bahnhöfen in Deutschland zu hören sein: Der 45 Jahre alte Sprecher Heiko Grauel ist der neue Bahnansager, und die Deutsche Bahn stellt den Hessen am Dienstag in Frankfurt am Main auf einem Pressetermin vor. Grauel kommt aus Dreieich bei Frankfurt und hat sich in einem Casting gegen Hunderte Mitbewerber durchgesetzt. Vergangenes Jahr hat er in einem Frankfurter Tonstudio mehr als 14 000 einzelne Zeilen für die Bahn eingesprochen. Mit der neuen Stimme führt das Unternehmen eine neue Technik ein, die die gesprochenen Sätze in einzelne Silben zerhackt, um sie beliebig wieder zusammensetzen zu können.

Kramp-Karrenbauer auf CSU-Klausur erwartet

Die Klausur der CSU-Landesgruppe im oberbayerischen Kloster Seeon steht heute zunächst im Zeichen der Europa- und Außenpolitik - mit zwei Staatsoberhäuptern als Gästen. Erwartet werden die Staatspräsidentin der Republik Estland, Kersti Kaljulaid, und der rumänische Präsident Klaus Johannis. Mit Spannung erwartet wird aber vor allem die CDU-Vorsitzende und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer - und was diese zum Vorstoß von CSU-Chef Markus Söder zu einer Kabinettsumbildung in diesem Jahr sagt.

AFP / DPA